ADAC-Test in Großstädten Bei fast allen Taxifahrten läuft etwas schief

Der ADAC hat das Taxi-Gewerbe in deutschen Großstädten überprüft: Fast 90 Prozent der Fahrer stellten eine falsche Quittung aus, gut jeder sechste missachtete Verkehrsregeln.

Taxifahrer in Berlin: Schlechte Noten vom ADAC
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Taxifahrer in Berlin: Schlechte Noten vom ADAC


München - Unnötige Umwege, Missachtung der Verkehrsregeln, fehlende Fahrerlaubnis und unvollständige Quittungen: Diese und andere Mängel stellte der ADAC bei seinem Test von Taxifahrten in acht deutschen Großstädten fest. In fast 90 Prozent der Fahrten seien die Quittungen unvollständig gewesen, teilte der ADAC in München mit. Bei 17 Prozent der Fahrten seien Verstöße gegen die Verkehrsregeln registriert worden. Bei zehn Prozent der Fahrten mussten die Tester demnach unnötige Umwege in Kauf nehmen, vier Tester wurden gar nicht erst befördert.

Auch die Taxitarife in den Städten sind den Angaben zufolge sehr verschieden. In Deutschland gebe es mehr als 800 Tarife, die regional variierten und für den Verbraucher nur schwer zu durchschauen seien, kritisierte der ADAC. Angesichts dieser Testergebnisse forderte der Automobilklub mehr Klarheit. Er appellierte an Kommunen und Taxiverbände, ihre Tarife transparenter zu machen und zu vereinheitlichen.

Der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband BZP sieht bei diesem Thema die Kommunen in der Pflicht: Diese seien für die Tarifgebiete verantwortlich, sagte der Verbandspräsident Michael Müller. Der Verband sei gesprächsbereit und offen für Änderungen, wenn so die Transparenz für den Kunden verbessert werden könne. Der BZP nehme die Ergebnisse des ADAC-Tests "sehr ernst", auch wenn es sich um Stichproben handle, die nicht unbedingt repräsentativ seien.

Der ADAC testete im März und April 40 Strecken mit gleichem Start- und Zielpunkt jeweils vier Mal. Getestet wurde in Berlin, Dresden, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, München und Stuttgart. Von 160 Testfahrten wurden 21 mit "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft" bewertet, 122 bekamen die Noten "gut" und "sehr gut". 17 Fahrten wurden als "ausreichend" eingestuft.

jbe/AFP

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insgesamt 99 Beiträge
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mmaaeepp 21.08.2014
1. kein Scherz
ich wollte in Frankfurt mal von meinem Hotel in einer ca. 3km entfernt gelegene Kirche (zwecks Hochzeitsfeier). Der Taxifahrer meinte, kein Problem, er kenne sogar eine Abkuerzung. Die Abkuerzung bestand darin, ca. 800m gegen die Fahrtrichtung rueckwaerts durch eine Einbahnstrasse zu fahren!!! Angekommen bin ich gerade noch puenktlich
Maler 21.08.2014
2. Unfallflucht
Vor einigen Monaten hat ein Taxi mein geparktes Auto gerammt. Der Fahrer beging Fahrerflucht. Da der Fahrgast mein Nachbar war, konnte er mir den Wagentyp nennen , den Fahrer beschreiben und seine Nationalität (Iraner) nenne. Trotzdem hat die Polizei nichts herausbekommen das die Taxi- Innung wohl "dichtgemacht" hat und die Polizei wohl mehr Interesse daran hat Strafzettel an Falschparker zu verteilen als Verkehrskriminelle zu fangen.
baerry 21.08.2014
3. interessant
es wäre jetzt noch interessant zu wissen, was an den Quittungen unvollständig war und inwiefern das den einfachen Bürger betrifft. oder soll man für die Info dem ADAC beitreten?
Dirk Ahlbrecht 21.08.2014
4.
Na, das schreit ja förmlich nach 'ner Neuordnung durch den Gesetzgeber. Denn es ist nicht wichtig, ob die Leute letzten Endes zufrieden sind, sondern ob beispielsweise die Quittungen korrekt ausgestellt wurden. PS: Ich fahre fast jede Woche einmal mit 'nem Taxi und war in den allermeisten Fällen zufrieden. Das korrekte Ausstellen der Quittung hatte ich allerdings bisher auch noch nicht im Fokus. "Und, wie war die Fahrt!" "Zwei rote Ampeln überfahren und die Quittung war auch nicht korrekt!"
heidschnucke 21.08.2014
5. Ich fahre
aufgrund einer Verletzung in letzter Zeit häufig Taxi. Jedesmal, wirklich jedesmal fragt mich der Fahrer, wie er fahren soll. Ich frage dann zurück, ob er bei der Erlangung des Taxischeins nicht beweisen musste, dass er sich in der Stadt (Köln) auskennt. Antwort: doch natürlich. Warum fragen Sie dann mich? Ach, dann fragen wir mal das Navy. Sind das alles Schwarzarbeiter oder hoffen sie, dass der Fahrgast ihnen einen Umweg beschreibt? Jedenfalls ziemlich unangenehm.
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