Lufthansa Versicherer stellen 300 Millionen Dollar für Germanwings-Absturz zurück

Die Lufthansa beziffert nun offiziell die Kosten für den Germanwings-Absturz. Rund 300 Millionen Dollar haben Versicherungen dafür zurückgestellt.

Maschinen von Lufthansa und der Tochter Germanwings: Entschädigungen
REUTERS

Maschinen von Lufthansa und der Tochter Germanwings: Entschädigungen


Frankfurt am Main - Für die Kosten rund um den Germanwings-Absturz hat ein Versicherungskonsortium nach Angaben der Lufthansa rund 300 Millionen US-Dollar (278 Millionen Euro) zurückgestellt. Es gehe unter anderem um finanzielle Entschädigungen für die Hinterbliebenen der Opfer, die Kosten für den zerstörten Airbus A320 und für Betreuungskräfte, erklärte ein Sprecher der Fluggesellschaft.

Er bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts". Das Geld werde von einem Versicherungskonsortium bereitgestellt, in dem die Münchner Allianz eine führende Rolle spiele. Die Allianz wollte sich am Dienstag zunächst nicht äußern.

Den Hauptteil der Zahlungen machen laut Nachrichtenagentur Reuters die Schadenersatzzahlungen für die Passagiere aus. Der Germanwings-Mutterkonzern Lufthansa zahlt den Hinterbliebenen bis zu 50.000 Euro Überbrückungshilfe. Hinzu kommen weitere Kosten wie Bergung und der Verlust des Flugzeugs, das aufgrund des Alters von 24 Jahren allerdings nur noch etwa 6,5 Millionen Dollar wert war.

Laut "Handelsblatt" entspricht die kalkulierte Summe fast dem Doppelten der üblichen Rückstellungen. In der Regel werde in der Luftfahrt im Todesfall pro Passagier mit einer Entschädigung von einer Million Dollar gerechnet, im Fall von Flug 4U9525 wären das 150 Millionen Dollar, berichtet die Zeitung.

Am Dienstag vergangener Woche war ein Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf in Südfrankreich abgestürzt. Die Ermittler gehen nach bisherigen Erkenntnissen davon aus, dass der Copilot das Flugzeug absichtlich in Sinkflug versetzte und gegen eine Felswand steuerte.

Am 17. April soll im Kölner Dom mit einem Gottesdienst und einem staatlichen Trauerakt der Opfer gedacht werden.

bos/dpa/Reuters

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