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Dieselskandal: Volkswagen kürzt Investitionen um eine Milliarde Euro

Aus Sorge um die Folgen des Abgasskandals steckt Volkswagen deutlich weniger Geld in die Zukunft. Die Investitionen werden um eine Milliarde Euro pro Jahr reduziert. Die Luxuslimousine Phaeton soll es künftig nur noch mit Elektromotor geben.

Phaeton-Produktion in Dresden: "Wir werden effizienter" Zur Großansicht
VW

Phaeton-Produktion in Dresden: "Wir werden effizienter"

VW legt noch mehr Geld für mögliche Folgen des Abgasskandals zurück. Die Investitionen für die Marke Volkswagen würden um jährlich eine Milliarde Euro zusammengestrichen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Wolfsburg mit.

Volkswagen Chart zeigen hatte in einem ersten Schritt im dritten Quartal bereits 6,5 Milliarden Euro für die Folgen des Abgasskandals zurückgestellt - darin sind die erwarteten Kosten für die Nachbesserung der betroffenen Fahrzeuge enthalten.

Zudem hatte der neue Konzernchef Matthias Müller bereits angekündigt, dass ein noch vom Vorgänger Martin Winterkorn angestoßenes "Effizienzprogramm" verschärft werde. Damit wollte VW ursprünglich spätestens von 2018 an rund fünf Milliarden Euro jährlich sparen.

"Die Marke Volkswagen stellt sich für die Zukunft neu auf", sagte der Vorstandsvorsitzende der Marke Volkswagen, Herbert Diess. "Wir werden effizienter, richten die Produktpalette und Kerntechnologien neu aus und schaffen uns mit dem beschleunigten Effizienzprogramm den Spielraum für zukunftsweisende Technologien."

Zudem soll die Diesel-Strategie von VW neu ausgerichtet werden. In Dieselmodellen in Europa und Nordamerika sollen künftig nur noch die "umwelttechnisch besten Abgassysteme" zum Einsatz kommen, kündigte das Unternehmen an. Der Umstieg sei zum "frühestmöglichen Zeitpunkt" beschlossen worden.

Phaeton künftig nur noch elektrisch

Änderungen gibt es auch bei der Limousine Phaeton. Sie soll künftig nur noch mit einem Elektromotor angetrieben werden. Zwischenzeitlich war auch über ein Aus für das Luxusauto spekuliert worden, das zu den Lieblingsprojekten des kurz vor Winterkorn zurückgetretenen Ex-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch gehörte.

Volkswagen arbeitet derzeit den größten Skandal in seiner Unternehmensgeschichte auf. VW hatte in den USA Abgaswerte von Dieselfahrzeugen durch eine Software manipuliert, die bei Tests zu einem niedrigeren Schadstoffausstoß als im Normalbetrieb führte.

dab/dpa/Reuters/AFP

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insgesamt 51 Beiträge
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1. Welcher Chef kauft denn einen Elektro-Luxuswagen
der_c 13.10.2015
Es geht in der Luxusklasse um A8, 7er BWM und S-Klasse doch nicht darum sauber zu sein. Es geht darum lang und komfortabel reisen zu können. Das Eine hohe Reichweite ist derzeit mit Elektroantrieb nicht zu bewerkstelligen. Ebenso dürfte kaum ein Chef eine Schnelladestation bei der Firma, am eigenen Haus oder bei Kunden haben. Ergo: VW geht es noch zu gut, so dass sie den defizitären Protz-Wagen doch noch nicht sterben lassen. Dann lieber an Entwicklungen für spritsparende Motoren sparen, die auch wirklich wer kauft.
2.
Dirk-16 13.10.2015
"Änderungen gibt es auch bei der Limousine Phaeton. Sie soll künftig nur noch mit einem Elektromotor angetrieben werden. " Na, DASS nenn ich doch mal einen echten Fortschritt bei der Sache! Sollte da tatsächlich jemand das Läuten der Verbrenner-Totenglocken vernommen haben??
3. Tja, auch kriminelle Firmen
kasam 13.10.2015
müssen sparen---Harte Zeiten--
4. lachhafte Summe
mike75070mike 13.10.2015
wenn der Bud-Brauer fast 100 Mrd.für einen Aufkauf ausgeben kann dann mutet die Kürzung von 1 in Worten eine Mrd. bei VW wie ein Fliegenschiss an...ein anderer Vergleich: die BRD hat Griechenland mit knapp 100 Mrd. mal eben ausgeholfen. Also das sind Beträge die man getrost als "Peanuts" bezeichnen kann!
5. VW wird nicht überleben
advocatus diaboĺi 13.10.2015
die amerikanischen Behörden und Heere von Anwälten werden für Milliardenstrafen und Schadensersatzzahlungen sorgen, ein neues Businessmodel ist geboren, warum noch selbst produzieren? Zu schön ist es, die Chance zu nutzen, ungeliebte Konkurrenz und das Symbol für deutschen/europäischen Erfolg zu schädigen, wenn nicht zu zerstören. Andere Länder werden folgen. 80% eines Fahrzeugs stammt von Zulieferern, auch hier sind Hundertausende Arbeitsplätze bedroht: und die Regierung, die Mainstream-Medien, die Gutmenschen?: Ach was, Autoindustrie, VW gehören nicht in ein modernes, auf Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit ausgelegten Wirtschaftssystem, Individualverkehr ist megaout. Und wenn schon Autos, dann japanische koreanische und bald chinesische. Und die Arbeitsplätze, was soll das Gejammer, die Autowerker von VW und den Zulieferern können ja umschulen, Windräder antreiben oder noch besser als Integrationsberater arbeiten.
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