Kriselnder Autobauer Absatzflaute zwingt Opel zu Kurzarbeit

Tausenden Opelanern droht im Job eine Zwangspause: Die Geschäftsleitung verhandelt mit dem Betriebsrat über Kurzarbeit. Sie wollen so den Absatzeinbruch kompensieren, unter dem der Autobauer leidet.

Opel-Haus in Rüsselsheim: Zwangspause für Tausende Mitarbeiter
dapd

Opel-Haus in Rüsselsheim: Zwangspause für Tausende Mitarbeiter


Hamburg/Berlin - Opel will Tausende Beschäftigte in die Zwangspause schicken. Die Geschäftsleitung verhandele derzeit mit dem Betriebsrat und der IG Metall über Kurzarbeit und Arbeitszeitverkürzungen, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Ein Ergebnis sei kurzfristig zu erwarten.

Es gehe um das Stammwerk in Rüsselsheim mit fast 14.000 Beschäftigten, wo das Topmodell Insignia und der kompakte Astra vom Band laufen. Aus Arbeitnehmerkreisen verlautete, auch das Komponentenwerk in Kaiserlautern mit 2500 Mitarbeitern sei betroffen.

Die Zahl der Beschäftigten, für die Kurzarbeit gelten soll, nannte Opel nicht. Allerdings ist davon auszugehen, dass mehrere tausend Opelaner davon betroffen sein werden. Ein ranghoher Arbeitnehmervertreter sagte, in den Verhandlungen gehe es um die Beschäftigten aller Bereiche in Rüsselsheim, also auch der Verwaltung und des Entwicklungszentrums. Betriebsrat und IG Metall äußerten sich nicht.

Opel leidet besonders unter der Absatzkrise in Europa und kann die Produktion kaum noch auslasten. Auf den Höfen reihen sich unverkaufte Autos auf, wodurch enorme Summen an Kapital gebunden sind. Der Europa-Absatz von Opel/Vauxhall schrumpfte im ersten Halbjahr um 15 Prozent auf 457.630 Fahrzeuge. Der Marktanteil fiel unter sieben Prozent.

Im zweiten Quartal fuhr die GM-Europa-Tochter 361 Millionen Euro Verlust ein - der US-Autokonzern hat in den vergangenen zehn Jahren in Europa insgesamt 14 Milliarden Dollar verloren. Seit Jahrzehnten wird der traditionsreiche Autobauer Opel nun schon saniert, die Debatte um Werksschließungen kocht dabei immer wieder hoch. Genannt wird immer wieder die Fabrik in Bochum.

ssu/Reuters

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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
robin-masters 16.08.2012
1. Tot
Zitat von sysopdapdTausende Opelanern droht im Job eine Zwangspause: Die Geschäftsleitung verhandelt mit dem Betriebsrat über Kurzarbeit. Sie wollen so den Absatzeinbruch kompensieren, unter dem der Autobauer leidet. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,850474,00.html
Opel ist schon seit Jahren Tot - kein Image das sich von Peugeot, Renault, Toyota etc. abhebt dazu noch teurer als die Asiaten. Getrennt von GM hätte Opel mehr Chancen gehabt und hätte mit deutscher Qualität Punkten können und sich auch individueller aufstellen.... Ist eigentlich nur die Frage wann es akzeptiert wird. Hängt ja wohl auch von GM ab.
erpo 16.08.2012
2. Aber Millionen als
Trikotsponsor ausgeben. Jeder Fan dieses Verein sollte sich einen Opel kaufen.
Pandora0611 16.08.2012
3. Opel plant Kurzarbeit ...
Zitat von sysopdapdTausende Opelanern droht im Job eine Zwangspause: Die Geschäftsleitung verhandelt mit dem Betriebsrat über Kurzarbeit. Sie wollen so den Absatzeinbruch kompensieren, unter dem der Autobauer leidet. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,850474,00.html
... und verhandelt zur Zeit mit dem Betriebsrat und der IGM. Vorgeschlagen wird die 8h/Woche bei 100% Lohnausgleich. Zusätzlich noch eine Lohnsteigerung um min 10%. Opel hat Probleme, seine „Autos“ im ClubMed abzusetzen. Dieses Problem hat PSA ebenfalls. Opel und PSA sollten mal die Preise ihrer „Autos“ an die Realität anpassen. Vielleicht würde dann jemand diesen „Schrott auf Rädern“ kaufen.
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