München - Der Rüstungs- und Luftfahrtkonzern EADS gönnt seinen Aktionären wieder eine Dividende. Das Unternehmen kündigte eine Gewinnbeteiligung in Höhe von 0,22 Euro je Anteilsschein an. Im vergangenen Jahr waren sie noch leer ausgegangen.
Grund für die spendable Haltung ist das überraschend gute Jahresergebnis: EADS erwirtschaftete dank der Erholung der Luftfahrtbranche 2010 einen Konzerngewinn von 553 Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit. Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf den Rekordwert von 45,8 Milliarden Euro.
Damit übertraf die Airbus-Mutter die Erwartungen an den Märkten deutlich. Im Vorjahr verzeichnete EADS noch einen Verlust von gut 760 Millionen Euro - vor allem wegen der Probleme mit dem Airbus-Militärtransporter A400.
EADS habe 2010 erhebliche Fortschritte erzielt, sagte Konzernchef Louis Gallois. "Die Risiken im A400M-Programm wurden erheblich reduziert, und die A380-Produktion läuft stetig besser." Die Bestellungen von Zivilflugzeugen hätten die Erwartungen übertroffen.
Der Konzern beschäftigte Ende des vergangenen Jahres 121.691 Menschen. Zum Konzern gehören noch die Raumfahrtsparte Astrium, der Hubschrauberhersteller Eurocopter und die Rüstungstochter Cassidian.
Das Militärgeschäft ist weiterhin der wichtigste Gewinnbringer: Mit 457 Millionen Euro steuerte die Sparte anderthalb Mal so viel zum operativen Gewinn des Konzerns bei wie die größte Tochter Airbus.
A380-Schlappe in den USA
Gallois sagte, wichtigstes Ziel der nächsten Jahre sei eine höhere Profitabilität. Alles hänge aber davon ab, wie man den Militärtransporter, die A380 und das neue Langstreckenflugzeug A350 in den Griff bekomme.
Eine Schlappe musste der Konzern allerdings in den USA einstecken: Erstmals bestellte laut "Financial Times Deutschland" ein Kunde den A380 ab. Die US-amerikanische Leasinggesellschaft ILFC teilte am Dienstag in Los Angeles mit, statt zehn A380 nun lieber 100 Maschinen des neuen, spritsparenden A320 Neo geordert zu haben.
Als Grund gab das US-Unternehmen die steigende Nachfrage nach kleineren Flugzeugen an.
cte/Reuters/dapd/dpa
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