Abgasmanipulation in den USA Fiat Chrysler kommt wohl mit glimpflicher Strafe davon

Der Autobauer Fiat Chrysler steht offenbar vor der Beilegung des Dieselstreits mit den US-Behörden. Die Strafe liegt deutlich niedriger als im Falle des Rivalen Volkswagen.

Fiat-Chrysler-Fahrzeug der Marke Jeep (Archiv)
AFP

Fiat-Chrysler-Fahrzeug der Marke Jeep (Archiv)


Fiat Chrysler steht kurz vor der Beilegung des Dieselstreits mit den USA. Der italienisch-amerikanische Autobauer müsse dafür allerdings mehrere Hundert Millionen Dollar auf den Tisch legen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Zuvor hatte bereits die Nachrichtenagentur AP berichtet, dass der Konzern insgesamt etwas mehr als 660 Millionen Dollar auf den Tisch legen muss - zirka 280 Millionen Dollar davon sollen als Entschädigung an die Käufer von Fiat-Chrysler-Dieselfahrzeugen gehen.

Verglichen mit den Kosten für VW wäre das eine verhältnismäßig moderate Strafe: Volkswagen musste bislang allein in den USA mehr als zwanzig Milliarden Dollar Strafen und Schadensersatz zahlen.

Die Vereinigten Staaten werfen Fiat Chrysler vor, Abgasgrenzwerte bei rund 104.000 Dieselfahrzeugen der Modelle Jeep Cherokee und Ram 1500 mit einer speziellen Software umgangen zu haben. Das Unternehmen hatte immer wieder betont, dass es kein absichtliches Fehlverhalten gegeben hat. Der Vergleich soll offenbar kein Schuldeingeständnis enthalten. Finanziell hat sich der Autobauer allerdings bereits auf hohe Zahlungen für das Ende des Abgasstreits mit den USA eingestellt - die Rückstellungen belaufen sich auf etwas mehr als 800 Millionen Dollar.

Die Informationen der beiden Nachrichtenagenturen wollten weder Vertreter der Regierung noch des Konzerns kommentieren.



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