Essen - Der spanische Manager Marcelino Fernández Verdes ist neuer Chef von Deutschlands größtem Baukonzern Hochtief
. Der 57-Jährige sei bei der Sitzung des Aufsichtsrats am Dienstag in Essen ernannt worden, teilte das Unternehmen mit. Der bisherige Hochtief-Chef Frank Stieler sei mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand ausgeschieden. Auch Aufsichtsratschef Manfred Wennemer werde sein Amt zum Jahresende niederlegen. Seine Nachfolge soll Thomas Eichelmann antreten.
Damit greift der spanische Baukonzern und Großaktionär ACS hart durch. Verdes ist ein Gesandter der Spanier. Er kündigte am Dienstag unmittelbar nach seiner Wahl an, das Unternehmen weiterzuentwickeln. "Meine Priorität ist es, die Profitabilität zu erhöhen und das nachhaltige Wachstum von Hochtief fortzusetzen", sagte Verdes. Eine Zerschlagung oder Filetierung, die viele Hochtief-Leute fürchten, sei "kein Element der Strategie". Auch der Konzern teilte mit, Hochtief bleibe ein "börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Essen".
ACS
hatte im vergangenen Jahr nach einer erbittert geführten Abwehrschlacht das Kommando bei Hochtief übernommen. Die Spanier kontrollieren gut 54 Prozent der Aktien. Schon im Frühjahr 2012 war Verdes in den Vorstand eingezogen, allerdings zunächst als einfaches Mitglied. Damals hatte Aufsichtsratschef Manfred Wennemer noch alle Spekulationen über eine Machtübernahme des spanischen Großaktionärs ACS zurückgewiesen. Der neue Mann könne für eine "bessere Kooperation zwischen ACS und Hochtief" sorgen, hatte es damals geheißen.
Arbeitnehmervertreter fürchten, dass der Kurswechsel zu einen massiven Stellenabbau führen wird. "Wenn es sich abzeichnet, dass es auf Kosten der Arbeitsplätze gehen wird, ist es mit der IG Bau nicht zu machen", sagte ein Gewerkschaftssprecher am Dienstag in Frankfurt. Zuvor hatte die "Wirtschaftswoche" berichtet, dass auf Druck von ACS bei Hochtief in Deutschland rund 700 Stellen gestrichen werden sollen. Ein Unternehmenssprecher hatte gesagt, es seien keine Beschlüsse zu einem Personalabbau gefasst worden.
stk/dpa/Reuters
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