11.000 Stellen in Gefahr E.on bestätigt Jobkahlschlag-Pläne

Die Mitarbeiter von E.on stehen vor harten Zeiten: Der Energiekonzern prüft massive Stellenstreichungen - die Pläne waren bereits durchgesickert, nun bestätigte das Unternehmen sie auch offiziell. Jeder zehnte Arbeitsplatz ist gefährdet.

E.on-Zentrale in Essen: Entscheidungen über Stellenabbau sollen im Herbst fallen
DPA

E.on-Zentrale in Essen: Entscheidungen über Stellenabbau sollen im Herbst fallen


Düsseldorf - Die Sparpläne bei E.on könnten drastischer ausfallen als bislang befürchtet: Deutschlands größter Energiekonzern prüft den Abbau von weltweit bis zu 11.000 Arbeitsplätzen. Das teilte E.on am Mittwoch in Düsseldorf bei der Halbjahresbilanz mit. Damit steht mehr als jeder zehnte Arbeitsplatz des Düsseldorfer Konzerns auf der Kippe. Der Energieriese beschäftigt insgesamt 85.000 Mitarbeiter.

Die Pläne waren bereits in der vergangenen Woche durchgesickert. Zunächst berichtete der SPIEGEL über drohende Entlassungen, dann schrieb die "Süddeutsche Zeitung" von bis zu 10.000 Stellen, die gefährdet seien.

Der Vorstand spricht von Überlegungen zu einem mittelfristigen Abbau von konzernweit 9000 bis 11.000 Stellen. Der Fokus liege auf Verwaltungsaufgaben. Zu konkreten Schritten äußerte sich E.on zunächst aber nicht. Die Überlegungen sollen in den kommenden Wochen konkretisiert werden, hieß es. Die Entscheidungen im Aufsichtsrat würden im Herbst fallen. E.on will die Konzernkosten um 1,5 Milliarden Euro in den kommenden Jahren senken.

Gewerkschaften und Betriebsrat kritisieren das Vorgehen des Vorstands scharf. Er sei davon völlig überrascht worden, sagte Betriebsratschef Hans Prüfer. Er habe erst durch die Presse von den Plänen erfahren. Die geplanten Stellenstreichungen träfen den Konzern in seinen Grundfesten, hieß es von Gewerkschaftern.

Weniger Gewinn, weniger Dividende

Die Rücknahme der Laufzeitverlängerung bei den Atommeilern, Probleme mit ungünstigen Gaslieferverträgen sowie niedrigere Stromerlöse sorgen dafür, dass E.on deutlich weniger Gewinn macht. In den ersten sechs Monaten sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 45 Prozent auf 4,325 Milliarden Euro. Die Belastungen aus dem Atom-Aus inklusive Brennstoffsteuer lagen im ersten Halbjahr bei 1,9 Milliarden Euro, hieß es.

Auch bei der Dividende gibt es einen Schnitt. Sie soll 2011 bei einem Euro liegen. Bisher hatte der Versorger für die kommenden zwei Jahre eine Mindestdividende von 1,30 Euro versprochen.

cte/dpa-AFX

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Seite 1
ugt 10.08.2011
1. Hauptsache
Zitat von sysopDie Mitarbeiter von E.on stehen vor harten Zeiten: Der Energiekonzern prüft massive Stellenstreichungen - die Pläne waren bereits durchgesickert, nun bestätigte das Unternehmen sie auch offiziell. Jeder zehnte Arbeitsplatz ist gefährdet. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,779353,00.html
die Gewinne simmen und die Aktionäre machen Gewinn. Wenn dann die Wirtschaft den Bach runter geht schreien die Herrn Manager und Banker nach der Allgemeinheit, die soll dann die Gewinne der Aktionäre bezahlen. Gier ist Geil
Kalle, 10.08.2011
2. Dr. Angela Merkel:
"Deutschland geht es gut wie schon lange nicht."
karlgutknecht 10.08.2011
3. Deutschland schafft sich ab 2.0
Zitat von sysopDie Mitarbeiter von E.on stehen vor harten Zeiten: Der Energiekonzern prüft massive Stellenstreichungen - die Pläne waren bereits durchgesickert, nun bestätigte das Unternehmen sie auch offiziell. Jeder zehnte Arbeitsplatz ist gefährdet. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,779353,00.html
Ich kann nur hoffen, dass neben den Betroffenen Mitarbeiter von E-on RWE usw. für die diese Entwicklung gar nicht so lustig ist, auch viele die sich für Vehement für den Atomausstieg engagiert haben von diesem Kahlschlag betroffen und dessen Auswirkungen betroffen sein werden. Politische Entscheidungen an dem eigenen Leib spüren, mit allen Auswirkungen und Konsequenzen auf das persönliche tägliche Leben, das wird vielleicht einige der „German Angst“ verfallenen Menschen nachdenklich stimmen.
maikel11, 10.08.2011
4. gutes Marketing ist alles
da scheint RWE ja gut mit den Medien verknüpft zu sein, sonst würde diese Meldung nicht überall panikartig verbreitet werden. Bei der Telekom sind in den letzten 15 Jahren fast 60.000 Stellen weggefallen, aber darüber hört man wenig. Die Politik hat damals, zu Zeiten der Privatisierung, gebetsmühlenartig wiederholt, dass die wegfallenden Arbeitsplätze ja bei den aufkommenden Wettbewerbern wieder aufgebaut werden. Ist doch im Bereich der Energieversorger nicht anders. RWE muss abbauen, dafür werden die Firmen für erneuerbare Energien Stellen aufbauen. So ist das Leben...
na,na,na 10.08.2011
5. War ja vorauszusehen.
Das ist erst der Anfang. Wir werden uns noch wundern mit der politischen Radikal-Energiewende. Wir haben eben nur populistische Looser in der Regierung.
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