Achim Berg Bertelsmann wirbt Microsoft-Manager ab

Überraschender Personal-Coup aus Gütersloh: Bertelsmann beruft den Microsoft-Topmanager Achim Berg an die Spitze seiner Dienstleistungstochter Arvato. Er war erst vor zwei Jahren in die US-Zentrale gewechselt, um dort das lahmende Mobilgeschäft des Softwarekonzerns voranzubringen.

Achim Berg: Leitete bis vor rund zwei Jahren das Deutschland-Geschäft von Microsoft
DPA

Achim Berg: Leitete bis vor rund zwei Jahren das Deutschland-Geschäft von Microsoft


Frankfurt am Main - Der Software-Konzern Microsoft verliert einen seiner Top-Leute: Achim Berg verlässt das Unternehmen nach sechs Jahren und wechselt zur Bertelsmann-Tochter Arvato. Berg werde ab April 2013 die Arvato-Leitung übernehmen und damit den derzeitigen Chef Rolf Buch ablösen, teilte Europas größter Medienkonzern am Freitag mit.

Buch, der kurz nach seinem Studium bei Bertelsmann angeheuert hatte und mehr als zwei Jahrzehnte beim Unternehmen blieb, lege die Führung der Sparte mit 5,4 Milliarden Euro Jahresumsatz "im besten gegenseitigen Einvernehmen" auf eigenen Wunsch zum Jahresende nieder. Der 47-Jährige sei überzeugt, dass die Wachstumsphase von Arvato, für die er die Grundlagen gelegt habe, unter neuer Verantwortung stehen solle, hieß es.

Bertelsmann richtet seine Tochter derzeit stärker auf Geschäfte in Branchen wie IT und Finanzdienstleistungen aus, in denen die Gewinnmargen höher sind. Das wachstumsschwache Druckereigeschäft wurde Anfang des Jahres ausgegliedert. Arvato ist für die meisten seiner Kunden im Hintergrund tätig und tritt nur selten unter eigenem Namen auf. Der Bertelsmann-Ableger verschickt etwa für viele Mobilfunkkonzerne die Handyrechnungen, betreibt Callcenter und übernimmt die Abrechnungen für Anzeigen bei Google Chart zeigen. Arvato und Microsoft Chart zeigen sind seit vielen Jahren Geschäftspartner. Die Gütersloher wickeln im Auftrag des US-Konzerns etwa die Auslieferung und Bezahlung von neuen Windows-Betriebssystemen ab.

Der frühere Telekom-Vorstand Berg wechselte vor gut zwei Jahren von der Spitze der deutschen Microsoft-Tochter in die US-Zentrale, um dort das lahmende Mobilgeschäft des Softwarekonzerns auf Vordermann zu bringen. Die Rückkehr des 48-Jährigen nach Deutschland kommt überraschend.

yes/Reuters



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Walter Sobchak 30.11.2012
1.
Arvato, auch so eine Teufelsbude. Wie koennen manche Menschen eigentlich nachts schlafen?
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