In Dieselaffäre belastet Audi-Chef Stadler soll Aufklärung behindert haben

Geschönte Präsentation: Audi-Chef Rupert Stadler soll laut einem Medienbericht Mitarbeiter angewiesen haben, Abgasmanipulationen gegenüber den US-Behörden zu verheimlichen.

VW-Chef Matthias Müller (l), und Audi-Chef Rupert Stadler
DPA

VW-Chef Matthias Müller (l), und Audi-Chef Rupert Stadler


In der Abgasaffäre gibt es erstmals konkrete Vorwürfe gegen Audi-Chef Rupert Stadler. Er soll persönlich angeordnet haben, dass den US-Umweltbehörden EPA und CARB bei einer Besprechung im November 2015 Manipulationen im Umgang mit dem Abgasreiniger Adblue verschwiegen wurden. Das berichten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR.

Nach Informationen des SPIEGEL wollte Audi ursprünglich den US-Umweltbehörden eine zehnseitige Präsentation vorlegen, aus der hervorging, das Audi in den USA den Verbrauch von AdBlue deckelte. Den Angaben damaliger Audi-Angestellten zufolge sollen Stadler und weitere Audi-Manager angeordnet haben die Präsentation stark zu kürzen. In der Fassung sei verschwiegen worden, dass Audi eine spezielle Technik entwickelt hatte, um den Kunden ein häufiges Nachfüllen von Adblue zu ersparen. Der Trick verstieß gegen US-Gesetze.

Gegen Stadler laufen bislang keine strafrechtlichen Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft München II, die in Deutschland für Audi zuständig ist. Auf Anfrage bei Audi und VW zu diesen Vorwürfen antwortete VW, eine von der US-Regierung veröffentlichte "Sachverhaltsdarstellung", welche die Faktenlage wiedergibt, enthalte "keine Hinweise auf Verfehlungen ehemaliger oder aktiver Vorstandsmitglieder". Wegen laufender Verfahren wollte sich VW ansonsten nicht weiter äußern.

hej



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