1,5 Billionen Euro EU-Kommission will Rettungsschirm ausweiten

750 Milliarden Euro reichen womöglich nicht aus: Die EU-Kommission plädiert nach Informationen des SPIEGEL für eine Verdoppelung des EU-Rettungsschirms auf insgesamt 1,5 Billionen Euro. Damit könnten Kredite für krisengeplagte Länder wie Portugal oder Spanien finanziert werden.

Euro-Scheine: 1,5 Billionen Euro gegen Angriffe auf die Gemeinschaftswährung
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Euro-Scheine: 1,5 Billionen Euro gegen Angriffe auf die Gemeinschaftswährung


Hamburg - In der EU mehren sich die Stimmen, die eine Aufstockung des Hilfsprogramms befürworten. Einer der wichtigsten Beamten der EU-Kommission hat nach SPIEGEL-Informationen dafür plädiert, die Mittel des europäischen Rettungsschirms zu verdoppeln. Marco Buti, Generaldirektor von Währungskommissar Olli Rehn, habe diese Maßnahme kürzlich vor Spitzenbeamten aus den Finanzministerien der Euro-Länder vorgeschlagen.

Nach der Logik des Rettungsschirms müssten dann auch der Beitrag der EU-Kommission von 60 Milliarden Euro und der Anteil des Internationalen Währungsfonds von 250 Milliarden Euro verdoppelt werden. Am Ende stünden damit 1,5 Billionen Euro zur Stabilisierung der Gemeinschaftswährung zur Verfügung. Anders ließen sich die Turbulenzen an den Märkten nicht eindämmen, rechtfertigt Buti seinen Vorschlag. Auch die in Finanznöten steckenden Länder Griechenland, Irland, Portugal und Spanien drängen darauf, die Mittel des Rettungsschirms merklich aufzustocken.

Nachdem Griechenland und Irland bereits Hilfszahlungen annehmen mussten, geraten nun Portugal und Spanien durch hohe Zinsen für langfristige Staatsanleihen zunehmend unter Druck. Portugal plagen Strukturprobleme, die Wirtschaft schwächelt seit Jahren, die Staatsverschuldung ist hoch. Spanien kämpft mit einer Rekord-Arbeitslosigkeit und den Folgen einer geplatzten Immobilienblase. Mehr dazu in unserem ausführlichen Krisencheck.

Experte empfiehlt Portugal-Hilfen

Nach Auffassung eines Finanzwissenschaftlers sollte Portugal ebenfalls den Euro-Rettungsschirm in Anspruch nehmen, damit sich die, trotz Irland-Hilfe weiterhin nervösen, Märkte wieder beruhigen. Eine Gefahr für die Stabilität des Euro bedeuteten Hilfen für das Land nicht, sagte der Direktor des Instituts für Finanzwissenschaft an der Universität Münster, Johannes Becker.

An einen Dominoeffekt durch eine mögliche Aufnahme Portugals in den EU-Rettungsschirm glaubt Becker nicht. "Es gilt eher das Gegenteil: Portugal in der Schwebe zu lassen, vergrößert die Nervosität an den Märkten." Eine schnelle und entschlossene Rettungsaktion könne hier Abhilfe schaffen. "Ein Problem gibt es erst, wenn Spanien und Italien ins Strudeln geraten." Spaniens Bruttoinlandsprodukt liege bei 40 Prozent von dem der Deutschen, da hätten auch die Defizite eine andere Dimension. "Aber die Spanier sind schon weit in ihrem Sparprogramm. Wenn es dabei bleibt, muss man sich keine Sorgen machen."

Brüderle erwartet keine weiteren Rettungsfälle

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) glaubt hingegen nicht, dass nach Irland noch weitere Länder der Euro-Zone Milliarden-Hilfe benötigen. "Ich gehe davon aus, dass wir unsere Hilfen auf Griechenland und Irland begrenzen können und keine weiteren Länder mehr in Not geraten. Die schnelle Entscheidung für die Irland-Hilfe ist notwendig, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren", sagte Brüderle der "Bild am Sonntag".

Mutmaßungen über weitere potentielle Hilfskandidaten hält der FDP-Politiker für überflüssig. "Spekulationen über mögliche Wackelkandidaten bringen hier nichts. Spanien und Portugal setzen alles daran, um ihre Staatshaushalte in Ordnung zu bringen", sagte er. Die FDP setzt derzeit Kanzlerin Merkel unter Druck, einer Ausweitung oder Fortsetzung des Rettungspakets nicht zuzustimmen. Stattdessen fordern die Liberalen einen neuen Mechanismus, der die Beteiligung von Banken und privaten Investoren bei Staatspleiten vorsieht.

ore/dpa/dapd

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insgesamt 65 Beiträge
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Seite 1
e.schw 27.11.2010
1. Falsche Propheten...
Zitat von sysop750 Millionen Euro reichen womöglich nicht aus: Die EU-Kommission plädiert nach Informationen des SPIEGEL für eine Verdoppelung des EU-Rettungsschirms auf insgesamt 1,5 Billionen Euro. Damit*könnten Kredite für*krisengeplagte Länder wie Portugal*oder Spanien finanziert werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,731509,00.html
Wenn noch vor Weihnachten die Bescherung kommt, wird sich Rainer Brüderle dann für seine falsche Prognose entschuldigen?
c++ 27.11.2010
2. .
Eine Erhöhungt des Rettungsschirms ist eine weitere Enteignung Deutschlands in dreistellliger Milliardenhöhe. Aber Weihnachten steht vor der Tür, warum nicht ein europäisches Weihnachtsmärchen: So etwas machen wir doch gerne, wir sind gute Europäer, dafür können wir die Renten deutlich senken, Hartz4 abschaffen und die Infrastruktur weiter verkommen lassen. Wir sollten nicht immer so materiell denken, in Afrika sind die Menschen auch arm, aber glücklich. Wenn wir dann in Not sind, helfen uns die anderen schließlich auch.
weltbetrachter 27.11.2010
3. Bodenhaftung verloren !!!!
Darf es nicht noch ein bißchen mehr sein ??? Bei solchen Summen verliert jeder normal denkende Bürger die Bodenhaftung. Und jetzt lassen wir diese "Bürgschaftsgarantiesumme" mal fällig werden. Hurra - Hurra - Hurra !!! Wo soll das "reale Geld" dann eigentlich herkommen? Wie viele Generationen bedarf es dann für die Rückzahlung? Völlig weltfremd und an der Realität vorbei - also da eh alles egal ist, dürfen es auch 10 Billionen sein !!
Clawog 27.11.2010
4. Rettungsschirm
Bald folgt dieser Logik eine EU Steuer für die Stützung der finaziell über ihre Verhältnisse lebenden Länder und dem Euro. Wahrscheinlich muß dann auch die Brüssel Bürfokratie deutlich erweitert werden. Das gehört sich so.
E.Cartman 27.11.2010
5. ...
Zitat von sysop750 Millionen Euro reichen womöglich nicht aus: Die EU-Kommission plädiert nach Informationen des SPIEGEL für eine Verdoppelung des EU-Rettungsschirms auf insgesamt 1,5 Billionen Euro. Damit*könnten Kredite für*krisengeplagte Länder wie Portugal*oder Spanien finanziert werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,731509,00.html
Jetzt ist also schon irgendein Marco Butti, in der zweiten Reihe unter Herrn Rehn "die Kommission". Dieser Titel ist inzwischen wirklich nichts mehr wert. Ich bin mir sicher, bei den Beamten wird sich auch jemand finden der dagegen ist, so dass die Kommission dann ihre Meinung geändert hat.
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