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22. Juni 2017, 18:34 Uhr

Abgasskandal

USA schreiben VW-Manager weltweit zur Fahndung aus

In der Abgasaffäre setzt die US-Justiz ihren harten Kurs gegen frühere VW-Manager fort. Fünf von ihnen wurden nun einem Bericht zufolge zur weltweiten Fahndung ausgeschrieben, ein sechster sitzt bereits in Haft.

Die US-Justiz hat fünf Ex-Manager des Volkswagen-Konzerns weltweit zur Fahnung ausgeschrieben. Das berichten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR. Ziel der Behörden sei es, die fünf Angeklagten hinter Gitter zu bringen. Unter ihnen befänden sich auch zwei Vertraute des früheren VW-Chefs Martin Winterkorn. Den Managern werde Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen US-Umweltvorschriften vorgeworfen.

Das US-Justizministerium hatte bereits im Januar Betrugsvorwürfe gegen sechs frühere VW-Mitarbeiter erhoben. Einer von ihnen, der Ex-Manager Oliver Schmidt, wurde bereits im Florida-Urlaub festgenommen. Ihm drohen nach Angaben des US-Justizministeriums bis zu 169 Jahre Haft. Vorstandsmitglieder sind nicht unter den Beschuldigten.

Dem Bericht zufolge wird nicht damit gerechnet, dass Deutschland die früheren VW-Mitarbeiter ausliefert. Allerdings könnten sie die Bundesrepublik de facto nicht mehr verlassen, da sie in einem anderen Staat womöglich festgenommen würden.

Der Abgasskandal hatte durch Ermittlungen von US-Behörden gegen Volkswagen seinen Anfang genommen. Im September 2015 gestand VW dann die Manipulation von Abgaswerten bei weltweit elf Millionen Dieselautos ein. Der Konzern sieht sich mit zahlreichen Klagen und milliardenschweren Schadensersatzforderungen konfrontiert.

Kürzlich war es auch zu Razzien bei der VW-Tochter Audi gekommen. Messungen des SPIEGEL ergaben zudem, dass auch der Abgasausstoß beim Porsche Cayenne manipuliert wurde. Porsche gehört ebenfalls zum VW-Konzern.

dab/haw/Reuters/AFP

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