Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Höhere Abfindung: Ex-Siemens-Chef Löscher erhält bis zu 30 Millionen Euro

Peter Loescher (Archivbild): Aktienzusagen in zweistelliger Millionenhöhe Zur Großansicht
AFP

Peter Loescher (Archivbild): Aktienzusagen in zweistelliger Millionenhöhe

Der ehemalige Siemens-Chef Peter Löscher kann mit einer noch höheren Abfindung rechnen: Laut SPIEGEL-Informationen liegt die tatsächliche Summe bei bis zu 30 Millionen Euro - und ist damit fast doppelt so hoch wie bisher bekannt. Grund sind kulante Aktienzusagen des Konzerns.

Hamburg - Schon die erste bekannte Summe sorgte für Kritik, doch die tatsächliche Abfindung ist noch viel höher: Laut Informationen des SPIEGEL erhält der ehemalige Siemens-Chef Peter Löscher bis zu 30 Millionen Euro.

Löscher war im vergangenen Sommer vorzeitig aus dem Technologiekonzern ausgeschieden. Bereits auf der Hauptversammlung Ende Januar musste Aufsichtsratschef Gerhard Cromme heftige Kritik einstecken, weil er seinem einstigen Wunschkandidaten zum Abschied laut Geschäftsbericht gut 17 Millionen Euro Abfindung bewilligt hatte.

Dass die tatsächliche Summe noch deutlich höher ist, erklärt sich durch Aktienzusagen, die der Konzern Löscher eingeräumt hat - also Anrechte auf den Gratisbezug von Siemens-Anteilscheinen. Löscher hatte zum Zeitpunkt seines Abgangs insgesamt rund 132.000 derartige Aktienzusagen angesammelt, im Gesamtwert von knapp 13 Millionen Euro. Sie wären nach den geltenden Vergütungsrichtlinien eigentlich verfallen.

Bei Löscher und einem weiteren ausgeschiedenen Vorstandsmitglied blieben sie jedoch aus Kulanzgründen erhalten. Im Gegenzug sicherte er zu, bis Herbst 2015 bei keinem direkten Siemens-Wettbewerber anzuheuern. Gut ein Drittel der Bezugsscheine durfte der Ex-Konzernchef im vergangenen November schon einlösen.

Ob er ab 2015 auch die zweite und dritte Tranche in Anspruch nehmen kann, hängt vor allem vom Erfolg seines Nachfolgers Joe Kaeser ab. Der muss bestimmte Vorgaben bei Umsatz, Gewinn oder Rendite erreichen, damit Löscher die Aktien zugeteilt werden.

Nach zwei Gewinnwarnungen in Folge und einem Machtkampf hatte Löscher seinen Posten Ende Juli 2013 geräumt. Sein Vertrag wäre eigentlich noch bis 2017 gelaufen. Seither führt Kaeser Deutschlands größten Elektrokonzern.

In Zukunft will Siemens mit neuen Höchstgrenzen für die Vorstandsgehälter die Regeln zur guten Unternehmensführung ("Corporate Governance") umsetzen. Nach einer Beispielrechnung im Geschäftsbericht würde sich etwa für die Vergütung des neuen Konzernchefs Kaeser eine absolute Obergrenze von derzeit 9,5 Millionen Euro ergeben. Schon bisher gab es im Siemens-Vergütungssystem Begrenzungen, die aber die künftige Aktienkursentwicklung noch nicht einbezogen.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 60 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Moralisch-geistige Wende
donnerfalke 16.02.2014
Seit Kohl's moralisch-geistiger Wende sitzen nur noch raffgierige gewissenlose Manager als Unternehmenslenker. Es gibt keine sozialen oder moralischen Maßstäbe für sie, es gibt nur noch Geld, und zwar wagonweise. Eigentlich wäre es die Aufgabe des Staates diese Perversitäten zu stoppen, doch die Politiker haben den Staat zum Büttel der Wirtschaft gemacht.
2. Same procedure..
fatal.justice 16.02.2014
Lochen, abheften, vergessen. Funktionirt in Deutschland blendend.
3. Für was?
hubertrudnick1 16.02.2014
Zitat von sysopAFPDer ehemalige Siemens-Chef Peter Löscher kann mit einer noch höheren Abfindung rechnen: Laut SPIEGEL-Informationen liegt die tatsächliche Summe bei bis zu 30 Millionen Euro - und ist damit fast doppelt so hoch wie bisher bekannt. Grund sind kulante Aktienzusagen des Konzern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/abfindung-ex-siemens-chef-loescher-bekommt-30-millionen-euro-a-953791.html
Für was erhält dieser Mann so viel Geld, weil man ihm loswerden möchte und weil er eine schlechte Arbeit gemacht hatte, oder warum? Die ganze Zeit hat man nur über ihm Klagen gehört und dann das, wie kann so etwas angehen, ist das nicht mutwillig Verschwendung von Unternehmensgeldern, wer sollte nun dafür vor dem Staatsanwalt erscheinen?
4. Toll....
klammerkarlheinz 16.02.2014
wofür hat der das verdient???? Arbeitsplatzvernichtungsprämie?????
5. Hemmungslose Gier
patme 16.02.2014
Nicht nur auf dem Bankensektor gibt es keine Grenzen, nein auch die Wirtschaft wird zum Selbsbedienungsladen. Ein typischer Fall für unsere mittlerweile grenzwertige Gesellschaft.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: