Wirtschaft


Internet-Altstars: AOL plant Übernahmekampf um Yahoo

Von Yasmin El-Sharif

Keine Verschnaufpause für Yahoo: Der Internetkonzern ist erneut zum möglichen Übernahmekandidaten geworden. AOL, einer der schärfsten Rivalen, soll bereits mit Finanzinvestoren über Kaufplänen brüten. Doch auch der Abwehrkampf wird schon organisiert.

Los Angeles - Weiß AOL wirklich, worauf es sich da einlässt? Der Internetkonzern prüft derzeit, gemeinsam mit mehreren Beteiligungsgesellschaften seinen Rivalen Yahoo Chart zeigen zu übernehmen, wie das "Wall Street Journal" und die Nachrichtenagentur Reuters schreiben. Zuletzt hatte sich der Software-Gigant Microsoft Chart zeigen an Yahoo die Zähne ausgebissen.



Die Interessenten hätten in den vergangenen Wochen Gespräche über eine gemeinsame Offerte geführt, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person zu Reuters. Unter anderem soll auch der Medienkonzern News Corp Chart zeigen beteiligt gewesen sein. Die Gespräche seien jedoch noch in einem frühen Stadium. So sei Yahoo auch noch nicht kontaktiert worden. Ob es zu einer Offerte komme, hänge letztendlich auch davon ab, ob sich Yahoo vorher von Vermögensanteilen in Asien - wie dem 40-Prozent-Anteil an der chinesischen Internetplattform Alibaba - trenne.



Yahoo, AOL und News Corp lehnten eine Stellungnahme ab. Zu den interessierten Finanzinvestoren gehöre auch Silver Lake Partners, sagte ein anderer Insider. Auch Blackstone Chart zeigen spiele mit dem Gedanken einer Yahoo-Übernahme, sei aber in die jüngsten Gespräche nicht involviert, sagte eine dritte Person.



Yahoo soll bereits mit Goldman Sachs Gespräche führen



Der Markt reagierte mit Kursgewinnen auf die Übernahmeberichte: Der Aktienkurs des Unternehmens schoss am Mittwoch nachbörslich 9,5 Prozent in die Höhe, nachdem er bereits mit einem Plus von sechs Prozent aus dem Handel gegangen war. An der Börse in Tokio legte Yahoo Japan rund fünf Prozent zu. An dem japanischen Ableger besitzt der US-Mutterkonzern 35 Prozent.



Der Marktwert von Yahoo beläuft sich derzeit auf mehr als 20 Milliarden Dollar. Der Verkauf von Vermögensanteilen in Asien würde den Gesamtwert schmälern und damit eine Übernahme für Beteiligungsgesellschaften attraktiver machen.



Yahoo kommt schon seit Jahren nicht zur Ruhe. Erst wollte Microsoft den Konzern kaufen. Nach Widerstand des Verwaltungsrates gab der Windows-Riese den Plan jedoch auf und vereinbarte später lediglich eine enge Partnerschaft im Suchmaschinengeschäft.



Auch jetzt will sich Yahoo nicht einfach geschlagen geben. Der Konzern arbeitet bereits zusammen mit Goldman Sachs Chart zeigen an einer möglichen Abwehrstrategie, sagten mehrere Insider der Nachrichtenagentur Bloomberg.



yes/Reuters

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  • Donnerstag, 14.10.2010 – 09:52 Uhr
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