Angebliche Kritik an Nachfolgern Ackermann dementiert "Loser"-Äußerung

Hat Josef Ackermann über seine Nachfolger Anshu Jain und Jürgen Fitschen hergezogen? Die "Financial Times Deutschland" berichtet, der ehemalige Deutsche-Bank-Chef habe die neue Führungsspitze als "Loser" bezeichnet. Ackermann weist den Bericht zurück - und droht mit rechtlichen Schritten.

Gruppenbild mit "Losern"? Ackermann will seine Nachfolger nicht beleidigt haben
dapd

Gruppenbild mit "Losern"? Ackermann will seine Nachfolger nicht beleidigt haben


Hamburg - Josef Ackermann ist offenbar ziemlich sauer. Anders lässt sich das Dementi kaum deuten, dass der ehemalige Deutsche-Bank-Chef am Mittwoch verbreiten ließ: "Ich weise diese böswillige Behauptung zurück und behalte mir rechtliche Schritte vor", hieß es dort.

In Rage gebracht hatte Ackermann ein Artikel der "Financial Times Deutschland". Auf Seite eins berichtet die Zeitung an diesem Mittwoch, der Ende Mai ausgeschiedene Top-Manager habe seine beiden Nachfolger an der Deutsche-Bank-Spitze, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, als "Loser" bezeichnet.

Die Äußerung soll laut der Zeitung im kleinen Kreis gefallen sein. Ein Sprecher der Bank wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Streit äußern und verwies auf Ackermanns Dementi.

Jain hat einen Kulturwandel in der Bank versprochen

Der Ärger kommt für Deutschlands größtes Geldhaus besonders ungelegen. Erst am Dienstag hatte die Bank schwache Geschäftszahlen für das zweite Quartal veröffentlicht und den Abbau von 1900 Stellen angekündigt. Besonders im Investmentbanking soll es Einschnitte geben.

Früher als ursprünglich geplant verkündete die neue Führungsspitze zudem erste Eckpfeiler der neuen Konzernstrategie. Dafür nahmen die Chefs Jain und Fitschen eigens an einer Telefonkonferenz mit Analysten teil, die normalerweise alleinige Sache des Finanzvorstands Stefan Krause ist.

Jain versprach in der Konferenz einen "Kulturwandel" in der Bank. So müssten vor allem im Investmentbanking die Gehälter der Mitarbeiter überprüft werden. In einem Brief an die Belegschaft hatte sich zudem der neue Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner zu Wort gemeldet und sich für einen "Wandel" im Konzern stark gemacht. Bei den Mitarbeitern sei dies gut angekommen, hieß es aus der Bank.

Am 11. September will die neue Führungsspitze Details der neuen Strategie vorstellen. Wenn Jain und Fitschen bis dahin auch bei den Geschäftszahlen eine Trendwende schaffen, dürften die angeblichen Äußerungen Ackermanns bald wieder vergessen sein.

stk



insgesamt 9 Beiträge
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kuwacker 01.08.2012
1. Neues Geschäftsmodell
Vielleicht erfindet die neue Deutsche-Bank-Spitze ja ein neues, ganz innovatives Geschäftsmodell - nämlich Geld von Anlegern anständig zu verzinsen und dieses Geld an Kreditnehmer (Privatleute, Unternehmen,...) gegen moderate Zinsaufschläge zu verleihen. Womöglich lässt sich damit ja bei überschaubarem Risiko eine akzeptable Rendite erwirtschaften?
mukkesucker 01.08.2012
2. Neues Geschäftsmodell gut aber unnötig
früher gabs für mehr Risiko mehr Rendite. Heute gibts für null Risiko noch mehr Rendite. Sollen sich die Unternehmen ihr Geld doch woanders pumpen!
friedet 01.08.2012
3. Ackermann
Da sollte wer ganz gehörig die Klappe halten. Schliesslich sind alle diese Probleme während seiner Herrschaft entstanden, die angeblichen Loser unter seiner Führung aufgestiegen. Und auch für die Libor-Schwindeleien ist im Endeffekt Herr Ackermann letztendlich verantwortlich.
VirgoA 01.08.2012
4. Vertrauenswürdig
Jetzt mal vom internen Deutschen Bank -Gossip mal abgesehen... Selbst schuld wer dieser Organisation sein Geld in Form von einem Konto zur Verfügung stellt, oder noch schlimmer es in einem DB (oder von DB Partnern) Produkt anlegt, wärmstens "empfohlen" von deren "Beratern"
zephyroz 01.08.2012
5. Entzauberung
Offensichtlich wird Herr Jain gerade entzaubert und landet auf dem Boden der Tatsachen. Vielleicht sollte er mal ein Praktikum in einer Filiale der DB machen. Nur um mal richtige lebende Kunden kennenzulernen. Das erdet.
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