Abrechnungsskandal Korruptionsverdacht gegen sechs BASF-Mitarbeiter

Korruptionsverdacht bei BASF: Sechs Mitarbeiter stehen unter Verdacht, Schmiergeld von einer Montagefirma erhalten zu haben. Der Schaden beläuft sich nach Konzernangaben auf über eine Million Euro.

Anlagen des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen: Handfester Abrechnungsskandal
ddp

Anlagen des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen: Handfester Abrechnungsskandal


Ludwigshafen - Beim Ludwigshafener Chemiekonzern BASF hat sich ein handfester Abrechnungsskandal entwickelt. Insgesamt sechs Mitarbeiter stehen mittlerweile unter Korruptionsverdacht, wie die "Rheinpfalz" in Ludwigshafen berichtet. Ein Konzernsprecher bestätigte das im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.

Die Mitarbeiter stehen unter dem Verdacht, bei Auftragsvergaben von einer Montagefirma aus Südhessen Schmiergeld angenommen zu haben. Die Firma hatte Leistungen doppelt abgerechnet. BASF habe gegen die Firma Anzeige erstattet, so der Sprecher. Nach Angaben des Konzerns soll der ermittelte Schaden bisher bei rund einer Million Euro liegen.

Nach Informationen der "Rheinpfalz" soll ein mittlerweile fristlos gekündigter Ingenieur mit weiteren Mitarbeitern ein Netzwerk zum Zweck der Korruption gebildet haben. Die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Kaiserslautern ermittelt den Angaben zufolge nicht nur bei BASF, sondern auch gegen vier Mitarbeiter des hessischen Unternehmens, darunter gegen den Geschäftsführer.

Nach Angaben der BASF hatte man seit dem Jahr 2000 mit der Montagefirma zusammengearbeitet. Allein im Jahr 2009 kamen Aufträge im Wert von 27 Millionen Euro zusammen. Zu Spitzenzeiten sollen bis zu 500 Mitarbeiter des hessischen Unternehmens bei BASF beschäftigt gewesen sein, und zwar nicht nur im Stammwerk in Ludwigshafen, sondern auch an den Standorten Schwarzheide in Brandenburg und im belgischen Antwerpen.

Die BASF hat in der Zwischenzeit alle Verträge mit dem hessischen Unternehmen fristlos gekündigt und will alle Aufträge der letzten Jahre prüfen.

fro/ddp

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