Verstaatlichte Bank Börsengang von ABN Amro bringt Niederlanden Milliarden ein

Die Niederlande lindern die finanziellen Spätfolgen der Finanzkrise: Die 2008 verstaatlichte Bank ABN Amro geht an die Börse und soll Milliardenerlöse einbringen. Insgesamt war die Bankenrettung aber ein Verlustgeschäft.

Logo von ABN Amro (Archivbild): Milliardenverlust trotz Börsengang
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Logo von ABN Amro (Archivbild): Milliardenverlust trotz Börsengang


Der Börsengang der in der Finanzkrise verstaatlichten Großbank ABN Amro spült rund 3,3 Milliarden Euro in die niederländische Staatskasse. Die 188 Millionen Aktien kommen am heutigen Freitag zu einem Ausgabepreis von je 17,75 Euro an die Börse, wie die zweitgrößte Bank des Landes mitteilte.

Inklusive der sogenannten Mehrzuteilungsoption will der Staat knapp ein Viertel seiner Anteile abgeben. Der Ausgabepreis bewertet die Bank mit 16,7 Milliarden Euro.

Mit dem erzielten Preis bekommen die Niederlande etwas weniger Geld als zunächst gehofft. Die ursprüngliche Preisspanne lag bei 16 bis 20 Euro und wurde dem Vernehmen nach auf 17,50 bis 18 Euro eingeengt. ABN konzentriert sich inzwischen größtenteils auf den Heimatmarkt.

Die niederländische Regierung hatte im August 2013 bekannt gemacht, dass die vom Staat gerettete Bank an die Börse zurückkehren soll und diesen Plan im Frühjahr konkretisiert. Trotz der jetzt erwarteten Milliardeneinnahmen muss sich die Regierung in Den Haag insgesamt jedoch auf herbe Verluste einstellen: Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende 2008 hatte sie die Großbank für rund 16,8 Milliarden Euro gekauft und so vor dem Zusammenbruch gerettet. In den Folgejahren investierte der Staat weitere fünf Milliarden Euro in das Geldhaus.

mxw/dpa



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obruni.ningo 20.11.2015
1. Gewagte Aussagen
Warum ist laut Artikel bereits klar, dass hier ein Verlustgeschäft für den niederländischen Staat bevorsteht? Schließlich behält er 75% der Aktien und kann massiv von potentiellen Kurssteigerungen profitieren, insbesondere wenn er weitere Verkäufe als ganz normaler Marktteilnehmer in intelligenter Dosierung tätigt. Wie dann am Ende das Geschäft unter dem Strich ausgeht ist heute noch völlig offen.
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