Abgasskandal Richter prüfen Verdacht gegen Renault

Hat auch der französische Autobauer Renault Abgaswerte manipuliert? Diesem Vorwurf gehen nun drei Untersuchungsrichter in Paris nach. Die Aktie des teilstaatlichen Konzerns verliert an Wert.

Renault Captur
Jürgen Pander

Renault Captur


Die französische Justiz hat ihre Ermittlungen gegen den Autobauer Renault Chart zeigen wegen möglicher Abgasmanipulationen ausgeweitet. Die Pariser Staatsanwaltschaft übertrug die Ermittlungen zu Dieselmotoren an drei Untersuchungsrichter, wie die Behörde mitteilte.

Der Vorwurf lautet auf Betrug mit Folgen für die menschliche Gesundheit. Die Renault -Aktie Chart zeigen verlor an der Pariser Börse zeitweise vier Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit rund einem Monat, ehe sie sich wieder etwas erholte.

Im Zuge des Dieselskandals bei Volkswagen hatte eine Expertenkommission in Frankreich Abgastests an zahlreichen Autos vorgenommen. Bei vielen Fahrzeugen wurde eine deutliche Überschreitung der zulässigen Grenzwerte festgestellt, unter anderem bei Renault. Eine nachfolgende Razzia bei Renault hatte binnen kurzer Zeit mehr als fünf Milliarden Euro an Börsenwert des Konzerns vernichtet.

Renault hatte stets beteuert, sich an französisches und europäisches Recht zu halten. Der Autobauer weist den Vorwurf zurück, Schummelsoftware eingesetzt zu haben. Der französische Staat hält 20 Prozent an Renault.

Am Donnerstag hatte die US-Umweltbehörde EPA dem italienisch-amerikanischen Autobauer Fiat Chrysler Chart zeigen vorgeworfen, ähnlich wie Volkswagen Chart zeigen bei Dieselfahrzeugen massiv gegen das Luftreinhaltegesetz verstoßen zu haben. Demnach soll Fiat Chrysler möglicherweise illegal eine Software zur Manipulation von Schadstoffemissionen eingesetzt haben. Das Unternehmen weist dies ebenfalls zurück.

msc/Reuters/AFP

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insgesamt 6 Beiträge
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neuss66 13.01.2017
1. Nervig!
Im Grunde nervt das doch nur dieses -Jetzt steht auch XYZ im Verdacht Abgaswerte manipuliert zu haben- Denn es ist vermutlich viel einfacher zu beantworten wer die Abgaswerte nicht manipulier that. - Vermutlich keiner. Denn alle mussten sich ja dem Wettbewerbsdruck beugen.
matimax 13.01.2017
2. Wärst du doch in Europa geblieben, schöner VW-TDI - Alles hat er falsch gemacht und ganz Texas lacht.
Ich vermute, Renault drohte nur dann echte Gefahr, wenn die Firma auch in den USA Dieselfahrzeuge verkaufen würde. Aber bis auf den - mittlerweile geglückten? - Versuch mit dem Elektro-Stadtwagen Twizy, haben sich die Franzosen kluger- oder zufälligerweise aus dem Herrschaftsbereich der US-Justizministerin Loretta Lynch ferngehalten. In Europa haben im Falle von nachgewiesenen Abgasmanipulationen Renault oder Fiat keine schwerwiegenden negativen, sprich teuren Sanktionen zu fürchten. Schließlich haben alle die gleichen Interessen: Arbeitsplätze in der Automobilindustrie. So dürfen sich der US-Finanzminister über einen schönen Batzen Euros freuen und die Deutschen über fehlende Steuereinnahmen grämen. Skrupellose Respektlosigkeit und grenzenlose Dummheit (von VW) wird offensichtlich n ur in den USA richtig hart bestraft. Wärst du doch in Europa geblieben, schöner TDI. Das wär' besser für mich und für dich und für Düsseldorf am Rhein!!
Fritz.A.Brause 13.01.2017
3. Hier erhalten jetzt alle, die...
...sich vergangene Woche gefragt haben, wie denn ein PKW einen höheren NOx Ausstoss haben kann, als ein LKW, ihre Antwort: Renault befeuert z.B. den Espace mit einem 1.6 Liter 160PS Diesel. 100PS pro Liter. Als BMW das mit einem Otto-Sauger 1992 zum Ersten mal in Grosserie geschafft hat, war das eine grosse Sache. Niemand hätte erwartet, dass ein Diesel mal eine solche Literleistung haben würde. Was ist der Preis dafür? Sensationell hohes NOx Volumen im Rohabgas. Wenn Renault es bei einem sochen Motor dann mit der Nachbehandlung locker nimmt, dann kommt auch sensationell viel NOx aus dem Auspuff. Und warum der ganze Zirkus? Weil der NEFZ eben kleinvolumige Motoren mit infernalischer Aufladung begünstigt. Ein Irrweg, zumal diese Komplikationen unter den Motorhauben gewiss nicht lange leben.
vipclip 14.01.2017
4. und der Nächste bitte
langsam wird klar das wohl alle Drecksabgas-Autohersteller manipulieren anstatt lieber das dafür ausgegebene Geld in saubere Elektroautos zu investieren.
gerd0210 14.01.2017
5.
Zitat von Fritz.A.Brause...sich vergangene Woche gefragt haben, wie denn ein PKW einen höheren NOx Ausstoss haben kann, als ein LKW, ihre Antwort: Renault befeuert z.B. den Espace mit einem 1.6 Liter 160PS Diesel. 100PS pro Liter. Als BMW das mit einem Otto-Sauger 1992 zum Ersten mal in Grosserie geschafft hat, war das eine grosse Sache. Niemand hätte erwartet, dass ein Diesel mal eine solche Literleistung haben würde. Was ist der Preis dafür? Sensationell hohes NOx Volumen im Rohabgas. Wenn Renault es bei einem sochen Motor dann mit der Nachbehandlung locker nimmt, dann kommt auch sensationell viel NOx aus dem Auspuff. Und warum der ganze Zirkus? Weil der NEFZ eben kleinvolumige Motoren mit infernalischer Aufladung begünstigt. Ein Irrweg, zumal diese Komplikationen unter den Motorhauben gewiss nicht lange leben.
Mit 100 PS pro Liter hält der Motor 100.000 km, Mit 40 PS pro Liter sind es dann 500.000 km. Gewöhnlich werden beide, wohlgemerkt beide Fahrzeuge nach 6 - 8 Jahren weggeworfen.
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