Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Abschied von Gewinnziel: Deutsche Bank schockiert Anleger

Die Turbulenzen an den Kapitalmärkten treffen die Deutsche Bank hart. Vorstandschef Josef Ackermann hat jetzt eingeräumt, den angepeilten Rekordgewinn nicht zu erreichen, sogar Stellen sollen gestrichen werden. Die Börse reagiert schockiert, die Aktie sackt ab.

Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Ziele außer Reichweite Zur Großansicht
REUTERS

Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Ziele außer Reichweite

Frankfurt am Main - Aus dem Rekordgewinn zu seinem Abschied wird nichts: Vorstandschef Josef Ackermann hat das Gewinnziel der Deutschen Bank für das laufende Jahr gekippt. Die angepeilten zehn Milliarden Euro vor Steuern im Kerngeschäft seien nach dem dritten Quartal außer Reichweite, sagte Ackermann am Dienstag auf einer Investorenkonferenz in London. Das operative Ergebnis im dritten Quartal sei deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Ackermann hatte sich vor seinem Abschied vom Chefposten der Deutschen Bank Chart zeigen einen Rekordgewinn als Ziel gesetzt. Doch nun funkt die Schuldenkrise dem Kreditinstitut dazwischen. So muss die Bank im dritten Quartal weitere 250 Millionen Euro auf griechische Staatsanleihen abschreiben. Im zweiten Quartal waren es bereits 155 Millionen Euro.

Besonders schwierig ist die Lage im Investmentbanking. Dort sollen bis März 2012 rund 500 Stellen abgebaut werden. Laut dem Unternehmen sollen vor allem im Ausland Jobs wegfallen.

Den Abschied vom Gewinnziel hatte Ackermann bereits Ende Juli angedeutet. Vieles hänge von einer reibungslosen und nachhaltigen Lösung der europäischen Schuldenkrise ab, sagte er damals. Eine weitere Voraussetzung sei ein verbessertes Geschäftsumfeld. Doch in den vergangenen Wochen spitzte sich die Schuldenkrise in Europa zu.

Obwohl Ackermann die Börsianer auf die Gewinnwarnung vorbereitet hatte, reagierten die Anleger schockiert. Die Aktie des Kreditinstituts gab zeitweise um rund sechs Prozent nach und gehörte zu den Verlierern im Dax Chart zeigen. Der Schritt komme zwar nicht überraschend, sagte ein Börsianer. Die Anleger bemängelten aber, dass Ackermann kein neues Ziel genannt habe.

Der Manager will ab Mai 2012 an die Aufsichtsratsspitze der Bank wechseln. Künftig wird das Geldhaus dann von einer Doppelspitze geleitet. Der indischstämmige Manager Anshu Jain und der Deutsche Jürgen Fitschen sollen die Bank gemeinsam führen.

mmq/Reuters/dpa-AFX

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 76 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Mir kommen ...
kuddemuddel 04.10.2011
... gleich die Krokodilstränen. Wir sollten der Deutschen Bank einen exklusiven Rettungsschirm spannen. Das anvisierte Gewinnziel ist alternativlos, dass muss auch die Kanzlerin erkennen.
2. So, so
pragmat 04.10.2011
Zitat von sysopDie Turbulenzen an den Kapitalmärkten treffen die Deutsche Bank hart. Vorstandschef Josef Ackermann*hat jetzt*eingeräumt, den angepeilten Rekordgewinn nicht zu erreichen, sogar Stellen sollen gestrichen werden. Die*Börse reagiert schockiert, die Aktie sackt ab. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,789778,00.html
Die Deutsche Bank verzeichnet buchtechnische Verluste und die Welt geht unter. Mit dem Herrn Ackermann möchte man eigentlich gerne befreundet sein. Wenn man dann Nachfolger wird und die realen Verluste sich nicht einstellen, wird man der nächste Guru mit Riesengewinnen und Glorienschein. Und die Börsenspekulanten geniessen die Hausse.
3. Schlampiger Artikel ...
wühlmaus_reloaded 04.10.2011
... die Nennung eines Spendenkontos für verarmte Bänker wäre das mindeste gewesen, was von jedem hergelaufenen Volontär zu erwarten gewesen wäre. Im übrigen: Ja, die Banken hatten sich unter der Führung eben dieses Herrn Ackermann verpflichtet, ein Feigenblatt von freiwilligem Beitrag zur Krisenbewältigung zu leisten. Jetzt taucht seiner in den Bilanzen der DB auf und alle, alle sind sprachlos vor Überraschung ? Einziger Trost für diese Branche - Abschreibungen mindern die Steuern und das trifft endlich wieder den Richtigen: den blöden, deutschen Steuermichel.
4. treffen die Deutsche Bank hart...
Baikal 04.10.2011
Zitat von sysopDie Turbulenzen an den Kapitalmärkten treffen die Deutsche Bank hart. Vorstandschef Josef Ackermann*hat jetzt*eingeräumt, den angepeilten Rekordgewinn nicht zu erreichen, sogar Stellen sollen gestrichen werden. Die*Börse reagiert schockiert, die Aktie sackt ab. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,789778,00.html
.. deshalb müssen ja nun überall die "Rettungsschirme" aufgespannt werden - obwohl die richtige Formulierung wohl heißen müsste: werden die Reißleinen für die Rettungsfallschirme gezogen, aufgespannte Schirme schützen nämlich nur gegen den Regen von oben, hier aber hat schon der freie Fall eingesetzt, taumelnd im Vakuum, rasend der Erde entgegen.
5. Hier könnte ein (Dr.) Titel stehen.
olfma 04.10.2011
Jetzt wird erst mal ordentlich Geburtstag im Kanzleramt gefeiert und von Mutti gibt´s dann als Geburtstagsgeschenk einen "Soffin Reloaded". Wär doch gelacht!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Zahlen und Fakten
Die Deutsche Bank ist das größte Geldinstitut Deutschlands und beschreibt sich selbst als "eine führende globale Investmentbank" mit starkem Privatkundengeschäft. Mehr als 80.000 Mitarbeiter gehören weltweit zu dem Konzern, der in 72 Ländern tätig ist. Die Bank, an deren Spitze Josef Ackermann steht, verdiente im Jahr 2010 nach Steuern 2,3 Milliarden Euro. Der bisherige Rekord lag im Geschäftsjahr 2007, als am Ende 6,5 Milliarden Euro unterm Strich standen.

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: