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Abgasaffäre: VW-Aktie bricht stark ein

VW-Werk in Wolfsburg: Aktie bricht massiv ein Zur Großansicht
DPA

VW-Werk in Wolfsburg: Aktie bricht massiv ein

Der neue Ärger um unstimmige Abgaswerte bei Volkswagen schlägt sich deutlich an der Börse nieder: Zu Handelsbeginn stürzte die VW-Aktie um mehr als elf Prozent ab. Die VW-Konzerntochter Porsche hat zudem den Verkauf eingeschränkt.

Nach Bekanntwerden neuer Unregelmäßigkeiten bei Volkswagen ist die Aktie am Mittwoch stark eingebrochen. Das Wertpapier sank an der Frankfurter Börse zum Handelsstart zwischenzeitlich um mehr als elf Prozent und fiel damit wieder unter die 100-Euro-Marke. Auch die Papiere der Rivalen BMW und Daimler sowie des Zulieferers Continental verloren deutlich. Der deutsche Leitindex Dax verpasste dadurch den Sprung über die Marke von 11.000 Punkten.

VW hatte am Dienstagabend eingeräumt, dass auch die CO2-Werte bei rund 800.000 Fahrzeugen höher liegen als angegeben. Bei etlichen Motoren seien Unregelmäßigkeiten im Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) und damit auch beim Spritverbrauch festgestellt worden. Auch ein Benzinmotor mit Zylinderabschaltung sei betroffen. Allerdings handele es sich dabei um eine geringe Stückzahl, sagte ein VW-Sprecher. Wie deutlich der gemessene CO2-Ausstoß über den angegebenen Werten liegt, blieb zunächst aber unklar.

Die neuen "Unregelmäßigkeiten" erfordern laut VW im Gegensatz zu den Abgasmanipulationen keine Umrüstungen der Fahrzeuge, es müssen aber höhere Werte angegeben werden. In dem Zusammenhang könnten sich Kunden Kosten erstatten lassen. Der Konzernvorstand wird demnach "unverzüglich" mit den zuständigen Zulassungsbehörden über die Konsequenzen beraten. Dies soll "zu einer verlässlichen Bewertung der rechtlichen und in der Folge wirtschaftlichen Konsequenzen des bislang nicht vollständig aufgeklärten Sachverhalts führen", hieß es in einer Konzernmitteilung.

Porsche stoppt US-Verkauf des Diesel-Cayenne

Bereits am Dienstag war die VW-Aktie deutlich abgesackt, nachdem die US-Umweltbehörde EPA Europas größtem Autobauer vorgeworfen hatte, auch bei Dieselautos mit Drei-Liter-Motoren eine Manipulationssoftware eingesetzt zu haben. Der Konzern wies dies zurück und erklärte, man habe kein Programm installiert, "um die Abgaswerte in unzulässiger Weise zu verändern".

Wegen der neuen Vorwürfe in der Abgasaffäre hat die VW-Tochter Porsche den Verkauf des Geländewagens Cayenne mit Dieselmotor in den USA gestoppt. Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte ein Unternehmenssprecher in Stuttgart. Wie die Konzernmutter VW hat Porsche die kürzlich von der US-Umweltbehörde EPA genannten Manipulationen auch größerer Diesel-Aggregate bislang nicht eingeräumt. Der Sprecher wies darauf hin, dass man die Vorwürfe noch prüfe und mit der EPA kooperiere.

Seit Kurzem ermittelt die US-Behörde auch gegen den Stuttgarter Sport- und Geländewagenbauer, der bislang von der Abgasaffäre nicht direkt betroffen war. Die Untersuchung hatte sich zunächst auf kleinere Motoren bezogen, die Porsche gar nicht nutzt. Inzwischen hat die EPA aber auch größere Antriebe im Visier. Porsche hat seit dem Jahresbeginn in den USA gut 12.000 Cayennes ausgeliefert, rund 3000 davon hatten einen Dieselmotor.

mxw/AFP/dpa

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insgesamt 167 Beiträge
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1. Richtig so!
SteveG 04.11.2015
Meinetwegen kann dieser kriminelle Verein komplett pleite gehen!
2. Belegschaft muss verzichten.
frank_w._abagnale 04.11.2015
So langsam geht es für VW um die Wurst und die Existenz. Jetzt muss endlich auch die mehr als üppig entlohnte Belegschaft zu finanziellen Einbußen bereit sein, damit sich der Aktienkurs wieder erholt.
3. Nun,
Banause_1971 04.11.2015
zumindest muss VW beim CO2 in den USA keine Klagen bezüglich Umweltschädigung befürchten, denn die USA haben ja durch Studien belegt, dass der Ausstoß von Co2 keine Auswirkung auf das Klima hat (wohl auch zum Schutz der eigenen Spritfresser).
4. Nicht nur VW
Schulterklopfer 04.11.2015
was soll diese Meldung. Aktuell 09:30 VW -2,48 Daimler -2,9 BMW -2,85
5. Erst der Anfang
windpillow 04.11.2015
Mal gespannt, was bei den VW-Billig-Töchtern wie z.B. Skoda noch alles ans Tageslicht kommt.
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