Scheidender Vorstandschef: Deutsche Bank zahlt Ackermann noch Jahre weiter

Josef Ackermann kann sich auch nach seinem Abgang als Deutsche-Bank-Chef auf einen Geldsegen freuen: Dem Manager stehen bis 2015 Boni in Millionenhöhe zu. Insgesamt sanken die Vorstandsgehälter des größten deutschen Geldhauses zuletzt.

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Noch-Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Gehalt gekoppelt an den Geschäftserfolg

Frankfurt am Main - Die Ansprüche waren als Anreiz für eine langfristig orientierte Geschäftsführung gedacht: Der scheidende Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, bekommt bis 2015 Millionen-Zahlungen vom größten deutschen Geldhaus. Obwohl er Ende Mai abtritt, stehen ihm noch Aktien und Boni in Höhe von 9,4 Millionen Euro zu, die teilweise später ausgezahlt werden. Das geht aus dem am Dienstag in Frankfurt am Main vorgelegten Geschäftsbericht hervor. Seinen Jahresbezug für 2011 weist der Konzern dagegen nur mit rund 6,3 Millionen Euro aus.

Ackermanns Nachfolger Anshu Jain verdiente in der Gesamtschau erneut besser als sein Noch-Chef, obwohl es im Investmentbanking im vergangenen Jahr nicht rund lief. Jains Bezüge belaufen sich auf rund 9,8 Millionen Euro, ausgezahlt bekommt er davon zunächst 1,25 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor kam Spitzenverdiener Jain auf knapp 12 Millionen Euro. Es ist bei Großbanken durchaus üblich, das Top-Investmentbanker mehr verdienen als ihre Vorstandschefs.

Der künftige Co-Vorstandsvorsitzende Jürgen Fitschen, derzeit Deutschland-Chef des Instituts, soll für das Geschäftsjahr 2011 insgesamt 4,2 Millionen Euro kassieren, wie Jain bekommt er davon zunächst 1,25 Millionen Euro ausgezahlt. Jain und Fitschen übernehmen die Führung der Bank zum 1. Juni 2012. Ackermann verabschiedet sich nach zehn Jahren an der Spitze von dem Institut.

Insgesamt sanken die Vorstandsbezüge bei Deutschlands größter Bank. Laut Finanzbericht erhielten die sieben Mitglieder des Vorstands für das Jahr 2011 Bezüge von rund 26,4 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es - bei damals noch acht Vorständen - rund 32,4 Millionen Euro. In diesen Zahlen ist die für spätere Jahre zugesagte Barvergütung nicht enthalten. Diese beläuft sich für das Jahr 2011 noch auf rund 13,7 Millionen Euro.

Ackermann schreibt Abschiedsbrief an die Aktionäre

In einem Abschiedsbrief an die Aktionäre schrieb Ackermann, dass er die Bank zu einem "ausgeglicheneren" Geschäftsmodell geführt habe. Durch die Übernahme der Postbank Chart zeigen und ihrer 14 Millionen Kunden sei der Konzern unangefochtener Marktführer in Deutschland geworden. Das werde auch für die Vorsorge der Bank immer wichtiger. Kundeneinlagen hätten durch neue Vorschriften der Bankenaufsicht einen höheren Stellenwert für die Absicherung der Banken bekommen. "Die Deutsche Bank ist damit besser als jemals zuvor für Zeiten knapper Liquidität gerüstet", schrieb Ackermann.

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Machtkampf bei der Deutschen Bank: Wer aufsteigt, wer gehen muss
Für die volle Kontrolle über die Postbank hat Ackermann gesorgt: Der Aufsichtsrat der Deutschen Postbank wählte am Montag Frank Strauß zum Vorsitzenden des Vorstands. Er soll die Geschäfte vom 1. Juli an leiten. Der Deutsche-Bank-Mann Strauß stieg binnen kurzer Zeit zum Spitzenmanager bei der Postbank auf. Er folgt damit Stefan Jütte, der aus der Bonner Bank ausscheidet. Die Deutsche Bank hält inzwischen fast 94 Prozent der Postbank-Anteile, nachdem sie vor kurzem zwei große Tranchen von der Deutschen Post übernahm.

yes/dpa/dapd

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herr_kowalski 20.03.2012
Zitat von sysopDPAJosef Ackermann kann sich auch nach seinem Abgang als Deutsche-Bank-Chef auf einen Geldsegen freuen: Dem Manager stehen bis 2015 Boni in Millionenhöhe zu. Insgesamt sanken die Vorstandsgehälter des größten deutschen Geldhauses zuletzt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,822639,00.html
Ob es das war was Westerwelle meinte: Dekadenter weil anstrengungsloser Wohlstand ??
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