Dublin - Statt Abwicklung nun doch Aufspaltung: Die Problembank Anglo Irish soll nun doch nicht geschlossen werden. Wie Finanzminister Brian Lenihan am Mittwoch nach einer Sitzung des Kabinetts mitteilte, wird die Bank in eine "Bad Bank" und eine Bank mit reinem Einlagegeschäft ohne Kredittätigkeit aufgeteilt.
Die Bad Bank soll später verkauft oder geschlossen werden. Die Einlagen der Sparer werden von der Regierung weiterhin garantiert. Bis Oktober soll feststehen, wieviel Finanzbedarf die beiden getrennten Institute noch haben.
EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia, der sich am Montag mit Lenihan getroffen hatte, begrüßte die Entscheidung der irischen Regierung. "Ich sehe diese Option positiv, weil sie besser mit möglichen Verzerrungen des Wettbewerbs umgehen würde", sagte Almunia. Eine Reihe wichtiger Aspekte müsste aber noch geklärt werden.
Bislang hat die EU-Kommission nach eigenen Angaben rund 25 Milliarden Euro an staatlichen Nothilfen für die marode Anglo Irish genehmigt - doch die hatte vor kurzem erklärt, weitere 25 Milliarden zu benötigen. In Brüssel war deshalb zunächst eine geordnete Abwicklung der gesamten Bank favorisiert worden.
In Brüssel gelten vor die Milliarden-Kosten für die Sanierung von Anglo Irish als enormes Risiko für die Kreditwürdigkeit Irlands. Man fürchtet, dass die Sanierung das Land überfordern könnte. Seit Monaten herrscht an den Kapitalmärkten die Angst, dass Irland nach Griechenland zu einem neuen Krisenherd der Euro-Zone werden könnte.
Die staatlichen Milliardenhilfen für die Banken - allen voran die Anglo Irish - hatten die ganze irische Volkswirtschaft in eine Schieflage gebracht. Die wichtigsten Ratingagenturen stuften jüngst die Kreditwürdigkeit des einstigen "keltischen Tigers" herab.
kim/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
Ei, Irland, welches mit 400 Mrd. Euro für den Bankenschlendrian einstehen musste, bei einer Bevölkerung von gerade einmal 3 Millionen Menschen, soll nicht minder bankrott sein wie Island? Selbst Griechenland hat mit 11 Millionen [...] mehr...
In Irland wurden auch die ganzen Zweckgesellschaften gegründet, in denen u.a. auch die deutschen Banken ihre toxischen Papiere versteckt hatten - und sie damit der Aufsicht der BAFIN entzogen. Man sollte diesen [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte | RSS |
| alles zum Thema Banken | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH