Absatzdelle: Daimler beendet dreijährige Erfolgsserie

Erstmals seit drei Jahren sind die Verkäufe von Daimler gesunken. In Westeuropa als wichtigstem Absatzmarkt gab es im Juli ein Minus von zehn Prozent. Selbst in China lieferte der Konzern weniger aus. Er begründet die schlechten Zahlen auch mit Modellwechseln.

Mercedes-Stern: Daimler bekommt die Absatzflaute zu spüren Zur Großansicht
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Mercedes-Stern: Daimler bekommt die Absatzflaute zu spüren

Stuttgart - Die Verbraucher in Europa halten sich beim Autokauf zurück - das bekommt nun auch Daimler zu spüren. Fast drei Jahre lang konnte der Autokonzern stets Wachstum verkünden, im Juli aber gingen die Auslieferungen deutlich zurück. Weltweit verkaufte Daimler 105.449 Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz, Smart, AMG und Maybach, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Das ist ein Minus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Besonders groß fiel der Rückgang in Deutschland aus. Auf dem Heimatmarkt verzeichnete Daimler im Juli ein Minus von 11,3 Prozent und verkaufte nur noch 20.487 Neuwagen. Ähnlich negativ liefen die Geschäfte in ganz Westeuropa, Daimlers wichtigstem Absatzmarkt. Die Verkäufe brachen um 10,2 Prozent ein. Nicht einmal auf dem Wachstumsmarkt China schaffte der Konzern ein Plus. Dort gingen die Verkäufe um 0,8 Prozent auf 14.128 Neuwagen zurück. Dagegen legte der Absatz in den USA um 13,8 Prozent zu, konnte aber die Schwäche in anderen Ländern nicht ausgleichen.

Teilweise seien Modellwechsel für das Minus verantwortlich, hieß es. So sei die alte B-Klasse in China ausverkauft. Die neue Version ist erst Ende August zu haben. Ähnlich verhalte es sich in Deutschland: Dort kommt das Daimler-Einsteigermodell der neuen A-Klasse erst im September in die Autohäuser. Derzeit gibt es demnach mehr als 40.000 Vorbestellungen.

Daimler setzt auf Nachfrage nach neuen Modellen

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kommt Daimler Chart zeigen in den ersten sieben Monaten beim Auto-Absatz auf 813.966 Fahrzeuge und damit noch auf ein Plus von 5,1 Prozent. Rund 750.000 der Neuwagen gehörten zur Marke Mercedes Benz. "Trotz zahlreicher bevorstehender Modellwechsel und schwieriger Marktbedingungen in Südeuropa liegen wir im bisherigen Gesamtjahr weiterhin auf Wachstumskurs und damit auf einem guten Weg, 2012 einen neuen Absatzrekord zu erzielen", sagte Daimler-Manager Joachim Schmidt. Er setzt darauf, dass mit Einführung der neuen A-Klasse ab September die Verkäufe wieder steigen.

Bisher hatten vor allem Massenhersteller wie Peugeot Chart zeigen, Fiat Chart zeigen und Opel die Flaute auf dem Automarkt zu spüren bekommen. Mit Daimler erwischt es nun auch einen Premiumhersteller.

Der Stuttgarter Konzern ist aber kein Sonderfall. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) meldete für Juli auf dem deutschen Markt insgesamt fünf Prozent weniger Neuzulassungen. Die deutschen Hersteller profitieren aber von der Nachfrage aus dem Ausland. Sie meldeten laut VDA im Juli ein Exportplus von drei Prozent.

Beim weltgrößten Autohersteller Toyota laufen die Geschäfte gut. Der japanische Konzern verbuchte den höchsten Quartalsgewinn seit vier Jahren.

mmq/dpa/Reuters

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insgesamt 5 Beiträge
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1. und es wird noch schlimmer kommen...
Herr voragend 03.08.2012
... die Autoindustrie hat nichts aus der vergangenen Krise gelernt, warum auch da gabs ja die Abwrackprämie vom Staat spendiert. Doch diesmal und vermutlich die nächsten paar mal wirds vom Staat nichts geben. Denn der braucht seine Kröten für die Banken und die Griechen, Spanier, Italiener usw usw....... Die Autos müssen günstiger und umweltfreundlicher werden. Sonst wird es für viele in dieser Industrie nicht mehr viel Krisen geben, weil es sie nicht mehr gibt.
2. Jetzt schlägt sie durch,
adam68161 03.08.2012
Jetzt schlägt sie durch, die jahrelange Aufgeblasenheit trotz durchschnittlicher aber viel zu teurer Produkte, von der S-Klasse über E- bis C und A. Wer will denn heute noch mit einer E-Klasse herumfahren, dieser Missgeburt an Styling? Da nützen auch bestellte Jubel-Journalisten nichts. Einen Bauchladen an inhomogenen Produktlinien hat der jetzige Vorstand da produziert. Die Aktionäre aus Abu Dhabi wussten schon, weshalb sie ihr Paket schleunigst loswerden wollten. Auch die "neue A-Klasse" wird wohl nicht der grosse Geldbringer sein. Mercedes hat ein Imageproblem, aber nicht erst seit gestern. Schaut mal auf die Taxifuhrparks von 1950-2000 und jetzt 2012! Auch auf diese Weise kann man einen Konzern gegen die Wand fahren. Es geht gerade los!
3. optional
dennis10780 03.08.2012
Wenn man weiss wie Werksangehörige behandelt werden wenn sie ihren Jahreswagen bei Mercedes-Benz in Sindelfingen zurückgeben wundert einen eigentlich gar nix mehr. Werksangehörige werden wie Kunden 2. Klasse behandelt. Freundlichkeit ist dort ein Fremdwort. Man wird mehr behandelt wie "Was willst du denn hier? Gib uns schon dein Auto und mach das du hier wieder weg kommst!" Vielleicht war ich durch die letzten Jahre in denen man das Auto in Rastatt zurück gab auch verwöhnt... dort wurde man sogar bevor man selbst sagen konnte wie man heisst mit dem Namen begrüsst. Das hier ist das bekannt der Fisch stinkt vom Kopf-Muster. Diese Firma hat schon lange vergessen wem sie manchens zu verdanken hat und wer auch gerne einen Mercedes fahren mag... die Mitarbeiter!
4. Hahaha,
allesglauben 03.08.2012
wenn ich das schon höre: "Die Verbraucher in Europa halten sich zurück." Nein, immer weniger Verbraucher haben das Geld um sich alle 2-3 Jahre ein neues Auto zu kaufen. Sie alle haben nicht bedacht, dass wenn die Bevölkerung immer weniger Geld zur Verfügung hat (ich sage mal nur Zeitarbeit, Arbeitslosigkeit), solche Produkte einfach nicht mehr kaufen kann. Die sägen sich also alle selbst den Ast ab auf dem sie sitzen.
5. Kein Wunder
mitbestimmender wähler 03.08.2012
Diese Kunden-Zielgruppe steckt ja seit Januar vermehrt ihre Kinder wieder in die "Norm-Schule" und beschert den Privatschulen einen Abgang. Und im Juli wurden allein über 100 Aston Martin Leasingverträge aufgelöst und die Fhz eingesammelt. Ohne Bonuszahlung lässt sich das Leben über den Verhältnissen nicht mehr halten und die Unsicherheit macht den Rest.
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