Flensburg - Opel verliert auf dem Heimatmarkt drastisch Käufer. Der Inlandsabsatz des angeschlagenen Autoherstellers ist im März eingebrochen. Opel verkaufte 12,3 Prozent weniger Neufahrzeuge, wie aus den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg hervorgeht. Der Abschwung bei der Rüsselsheimer Firma entspricht nicht dem Trend in der Branche, der Gesamtmarkt legte im März um 3,4 Prozent zu.
Die Krise bei Opel in Deutschland hat sich innerhalb weniger Wochen verschärft. Zwischen Januar und März sank der Absatz auf dem Heimatmarkt um 9,2 Prozent. Das trifft die Firma hart, denn die Verkäufe in Deutschland machen etwa ein Viertel des Opel-Gesamtabsatzes aus.
Schon das vergangene Jahr lief schlecht. Opel verkaufte insgesamt ein Fünftel weniger Autos als im Vorjahr und verbuchte einen Verlust von 523 Millionen Euro.
Betriebsrat will Aus für Opel-Werk Bochum verhindern
Die Krise bei der deutschen Tochter rief den US-Mutterkonzern General Motors auf den Plan. Es drohen Werksschließungen in Europa, um die Überkapazität zu verringern. Als gefährdet gelten die beiden Werke in Bochum und in Ellesmere Port in Großbritannien.
Eigentlich sind Werksschließungen und betriebliche Kündigungen per Tarifvertrag bis Ende 2014 ausgeschlossen. Eine Aufsichtsratssitzung Ende März hatte keine Klarheit über konkrete Sanierungsmaßnahmen bei Opel gebracht. Die Belegschaft in Bochum dringt auf eine Lösung der Krise. Am Wochenende gab es zwar eine Belegschaftsversammlung, es seien aber keine Lösungen vorgestellt worden, sagte der Betriebsratsvorsitzende des Werkes, Rainer Einenkel.
Die Betriebsräte wollen das Aus für das Bochumer Werk verhindern. "Wenn hier geschlossen wird, würde das die Marke Opel nicht überleben", sagte Einenkel. Der Betriebsrat fordert, dass GM Geld bereitstellt, um der Tochter neue Märkte zu erschließen. Durch Exporte über Europa hinaus könne Opel jährlich 150.000 Fahrzeuge mehr bauen, lautet das Argument.
Forschungsinstitut berichtet von drastischen Preisnachlässen
Vom Konkurrenzdruck unter den Autobauern profitieren laut einer Erhebung derzeit die Verbraucher. Laut dem Forschungsinstitut Car der Universität Duisburg-Essen bieten die Händler ungewöhnlich viele neue Autos mit direkten Preisnachlässen an.
Selbst für etablierte Modelle wie den VW Golf gebe es Rabattaktionen, berichtete Car. Demnach boten Internet-Vermittler Golf-Modelle im März im Durchschnitt mit 20,9 Prozent Rabatt an. Beim Opel Astra können Kunden per Online-Kauf sogar bis zu 28,4 Prozent Nachlass herausholen.
mmq/dapd/dpa
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