Abstieg des Super-Golfers: Sponsoren lassen Tiger Woods fallen

Als Werbe-Ikone hat Tiger Woods offenbar ausgedient: Der einstige Golf-Superstar verliert nach peinlichen Enthüllungen über angebliche Sexaffären einen Werbevertrag nach dem anderen.

Imageschaden: Limo ohne Tiger Fotos
REUTERS

Washington - Bei Gillette packt man die Kündigung in höfliche Worte: Man wolle die Rolle von Golf-Superstar Tiger Woods Rolle in der Werbung einschränken und damit seinem Wunsch nach mehr Privatsphäre entsprechen, teilte der Rasiererhersteller der "New York Times" zufolge mit. "Und wir denken, dass es richtig ist, dass er eine Auszeit nimmt", fügte Gillette-Sprecher Damon Jones der Zeitung zufolge hinzu. Vor dem Hintergrund immer neuer Enthüllungen über angebliche Sexaffären hatte Woods am Freitag angekündigt, sich auf unbestimmte Zeit aus dem Profisport und der Öffentlichkeit zurückziehen zu wollen.

Woods, der weit mehr als 100 Millionen Dollar im Jahr verdienen soll, ist seit 2007 zusammen mit dem Schweizer Tennis-Weltranglisten-Ersten Roger Federer und dem französischen Fußball-Stürmerstar Thierry Henry bei Gillette unter Vertrag.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg nahm die Beratungsgesellschaft Accenture, für die Woods seit 2003 wirbt, das Foto des Sportlers bereits am Freitag von ihrer Homepage. Der Limonaden-Konzern PepsiCo hatte schon vor mehreren Tagen beschlossen, das eigens nach Woods benannte Sportgetränk "Gatorade Tiger" nicht mehr zu verkaufen.

Das habe aber nichts mit dem Wirbel um Tiger Woods' Privatleben zu tun, sagt ein Sprecher des Unternehmens dem "Wall Street Journal". Seit Monaten plane man bereits eine Neustrukturierung der Produktpalette.

AT&T überprüft nach eigenen Angaben derzeit die weiteren Beziehungen zu Woods, der unter anderem mit einem Logo auf seinen Golftaschen für den US-Telefonkonzern wirbt, so die "New York Times". Dagegen hätten der US-Sportartikelkonzern Nike und der Computerspiele-Hersteller EA Sports Woods ihre Unterstützung und weitere Zusammenarbeit zugesichert, heißt es in dem Bericht.

ase/dpa

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Die Affäre Tiger Woods
Das Gerücht
Das Boulevardblatt "National Enquirer" berichtet am 25. November, Woods habe eine Affäre mit der Nachtclubmanagerin Rachel Uchitel gehabt.
Der Crash
In Orlando, Florida, verlässt Woods am 27. November um 2.30 Uhr früh sein Grundstück im Nobelstadtteil Windermere am Steuer seines SUV Cadillac Escalade, Baujahr 2009. Er rammt erst einen Hydranten, dann einen Baum. Seine Frau, so gibt Woods später zu Protokoll, habe mit einem Golfschläger die Heckscheibe des Wagens eingeschlagen - eine Hilfsmaßnahme. Woods kommt mit Gesichtsverletzungen ins Krankenhaus.
Die erste Erklärung
Am Sonntag, den 29. November, gibt Woods eine Erklärung ab. Er trage die Schuld an dem Unfall - der sei aber Privatsache. Er dankt seiner Frau, die ihn aus dem Wagen gezogen habe. Die Spekulationen, die sich um den Vorfall rankten, seien "frei erfundene, boshafte Gerüchte". Am 1. Dezember erhält Woods einen Strafzettel wegen "unachtsamer Fahrweise", er muss 164 Dollar zahlen. Woods kündigt an, 2009 nicht mehr an Golfturnieren teilzunehmen.
Die Kellnerin
Die Illustrierte "Us Weekly" erscheint, darin schildert die Cocktailkellnerin Jaimee Grubbs, dass sie mehr als zwei Jahre lang eine Affäre mit Woods gehabt habe. Als Beleg dient der Mitschnitt einer Voicemail-Nachricht, die Woods auf ihrem Anrufbeantworter hinterließ.
Die Entschuldigung
Woods veröffentlicht auf seiner Web-Seite eine Entschuldigung. Er bereue aus tiefstem Herzen, was er seiner Familie angetan habe, und werde nun hinter geschlossenen Türen versuchen, das Geschehene zu verarbeiten.
Das Comeback
Im April 2010 kehrt Woods auf die Sportbühne zurück. Beim US-Masters in Augusta (Georgia) überrascht er mit einer guten Leistung - und landet am Ende auf dem geteilten vierten Platz.
Die Scheidung
Am 23. August 2010 geben Woods und Elin Nordegren ihre Scheidung vor einem Gericht in Florida bekannt. Das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder soll geteilt werden, finanzielle Details der Trennung werden vorerst nicht öffentlich.