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02. Juni 2012, 15:25 Uhr

Anfällige Achsen

Deutsche Bahn rüstet ICE 3 um

Drei Jahre nach dem Unfall eines ICE 3 will die Deutsche Bahn das Problem endlich mit einer Umrüstung lösen. Ab Herbst sollen mehr als 60 Züge neue Radsatzwellen bekommen. Der Zugverkehr werde nicht beeinträchtigt, verspricht das Unternehmen.

Hamburg - Der Unfall sorgte für Aufsehen: Im Juli 2008 entgleiste im Kölner Hauptbahnhof ein Schnellzug vom Typ ICE 3. Der Grund war eine gebrochene Radsatzwelle, die Folge waren Ultraschalluntersuchungen, mit denen die Züge seitdem alle 30.000 Kilometer auf Haarrisse untersucht werden müssen.

Mit den häufigen Untersuchungen soll durch eine Umrüstung nun bald Schluss sein. "Wir sind sehr optimistisch, im dritten Quartal mit dem Austausch der Treibradsatzwellen beim ICE 3 starten zu können", sagte Bahn-Technikvorstand Volker Kefer der "Wirtschaftswoche".

Derzeit befindet sich die Bahn laut Kefer "in konstruktiven Gesprächen mit dem Eisenbahnbundesamt", das die neuen Radsatzwellen zulassen muss. Für die Bahn sei die Umrüstung "ein wesentlicher Schritt, um die Verfügbarkeit der Flotte wieder zu steigern". Die Radsätze würden im laufenden Betrieb ohne Beeinträchtigungen des Zugverkehrs ausgetauscht.

Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember sollen zehn Züge umgerüstet sein, die dann nur noch alle 240.000 Kilometer zur Kontrolle müssen. Insgesamt würden 1200 Radsätze an 63 Zügen erneuert. Der letzte ICE 3 erhält laut Plan im Frühjahr 2015 neue Achsen.

Ursprünglich sollte mit dem Austausch bereits 2011 begonnen werden. Bis dahin sollten die Ersatzwellen entwickelt, geprüft, vom Eisenbahnbundesamt zugelassen und produziert sein. Der Zulassungsprozess hatte sich jedoch verzögert.

dab/dapd/dpa

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