Massenprotest in China Adidas entzieht bestreikter Fabrik Aufträge

Adidas entzieht einer Schuhfabrik in China die Aufträge. Zehntausende Mitarbeiter streiken dort seit mehr als einer Woche für soziale Leistungen. Der Sportartikelhersteller will mit diesem Schritt Auswirkungen auf die eigenen Geschäfte begrenzen.

Streik in der Stadt Dongguan am 18. April: Kampf für Sozialleistungen
REUTERS

Streik in der Stadt Dongguan am 18. April: Kampf für Sozialleistungen


Herzogenaurach/Peking - Sie fordern gesetzlich vorgeschriebene Sozialleistungen und Zuschüsse zur Kranken-, Arbeits- und Rentenversicherung: Seit mehr als zehn Tagen streiken Zehntausende Beschäftige der Schuhfabrik Yue Yuen in der chinesischen Provinz Guangdong. Der Sportartikelhersteller Adidas hat nun Konsequenzen gezogen und zieht Aufträge aus der bestreikten Schuhfabrik, einer der wohl größten Schuhhersteller der Welt, in China ab.

Einige der Bestellungen, die in der Yue-Yuen-Fabrik in Dongguan gefertigt werden sollten, seien dort abgezogen und an andere Hersteller vergeben worden, erklärte Adidas in einer Mitteilung vom Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Damit sollen die Auswirkungen auf die eigenen Geschäfte begrenzt werden, teilte Adidas am Donnerstag mit. Die Geschäftsbeziehungen bestünden aber fort. Adidas habe weltweit über 1000 Zulieferer.

Nach Informationen des deutschen Konzerns verhandelt die Mutterfirma des Adidas-Zulieferers, die taiwanesische Pou Chen Group, mit den lokalen Behörden und der Gewerkschaft über die Forderungen der Arbeiter. Arbeitnehmervertretern zufolge handelt es sich um den größten Streik in China seit geraumer Zeit.

Dem Fabrikbetreiber wird vorgehalten, über Jahre zu wenig Geld in Sozialfonds und für Wohnzuschüsse eingezahlt zu haben. Erst vor wenigen Tagen war ein prominenter Arbeitsrechts-Aktivist verschwunden, der sich für die Arbeiter in der Fabrik eingesetzt hatte. Seine Frau vermutet, dass er von staatlichen Sicherheitskräften verhaftet wurde.

Yue Yuen produziert nach eigenen Angaben für Firmen wie Adidas, Chart zeigen Puma Chart zeigen , Asics und Nike Chart zeigen . Das Unternehmen hatte 2012 nach eigenen Angaben 423.000 Beschäftigte. Im vergangenen Jahr liefen demnach 313 Millionen Paar Schuhe vom Band.

Fehlende oder ungenügende Sozialleistungen für Angestellte sind ein weit verbreitetes Problem in China. Die Organisation China Labor Watch (CLW) macht seit Jahren auf die Zustände aufmerksam.

kha/dpa/Reuters

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Seite 1
tao chatai 24.04.2014
1.
Zitat von sysopREUTERSAdidas entzieht einer Schuhfabrik in China die Aufträge. Zehntausende Mitarbeiter streiken dort seit mehr als einer Woche für soziale Leistungen. Der Sportartikelhersteller will mit diesem Schritt Auswirkungen auf die eigenen Geschäfte begrenzen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/adidas-produktion-in-china-auftraege-aus-bestreikter-fabrik-abgezogen-a-966062.html
Da wird es doch fuer die Chinesen keine Probleme geben; wenn Adidas seine Auftraege abzieht koennen die endlich fuer den heimischen Makt produzieren,mehr Geld verdienen und damit den Arbeitern bessere Loehne und gesetzliche Sozialleisungen bieten....
naeggha 24.04.2014
2. unfassbar
da hat Adidas endlich mal die Möglichkeit, die Welt ein bisschen besser zu machen, indem sie die Arbeiter in solchen Fabriken unterstützen und dann ziehen sie einfach den Auftrag zurück. bin bis heute gern Adidas-Kunde gewesen... bis heute...
Luscinia007 24.04.2014
3.
Zitat von naegghada hat Adidas endlich mal die Möglichkeit, die Welt ein bisschen besser zu machen, indem sie die Arbeiter in solchen Fabriken unterstützen und dann ziehen sie einfach den Auftrag zurück. bin bis heute gern Adidas-Kunde gewesen... bis heute...
Dass sehe ich auch so, es ist ein erbärmliches Foul, das die Herzogenauracher hier bieten. Die Arbeiter, die nur für ein Minimum an Sozialleistungen streiken, nämlich für eigentlich gesetzlich vorgeschriebene Sozialleistungen, werden durch Entzug der Aufträge und Androhung von Arbeitslosigkeit bestraft. Fair Play scheint es bei Adidas nur als Duschgel zu geben.
3affendieb 24.04.2014
4.
Unfassbar wie Adidas reagier, ich werde genauso auf deren Produkte reagieren und wo anders kaufen und das auch gerne kund tun
dieteroffergeld 24.04.2014
5. Und weiter?
Es ging immer, es geht immer und es wird immer um eines gehen: Profite und deren Maximierung. Vielleicht sind die Konsumenten wichtig, aber absolut unwichtig, und das ist sicher, die Situation und die Befindlichkeit und Lebenssituation des/der arbeitenden(schuftenden/ausgebeuteten) Arbeiter/in. Klar .... ?
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