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113 Milliarden Euro: Deutsche Banken sind größte Irland-Kreditgeber

Es ist nur eine Schätzung, aber die hat es in sich: Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds haben Institute aus der Bundesrepublik in Irland mehr Kredite vergeben als die Geldhäuser anderer Länder. Insgesamt summiert sich das deutsche Insel-Engagement auf 113 Milliarden Euro.

Frankfurter Skyline: Die Summe entspricht 1,8 Prozent des Kapitals der deutschen Banken Zur Großansicht
dapd

Frankfurter Skyline: Die Summe entspricht 1,8 Prozent des Kapitals der deutschen Banken

Washington - Die Kritik in Deutschland am Rettungspaket für Irland war groß. Aber es gibt offenbar einen guten Grund dafür, dass deutsche Steuerzahler mithelfen, die Wirtschaft des Landes vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Nach einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) sind deutsche Banken dort stärker als andere ausländische Kreditinstitute engagiert.

Nach einem am Freitag veröffentlichen Bericht haben die deutschen Institute in Irland Kredite in Höhe von 113 Milliarden Euro vergeben. Die Summe entspreche 1,8 Prozent des Kapitals der deutschen Geldhäuser. Britische Banken sind demnach mit umgerechnet 107 Milliarden Euro in Irland engagiert, US-Banken mit 47 Milliarden Euro.

Zwischen 2003 und 2007 hat eine Immobilienblase den Finanzsektor Irlands aufgebläht. Damals verdoppelte sich die Zahl der Kredite nahezu, die Privatleute meist zur Finanzierung von Eigenheimen aufnahmen. Inzwischen ist die Immobilienblase allerdings geplatzt, zahlreiche Bankkunden können ihre Kredite nicht mehr angemessen bedienen. Laut IWF gibt es bei mehr als jedem zehnten Immobilienkredit einen Zahlungsrückstand von drei Monaten oder mehr. Die Lage könne sich noch verschärfen, erklärte der Währungsfonds.

Der IWF hatte am Donnerstag einen auf drei Jahre Laufzeit ausgelegten Kredit in Höhe von 22,5 Milliarden Euro für Irland freigegeben. Er ist Teil eines 85 Milliarden Euro schweren Rettungspakets, an dem auch die EU beteiligt ist. Dieses war Ende November von EU und IWF ausgehandelt worden. Im Gegenzug brachte die Regierung in Dublin ein umstrittenes umfangreiches Sparpaket auf den Weg, um sein wegen der Bankenkrise explodiertes Haushaltsdefizit wieder in den Griff zu bekommen.

böl/AFP

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1. Preisfrage
genugistgenug 18.12.2010
Zitat von sysopEs ist nur eine Schätzung, aber die hat es in sich: Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds haben Institute aus der Bundesrepublik in Irland mehr Kredite vergeben als die Geldhäuser anderer Länder. Insgesamt summiert sich das deutsche Insel-Engagement auf 113 Milliarden Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,735458,00.html
Preisfrage: wie viel Geld davon ist an eigene Töchter geflossen?
2. Politisch erwünscht
weltoffener_realist 18.12.2010
Zitat von sysopEs ist nur eine Schätzung, aber die hat es in sich: Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds haben Institute aus der Bundesrepublik in Irland mehr Kredite vergeben als die Geldhäuser anderer Länder. Insgesamt summiert sich das deutsche Insel-Engagement auf 113 Milliarden Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,735458,00.html
Nun, der Kauf von Staatsanleihen durch europäische Banken ist der Politik hoch willkommen - nur so lassen sich weiter Wohltaten verteilen und eine echte Sparpolitik vermeiden. Wer will es den Banken vorwerfen, wenn sie die ehemals sicher geglaubten Anleihen tatsächlich gekauft haben?
3. Frohe Weihnachten
Ottokar 18.12.2010
113 Milliarden? Geht ja noch. Habe mit mehr gerechnet. Dann mal los mit dem "alternativlosen" retten. Wieviel wurde denn in Portugal und Spanien versenkt? Gibt es da schon Zahlen ? Das wird dann der Sylvesterknaller Mal sehen wann wir die Spielbank in LV retten müssen.
4. Ja dann ist ja alles klar
Robinson 54 18.12.2010
Zitat von sysopEs ist nur eine Schätzung, aber die hat es in sich: Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds haben Institute aus der Bundesrepublik in Irland mehr Kredite vergeben als die Geldhäuser anderer Länder. Insgesamt summiert sich das deutsche Insel-Engagement auf 113 Milliarden Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,735458,00.html
Lieber Herr Ackermann, ich als einfacher Bürger der auch bürgen darf für Ihre Milliarden die Sie aus Raffgier und um Ihren Boni zu steigern den Iren gegeben haben. Wegen dem Bürgen mache ich mir keine Sorgen weil das nicht nötig ist. Weil mir klar ist das ich es bezahlen muss. Wir leben alle über unsere Verhältnisse hat ja Mutti Merkel und unser früherer BP Köhler schon vor langer Zeit gesagt. Wirklich Alle? Nein Sie doch nicht, Sie nehmen mich in Geiselhaft nur damit Sie weiter Ihre Kohle behalten können. Machen Sie bei Ihrer nächsten Geburtstagsparty im Kanzleramt für Ihre eifrige Mitstreiterin doch Ihr tolles Zeichen ;; V ;; Hochachtungvoll Ihr einfache Bürger
5. Titeldummy
Tolotos 18.12.2010
Zitat von weltoffener_realistNun, der Kauf von Staatsanleihen durch europäische Banken ist der Politik hoch willkommen - nur so lassen sich weiter Wohltaten verteilen und eine echte Sparpolitik vermeiden. Wer will es den Banken vorwerfen, wenn sie die ehemals sicher geglaubten Anleihen tatsächlich gekauft haben?
Solange die Banken ihre Risiken selbst tragen, ist dagegen ja gar nichts einzuwenden. Aber wenn sie ihre Lobbyisten schicken, um Werbung für die Euro-Bonds zu machen, dann ist das nichts anderes als der Versuch, Risiken zu sozialisieren, deren die zugehörigen Risikozuschläge privatisiert wurden.
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Mini-Serie
AFP

Erst Griechenland und Irland, nun wetten die Märkte schon gegen Portugal, Spanien und Italien. In Europa wächst die Sorge, dass weitere Schuldenländer Milliardenhilfen brauchen. Aber wie groß ist das Risiko wirklich? Und wer könnte der nächste Pleitekandidat sein? Ein Überblick:


Wie die Euro-Krise gelöst werden könnte
Trotz riesiger Hilfspakete schwelt die Schuldenkrise in der Euro-Zone weiter. Kaum wurde Irland gerettet, geraten mit Portugal und Spanien die nächsten Wackelkandidaten in den Fokus der Finanzmärkte. Doch wie könnte die Krise überwunden werden? Einige Lösungsvorschläge im Überblick.
Die EZB kauft massiv Anleihen
An den Finanzmärkten wird spekuliert, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Retter in der Not spielt. Sie könnte viel Geld in die Hand nehmen und Staatsanleihen der finanzschwachen Euro-Länder aufkaufen. Um die Probleme in den Griff zu bekommen, sind nach Berechnungen der Anleihenexperten von Evolution Securities in London ein bis zwei Billionen Euro notwendig. "Das Verfahren, von Land zu Land zu springen, hat die Märkte bislang nicht beruhigen können", sagt deren Expertin Elisabeth Afseth. "Der einfachere Weg ist, dass die EZB ihr Aufkaufprogramm hochfährt und große Summen ausgibt." Spanien und Italien müssen im kommenden Jahr zusammen etwa 500 Milliarden Euro an den Kapitalmärkten erlösen. Das wird schwierig und teuer, weil die Investoren hohe Risikoaufschläge verlangen. "Deshalb muss jemand einspringen und helfen", begründet Afseth ihren Vorschlag. Der Vorteil: Die EZB kann rasch helfen. Binnen weniger Tage könnte sie das Kaufprogramm starten. Der Haken: Einige Mitglieder des EZB-Rates werden dem voraussichtlich nicht zustimmen, weil ein solches Vorgehen gegen die Statuten der EZB verstößt, die sich hauptsächlich um stabile Preise kümmern soll. "Das würde sie weiter von ihrem Mandat entfernen und besonders in Deutschland Sorge über die langfristige Stabilität des Euro auslösen", befürchtet Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer.
Erweiterung des EU-Rettungsschirms
In den Euro-Ländern wird bereits darüber diskutiert, das für Notfälle geschnürte Rettungspaket zu vergrößern. Nach den Hilfen für Irland ist es noch mit etwa 650 Milliarden Euro gefüllt. Bundesbankpräsident Axel Weber hat bereits eine Erweiterung ins Spiel gebracht. Ökonomen wie DIW-Präsident Klaus Zimmermann raten dazu, das ursprüngliche Volumen von 750 Milliarden Euro auf 1,5 Billionen zu verdoppeln. Politisch ist das aber nicht so einfach durchsetzbar. In Staaten wie Finnland muss die Zustimmung dafür im Parlament eingeholt werden, was schwierig werden dürfte. Andererseits ist es sinnvoll, einen bereits bestehenden und funktionierenden Krisenmechanismus auszubauen. Er sieht strenge Sparauflagen für die Staaten vor, die Hilfen benötigen. Zudem ist der Internationale Währungsfonds mit an Bord, der die Einhaltung der Auflagen überprüft und über viel Erfahrung im Krisenmanagement verfügt.
Ausgabe von Euro-Anleihen
Diese Idee hat mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso einen prominenten Fürsprecher. Eine gemeinsame Anleihe für alle 17 Euro-Länder hatte er bereits vor Monaten gefordert. Allerdings gibt es dagegen starken Widerstand, vor allem aus Deutschland und Frankreich. Beide Länder können sich ohne große Probleme und zu günstigen Konditionen frisches Geld am Kapitalmarkt leihen. Sie müssten ihre hohe Kreditwürdigkeit mit Krisenländern wie Portugal oder Spanien teilen und höhere Zinszahlungen in Kauf nehmen. Sie würden um ihren Lohn gebracht, den sie sich durch vergleichsweise solide Staatsfinanzen verdient haben. Der Nachteil: Die Vorbereitung einer Euro-Anleihe nimmt viel Zeit in Anspruch. Die aktuelle Krise, die Portugal und Spanien zu erfassen droht, ließe sich damit kaum lösen.
China kauft Staatsanleihen aus Europa
Die Volksrepublik besitzt die weltweit größten Devisenreserven. Das Geld ist vorwiegend in US-Staatsanleihen angelegt - insgesamt 1,8 Billionen Doller. China ist damit der größte Gläubiger der USA. "Man muss darüber nachdenken, wer genügend Geld hat, um das Problem zu lösen", sagte ein hoher EU-Offizieller. "Das einzige Land ist China. Wir müssen die Chinesen dazu bringen, EU-Schuldtitel zu erwerben." Allerdings gilt diese Lösung als unwahrscheinlich. Sowohl die EU-Behörden als auch die EZB und die Politik dürften sich dagegen verwahren.
EU beschließt gemeinsame Haushaltspolitik
Die 17 Euro-Länder verfügen über eine gemeinsame Währung und einen gemeinsamen Leitzins, aber nicht über eine gemeinsame Steuer- und Haushaltspolitik. Das hat die Spannungen erst ermöglicht, deretwegen die Währungsunion vor einer Zerreißprobe steht. "Wir brauchen auch eine Art Haushaltsbund", sagt EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. "Wir können das erreichen, wenn es eine starke Aufsicht und Kontrolle gibt." Allerdings ist das ein Tabuthema für Deutschland und andere Kernländer der Währungsunion, die kaum einen Teil ihrer Eigenständigkeit abgeben dürften. Politisch wäre dieser Weg deshalb kaum durchsetzbar. Eine Umsetzung würde zudem viele Jahre dauern - zu lange, um die akute Krise zu lösen.
Sind Sie ein guter Euro-Retter?
dpa
Die EU legt ein gigantisches Hilfspaket für den Euro auf - Gesamtumfang: 750 Milliarden Euro. Aber blicken Sie bei der größten Wette der Weltgeschichte noch durch? Testen Sie Ihre Euro-Retter-Qualitäten im SPIEGEL-ONLINE-Quiz.


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