Abgasskandal Audi beichtet Einbau von Manipulationssoftware

Die US-Behörden haben Audi unter Druck gesetzt - offenbar aus gutem Grund: Jetzt gibt die Volkswagen-Tochter Manipulationen bei der Software von Drei-Liter-Dieselfahrzeugen zu.

Audi-Logo an einer Fassade in Frankfurt: Nachrüstung soll "einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag kosten"
DPA

Audi-Logo an einer Fassade in Frankfurt: Nachrüstung soll "einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag kosten"


Die Volkswagen-Tochter Audi hat im Abgasskandal der Konzernmutter die Installation einer Software zugegeben, die in den USA als illegales Manipulationsprogramm gilt.

Das Unternehmen teilte am Montagabend mit, den US-Behörden bei der Zulassung von Drei-Liter-Dieselautos insgesamt drei Softwareprogramme nicht offengelegt zu haben. Eines davon werde nach geltender US-Gesetzgebung als "Defeat Device", also "Abschalteinrichtung", betrachtet. Damit bezeichnen die US-Umweltbehörden EPA und CARB verbotene Programme zur Manipulation von Abgasmesswerten bei Emissionstests.

Die US-Umweltbehörde EPA hatte ihre Vorwürfe gegen die Volkswagen-Tochter Audi am Wochenende noch einmal bekräftigt: Auch Drei-Liter-Dieselmotoren seien mit einer Software ausgestattet, welche die Abgasreinigung hochfährt, wenn sie eine Testsituation erkennt - ein Verstoß gegen amerikanisches Gesetz.

Vor zwei Wochen hatte das Unternehmen dies noch energisch zurückgewiesen. Nach den neuerlichen Vorwürfen wollte die VW-Tochter dies zunächst nicht kommentieren. Diese Hinhaltetaktik allerdings machte den Konzern verdächtig.

Nun hat der Konzern den US-Behörden zugesichert, "transparent und umfassend zu kooperieren". Zudem hat sich Audi laut eigener Angabe mit der EPA darauf verständigt, den beanstandeten Motor nachzubessern. Audi werde "Parameter in der in den V6 TDI 3,0 Dieselmotoren installierten Software überarbeiten, detailliert dokumentieren und in den USA neu zur Genehmigung vorlegen", teilte das Unternehmen am Montagabend in Ingolstadt mit. Die aktualisierte Software werde aufgespielt, sobald sie von den Behörden freigegeben werde, hieß es in der Konzernmitteilung. Audi schätzt demnach den finanziellen Aufwand auf "einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag".

Der V6 TDI 3,0 Dieselmotor wurde nach Unternehmensangaben ab dem Modelljahr 2009 in den Audi-US-Modellen A6, A7, A8, Q5 und Q7 eingebaut. Volkswagen setze das Aggregat zudem in den Modellen Touareg und Porsche seit dem Modelljahr 2013 im Cayenne ein. Die EPA hatte die Volkswagen-Gruppe Anfang November beschuldigt, mit der beanstandeten Software bei Drei-Liter-Dieselmotoren gegen das US-Gesetz zur Luftreinhaltung verstoßen zu haben.

sun/dpa/AFP

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insgesamt 161 Beiträge
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vegeta73 23.11.2015
1. peinlich peinlich
das deutsche Trauerspiel
Stäffelesrutscher 23.11.2015
2.
Vorsprung durch Tricktechnik ...
YlfaNiki 23.11.2015
3.
"Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht." Ob VW jemand auf dem US-Markt wieder Füße fassen kann? Ich bezweifle es... Und die Marke TDI ist wohl auch dauerhaft beschädigt, schließlich sind alle Massenmotoren jetzt betroffen (1.2,1.6,2.0,3.0), der Rest (4.2,?) sind eh nur Splittermotoren - vielleicht war die PD-Lösung doch das Wahre.
Marcel 23.11.2015
4. das Fell über die Ohren ziehen
EPA und CARB machen genau das Richtige - sie gehen gegen Verstöße gegen das Gesetz vor. Bitte die Strafen so hoch, daß sich ehrliche Arbeit klar lohnt! In Deutschland wird das nicht passieren, schließlich ist die Automobilindustrie so wichtig... daß sie ungestraft gegen Gesetze verstoßen darf.
überallzuhause 23.11.2015
5. Bei jedem Giganten liegt eine
Absolut bei jedem großen Konzern würden sich solche "Verbrechen" ausfindig machen lassen: bei VW manipulierte Abgase. Bei Toyota fragt man sich, wieso eigentlich jeder zweite Pick-Up, den ein Terrorist des IS fährt ein Toyota ist - Zufall....oder Strategie? Bei amerikanischen Konzernen gibt es Gerüchte, dass sie absichtlich ihre Autos nicht sicherer machen, weil der großangelegte Umbau teurer ist als die Entschädigung für die Opfer und und und. Dann müsst ihr schon ABSOLUT ALLE an den Pranger stellen. Seltsamerweise treffen die US-Behörden nur die deutschen Weltmarktführer...so ein Zufall aber! :/
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