"Acht Prozent wären eine Katastrophe": Industrieboss warnt vor Inflation

Regierungen und Notenbanken pumpen Billionen in die Märkte - droht nun eine Mega-Inflation? Industrieboss Keitel hat tatsächlich diese Sorge, in einem Interview warnt er vor unkontrolliertem Preisauftrieb. Dagegen helfe nur eins: sparen, sparen, sparen.

Berlin - Die öffentlichen Haushalte sind massiv verschuldet, nun warnt Industrieboss Hans-Peter Keitel vor Inflation: "Wir müssen auf der Hut sein. Ein stark verschuldeter Staat kann versucht sein, durch eine Geldentwertung seine Schulden leichter loszuwerden", sagte er der "Bild am Sonntag". Keitel ist Präsident des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI).

"Die Idee, eine kontrollierte Inflation zuzulassen, um die Haushalte zu sanieren, ist abstrus", fügte er hinzu. Eine Inflation lasse sich niemals kontrollieren. "Wer vorübergehend vier Prozent in Kauf nehmen will, landet am Ende bei acht Prozent Inflation - und das wäre eine Katastrophe."

Auf die Frage, was die Regierung tun müsse um eine Inflation abzuwenden, sagte Keitel: "Eisern sparen und endlich anfangen, den Haushalt zu sanieren." Die Ursache der Krise liege darin, dass die Staaten - auch Deutschland - "Jahr für Jahr mehr ausgeben, als sie einnehmen".

Ob die hohe Staatsverschuldung und die gigantischen Rettungspakete der Notenbanken tatsächlich zu Inflation führen, ist in der Wirtschaftswissenschaft allerdings umstritten. Manche Ökonomen argumentieren, das Wachstum sei momentan viel zu schwach, um stark steigende Preise und Löhne zuzulassen.

Im Gegenteil: Die zu erwartende rigide Sparpolitik der Staaten werde dafür sorgen, dass die Nachfrage einbricht. Die Folge könnte sogar Deflation sein - also eine Phase dauerhaft sinkender Preise.

wal/AFP

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Forum - Droht Europa eine Mega-Inflation?
insgesamt 1136 Beiträge
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1.
Kontrastprogramm 02.03.2010
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Die Zockerei gegen den Euro provoziert geradezu die Verknappung der Geldmenge M3 sowie eine Zinserhöhung. Inflation wohl zwangsläufig - aber keine Megainflation.
2.
TvanH 02.03.2010
Zitat von sysopDroht Europa eine Mega-Inflation?
Das sind aber auch Themen, so schön apokalyptisch.
3.
Volker Gretz 02.03.2010
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Was soll uns denn noch passieren? Uns hat's nicht gestört als die 1-DM-Läden in 1-euro-Läden umbenannt wurden, die Brötchen plözlich 90 Pfennig und der Liter Benzin 3,20 DM kostete. Nach dem Euro kann uns doch nichts mehr erschüttern :-) Zahlen und rechnen wir halt in 1/100 Feinunzen oder alternativ: Kleibeträgen werden mit Schweizer Taschenmessern, Zigaretten, Alkohol - größere Anschaffungen mit Rolexmodellen bezahlt. ;-)
4.
Astir01 02.03.2010
Bis ein Kind in die grüblerische Stille hinein ruft: "Aber, der König hat ja gar nichts an!" bleibt alles mehr oder weniger beim Alten. Schon heute übersteigt der "Wert" aller Guthaben den aller Waren und Dienstleistungen um einen bedeutenden Faktor. (etwa 10) Durch die exzessive Kreditvergabe zum Nulltarif vergrößert sich diese Diskrepanz immer weiter. So wie eine Bank bankrott geht, wenn alle Einleger gleichzeitig kommen und ihre Guthaben abheben wollen, so würde auch der Wert der Guthaben selbst verfallen, wenn alle Menschen gleichzeitig ihr Geld würden in Waren und Dienstleistungen umtauschen wollen. Bis es soweit ist, verfressen und versaufen die Bürger der USA aber auch die Griechenlands das Geld das wir Deutschen und die Chinesen sparen. Die Griechen haben z.B. eine "Sparquote" von -5%, d.h. sie geben 5 % mehr Geld aus als sie verdienen. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, und den letzten beißen die Hunde.
5.
Oskar ist der Beste 02.03.2010
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Inflation zerstört die Demokratie http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,681172,00.html was fuer ein Beitrag im Jahre eins nach dem neoliberalen Supergau. Das waere so, wenn man 1990 behauptet haette, dass der Wegfall der Mauer im 3. Weltkrieg enden wuerde. Natuerlich darf man eine Inflation nicht ungezuegelt sich ausbreiten lassen, andererseits sind 5% Inflation immer noch besser als 5% Arbeitslosigkeit (so Helmut Schmidt). Und die "Buerger", damit sind natuerlich nur die gemeint, die bereits Vermoegen haben, diejenigen aber, die aus welchen Gruenden von Transferleistungen leben, koennen sehr wohl davon leben, dass es eine hoehere Inflation in Folge eines hoeheren Wachstums gibt, denn in dem Szenario haben diese "Empfaenger" naemlich eher wieder einen ertraeglich bezahlten Job. Und mit Hohngelaechter denken wir noch an den famousen Steinbrueck, der doch tatsaechlich von Inflationsgefahren faselte in 2009 als die deutschen Unternehmen zu 70-80% ausgelastet gewesen sind.
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