Studie Deutsche Firmen beim 3D-Druck weltweit vorn

Zahnersatz, Autoteile, Spielzeug: Kein anderes Land erzielt so hohe Umsätze mit Produkten aus 3D-Druckern wie Deutschland. Die Technologie scheint wie gemacht für die deutsche Wirtschaft.

AFP

Deutsche Unternehmen sind weltweit führend beim Einsatz von 3D-Druckern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young. Mit Zahnersatz, Bauteilen für Autos und Flugzeugen sowie anderen Produkten aus 3D-Druckern werde in Deutschland heute schon hochgerechnet fast eine Milliarde Euro Umsatz erzielt, sagt Berater Andreas Müller. Weltweit betrage der Jahresumsatz geschätzt rund zehn Milliarden Euro.

Ernst & Young hatte 900 Unternehmen aus zwölf Branchen in Europa, China, Südkorea und den USA befragt. Die Länder seien ausgesucht worden, weil es dort 3D-Maschinenbauer, 3D-Dienstleister und 3D-Anwender in größerem Maße gebe. In Deutschland wurden 200 Unternehmen befragt - von ihnen nutzten 37 Prozent die neue Technik. In China und Südkorea waren es 24 Prozent, in den USA 16 Prozent der jeweils befragten Unternehmen.

Beim 3D-Druck werden Kunststoff-, Keramik- oder Metallpulver mit Hilfe von Lasern Schicht für Schicht verschmolzen, bis die gewünschte Form entsteht. Das Verfahren ermöglicht völlig neue, Gewicht sparende Strukturen, die mit herkömmlichen Techniken gar nicht möglich wären.

"3D-Druck ist wie gemacht für die innovative deutsche Wirtschaft", sagte Müller. "Die Technologie erlaubt den Unternehmen die Herstellung kleiner Stückzahlen, kostengünstiger Prototypen und die Anwendung neuer Materialien." Viele mittelständische Firmen seien aber skeptisch wegen der hohen Anschaffungskosten für 3D-Druckmaschinen und wegen des fehlenden Know-how.

asa/dpa

insgesamt 8 Beiträge
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lvkwge 19.07.2016
1. Na dann hoffen wir mal,
dass des so stimmt und die guten Umsatzzahlen nicht weder mal wie bei etlichen anderen Errungenschaften bald wieder verbockt werden. Billige Arbeitskräfte sind ja mittlerweile genug im Land.
hman2 19.07.2016
2.
"Beim 3D-Druck werden Kunststoff-, Keramik- oder Metallpulver mit Hilfe von Lasern Schicht für Schicht verschmolzen, bis die gewünschte Form entsteht." Soso. Da wird Keramik geschmolzen. Wird wohl eher ein Sintern sein.
Blindleistungsträger 19.07.2016
3. Überraschung!
Als ich diese Meldung heute im Radio hörte, war ich sehr überrascht. Das hatte ich nicht erwartet. Bei einem Fraunhofer Institut habe ich zwar schon einmal einen Drucker mit Laser-Sinterung gesehen. Aber dass wir damit bereits richtig Geld verdienen, hatte ich nicht erwartet.
spamme 19.07.2016
4.
Und auch Laser + Kunststoff... Mhh sehr skeptisch dieser Art des Schichtaufbaus bei diesem Material. Resin & Basti Metall (SLS bzw SLA) seh ich ein. FFF/FDM per aufschmelzen eines Kunststoffstranges. Keramik über Sintern oder verkleben, je nach Anwendung. Etc etc
upalatus 19.07.2016
5.
Mir wärs lieber, man wäre Innovationsführer in Sachen industiellem 3dprinting. Besonders an den Druckzeiten im Verbund mit perfekter Oberflächenqualität zu drehen, das wär ne Aufgabe. Was meint der Artikelautor mit fehlendem knowhow?? Meint er Art und Anwendung, Einbindung der Technik in den Betrieb? Bedenke man, wie lange es bereits real sehr gute Printer ausserhalb der hippen Spielwiesendrucker gibt, anwendungsspezifiziert und mittlerweile auch zuverlässiger, wär das ein arges Armutszeugnis der befragten Firmen....
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