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Brauereien in der Krise: Bierabsatz sinkt auf historisches Tief

Brauerei in Bitburg: Vergeht den Deutschen die Lust auf Bier? Zur Großansicht
DPA

Brauerei in Bitburg: Vergeht den Deutschen die Lust auf Bier?

Sie entwickeln ständig neue Mischungen und Rezepte, doch der Absatz deutscher Brauereien sinkt weiter. Im siebten Jahr in Folge haben die Deutschen weniger Bier getrunken - so wenig wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr.

Wiesbaden - Der Bierdurst der Deutschen schwindet fast ununterbrochen: Im vergangenen Jahr ist der Bierabsatz zum siebten Mal in Folge zurückgegangen, auf nun nur noch 94,6 Millionen Hektoliter. So wenig deutsches Bier wurde seit der Wiedervereinigung nicht mehr getrunken, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Im Inland wurden nur noch 79,7 Millionen Hektoliter des Gerstengetränks getrunken und damit 1,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Auch der Absatz von Biermischungen etwa mit Limonade oder Cola ging zurück, und zwar um knapp zwei Prozent auf 4,2 Millionen Hektoliter. Unter den insgesamt ebenfalls rückläufigen Exporten sind nur die Ausfuhren in Länder außerhalb der Europäischen Union gestiegen - um fast neun Prozent auf 4,7 Millionen Hektoliter.

Die Brauereien nennen das gemischte Wetter im vergangenen Jahr und die fortschreitende Alterung der Gesellschaft als Gründe für den Negativtrend. Der Absatz geht abgesehen von einigen Schwankungen seit Jahren beständig zurück. Zuletzt war er 2006 angestiegen, als Deutschland die Fußballweltmeisterschaft ausrichtete.

Brauer rechnen mit Zuwächsen bei alkoholfreiem Bier

Weiter gestiegen sein dürfte hingegen der Verkauf von alkoholfreiem Bier und Malzbier, wie ein Sprecher des Deutschen Brauer-Bundes AFP sagte. Der Absatz habe in den letzten Jahren regelmäßig zugelegt, "wir gehen davon aus, dass der Trend weiter anhält". Alkoholfreies Bier, das in den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes nicht auftaucht, hatte laut Brauer-Bund 2012 einen Marktanteil von 4,29 Prozent am gesamten Bierausstoß.

Das meiste Bier wird laut Statistik in Bayern und in Nordrhein-Westfalen gebraut. In beiden Bundesländern wird demnach auch am meisten verkauft: Der Anteil am Absatz lag in Nordrhein-Westfalen bei 26,3 Prozent, der in Bayern bei 22,1 Prozent.

mxw/dpa/AFP

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insgesamt 50 Beiträge
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1. optional
Boandlgramer 30.01.2014
Das ist ja nun auch total verrückt.. Die Menschen haben kein Geld und das geben sie nicht für Luxusartikel aus. Da versteh' noch einer die Welt... Vielleicht reicht es doch nicht, wenn 10% der Bürger über 90% des Wohlstands verfügen - die saufen alleine nämlich nicht genug.
2. Geschmackskompatibeles Bier
purzel1950 30.01.2014
will vielleicht nicht jeder. Außerdem sollte man auch beachten, daß die Trinkmode gerade zu Mixgetränken tendiert. Lustig ist natürlich auch, wenn man jetzt liest, daß die Brauereien ihre Kungelungsstrafen auf die Preise umlegen wollen. Nun gut, wenn`s der Kunde vielleicht mitmacht?
3.
hikari36 30.01.2014
Zitat von BoandlgramerDas ist ja nun auch total verrückt.. Die Menschen haben kein Geld und das geben sie nicht für Luxusartikel aus. Da versteh' noch einer die Welt... Vielleicht reicht es doch nicht, wenn 10% der Bürger über 90% des Wohlstands verfügen - die saufen alleine nämlich nicht genug.
Die Bürger haben kein Geld? Lange schon nicht mehr versucht auswärts Essen zu gehen? In meiner Stadt, hier im Osten, ist ab Donnerstagabend spontan kein Tisch zu bekommen. Ohne mehrtägige Voranmeldung geht da nichts. Die Leute haben genug Geld. Aber um auf das Bier zurück zu kommen. Vielleicht haben die Menschen nur gemerkt wie durch standardisiert die, mittlerweile nur noch zu wenigen Braukonzernen gehörenden Biermarken geworden sind.
4. Omnia
HerbertVonbun 30.01.2014
Hier zeigt sich deutlich wieder die Schwäche der Märkte! Nur auf Wachstum getrimmt, stehen sie nun vor ihrem durchrationalisierten Produktionsbetrieb und sind gekettet an die Kapazitätsauslastung. Sonst funktioniert das mit dem Gewinnmaximum nicht! Also sucht man neue Märkte auf Teufel komm raus und mit viel Werbung wird zusätzlich die Nachfrage gekitzelt, ob nicht noch ein wenig mehr auf die verstopften Märkte abzusetzen ist.
5. Lichtblick?
danielc. 30.01.2014
Wenn nicht parallel zum sinkenden Bierkonsum der Verbrauch bei höher prozentigen alkoholischen Getränken steigt, kann man diesen Trend ja nicht wirklich beklagen. Natürlich hängen da auch Arbeitsplätze dran, aber auch alkoholfreie Getränke müssen produziert werden. Gibt es eine markante Verlagerung zu kleineren Brauereien? ... und wie sieht es bei Wein aus?
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