Haftbeschwerde verworfen Audi-Chef Stadler bleibt im Gefängnis

Seit acht Wochen sitzt Rupert Stadler in Untersuchungshaft - und wird dies noch länger tun. Das Landgericht München hat eine Haftbeschwerde des beurlaubten Audi-Chefs verworfen: Es bestehe weiter Verdunkelungsgefahr.

Rupert Stadler (Archiv)
DPA

Rupert Stadler (Archiv)


Doppelte Niederlage für Rupert Stadler: Das Landgericht München hat die Beschwerde des Audi-Chefs gegen den Haftbefehl verworfen und es auch abgelehnt, den Haftbefehl außer Vollzug zu setzen, teilte eine Justizsprecherin mit. Damit bleibt Stadler in Untersuchungshaft. Er sei weiterhin dringend verdächtig, den Verkauf von Autos mit manipulierten Dieselmotoren zugelassen zu haben, obwohl er von den Manipulationen gewusst oder bewusst die Augen davor verschlossen habe. Der Haftgrund der Verdunkelungsgefahr bestehe fort, teilte die Justizsprecherin weiter mit.

Stadler war vor acht Wochen in Ingolstadt festgenommen worden und sitzt seither in Augsburg in Untersuchungshaft. Die Aufsichtsräte von VW und Audi hatten ihn Mitte Juni von seinen Aufgaben als VW-Vorstand und Audi-Chef entbunden, "bis der Sachverhalt geklärt ist, der zu seiner Verhaftung geführt hat". Seither leitet Audi-Vertriebsvorstand Bram Schot das Unternehmen als kommissarischer Vorstandschef.

Der Audi-Chef soll nach Aufdeckung der Abgasbetrügereien 2015 in den USA in Europa weiter Autos mit illegaler Software verkauft haben. Bei einem abgehörten Telefonat soll er erwogen haben, einen Zeugen zu beeinflussen. Nach SPIEGEL-Informationen drohen ihm und rund einem weiteren Dutzend Mitarbeitern des Konzerns Anklagen.

fdi/dpa

insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
meister_proper 13.08.2018
1. Gut so!
Man glaubt ja kaum noch daran, dass die Mächtigen mal zur Verantwortung gezogen werden. Herr Stadler hat wohl auch nicht daran geglaubt und während der laufenden Untersuchungen versucht diese zu beeinflussen. Da ist das konsequente Vorgehen absolut gerechtfertigt.
saftschubse 13.08.2018
2. Er soll ruhig im Gefängnis bleiben
Er gehört ja zu den eifrigsten Vertuschern und versucht noch Kritiker aus der Firma mundtot zu machen. Wird Zeit dass endlich mal die wirklich Verantwortlichen an den Pranger kommen, es handelt sich schließlich nicht um "Schummelei" wie immer behauptet wird sondern um knallharten, vorsätzlichen Betrug
blabla55 13.08.2018
3.
Zitat von meister_properMan glaubt ja kaum noch daran, dass die Mächtigen mal zur Verantwortung gezogen werden. Herr Stadler hat wohl auch nicht daran geglaubt und während der laufenden Untersuchungen versucht diese zu beeinflussen. Da ist das konsequente Vorgehen absolut gerechtfertigt.
Der Lauf des Verfahrens steht in der Strafprozeßordnung.
pr8kerl 13.08.2018
4. Wie stur und unklug war Stadler...
Stadler und seine Vorstandskollegen müssen sich wie Gott gefühlt haben, als erkennbar wurde, dass das CSU-geführte Verkehrsministerium nichts gegen den Massenbetrug unternehmen würde. Doch die Justiz und die Kunden werden die Audi-Bosse kleinlaut machen. Es dauert nur. Mein Betrugsdiesel war mein dritter Audi. Geschätzt hat Audi an mir 15.000 Euro verdient, wenn ich die Kaufpreise der drei Autos (90.000 Euro) addiere. Nie im Leben werde ich wieder einen Audi oder einen VW kaufen und habe mich der Sammelklage angeschlossen. Ein guter Kunde ist verloren und damit künftiger Umsatz. Ein neuer Motor oder eine Hardware-Lösung wären für Audi deutlich günstiger gewesen. Jetzt muss das Unternehmen wohl mein Auto zurücknehmen. Wie stur und unklug waren doch Stadler und seine Kollegen, nur auf Juristen zu hören, die das Drama nicht abwenden können. Hätte Stadler auf seine Marketingleute gehört, hätte sich das Unternehmen entschuldigt, wären Tausende Kunden bei der Stange geblieben.
meister_proper 13.08.2018
5. Will ich doch meinen...
Zitat von blabla55Der Lauf des Verfahrens steht in der Strafprozeßordnung.
Aber was wollen Sie uns damit sagen?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.