Abgasskandal Bosch muss sich US-Sammelklage stellen

Autozulieferer Bosch wird den Skandal um manipulierte Abgaswerte nicht los: Ein US-Gericht hat eine Klageabweisung des Konzerns in allen Punkten abgelehnt. Nun drohen weitere Vergleichszahlungen.

Bosch-Logo in Reutlingen
REUTERS

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Der Autozulieferer Bosch muss sich einer US-Sammelklage von VW-Händlern wegen angeblicher Mitschuld im Abgasskandal stellen. Einen Antrag auf Klageabweisung wies der zuständige Richter Charles Breyer in einer Verfügung in allen Punkten ab. Die Klage sei begründet, die Argumente von Bosch überzeugten nicht, entschied das Gericht. Der Stuttgarter Firma wird Verschwörung zum Abgas-Betrug vorgeworfen. Bosch weist dies zurück.

Konkret geht es darum, dass Bosch Volkswagen Software lieferte, die in großem Stil zur Manipulation von Abgaswerten bei Dieselwagen genutzt wurde. Gestritten wird darum, ob und inwieweit der Zulieferer über den Betrug informiert und beteiligt war. Sollten die Anwälte hinter der Klage im Namen von rund 650 US-Autohändlern beweisen können, dass Bosch wissentlich mitgemacht hat, drohen hohe Strafen.

Mit anderen Sammelklägern in den USA hatte Bosch bereits einen Vergleich über 327,5 Millionen Dollar geschlossen. VW hatte die Klage der US-Händler schon mit Entschädigungszahlungen von über 1,6 Milliarden Dollar beigelegt. Insgesamt haben die Wolfsburger für Vergleiche im Abgasskandal mehr als 25 Milliarden Euro an Rechtskosten verbucht.

bam/dpa



insgesamt 17 Beiträge
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HEK001 30.10.2017
1. Die USA und die juristische Abzocke
Wer sich auf Geschäfte in den USA einlässt, der weiß, dass jeglicher Rechtsverstoß teuer werden kann - SEHR teuer. Wer dennoch so plump gegen Vorschriften verstößt wie der Volkswagen-Konzern, sein Zulieferer Bosch, und womöglich noch andere Beteiligte, der ist selbst Schuld. Profitgier oder vermeintlicher Profitzwang um jeden Preis, das ist der Fluch unseres Turbo-Kapitalismus. Und den Preis müssen sie zahlen - schon wegen des Lerneffekts.
yannik1234 31.10.2017
2. Die Amis
Die Amerikaner klagen echt gegen alles . Dies und das und RedBull verleiht keine Flügel ! Aber ihre eigenen Firmen die werden verschont
pegasus2012 31.10.2017
3. Staatlicher Raub nach US-Art
Nach dieser Logik müsste sich jeder Waffenhersteller Schadenersatzansprüchen stellen, sobald mit einer Waffe aus eigenem Hause irgendwo ein Verbrechen verübt wird.
SirWolfALot 31.10.2017
4.
Für mich ist es immer noch nicht logisch, dass ein Zulieferer dafür belangt werden soll, der das möglich gemacht hat?! Schlussendlich ist doch der Schuld, der dann damit manipuliert? Es sieht für mich einfach nur noch nach Schwächung der Wirtschaft aus um die eigene US Wirtschaft damit besser dastehen zu lassen
kratzdistel 31.10.2017
5. das hätte bosch wissen müssen
nach dem produkthaftungsrecht der USA können neben dem Hersteller weitere an der lieferkette beteiligte unternehmen in Anspruch genommen werden.es steht den geschädigten frei, wen sie in haftung nehmen.da die zugesicherten abgaswerte durch Manipulation nicht eingehalten worden sind, kann sich aus warranty eine anspruchsgrundlage für die Haftung ergeben. wurde der gewährleistungsanspruch vorsätzlich verletzt, kann es noch schlimmer mit einer zusätzlichen zivilrechtlichen strafe neben dem haftungsanspruch kommen. darüber befindet grundsätzlich eine Jury von laien. für bewusste schummeleien werden die sicherlich kein Verständnis haben.die Einführung des us.produkthaftungsrecht über das freihandelsabkommen tttip hätte hier die Durchsetzung der verbraucherrechte erheblich verbilligt, vereinfacht und gestärkt.
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