Design-Streit mit Puma Adidas darf Sportschuh-Bestseller weiter verkaufen

Entscheidung im Fall "Stan Smith Boost": Der Sportartikelhersteller Puma ist mit seiner Klage gegen Adidas gescheitert. Entscheidend war die Machart der Schuhsohle.

Streitobjekt Turnschuh "Stan Smith Boost"
adidas

Streitobjekt Turnschuh "Stan Smith Boost"


Der Sportartikelhersteller Puma ist mit dem Versuch gescheitert, dem Konkurrenten Adidas den Verkauf eines Sportschuhs zu verbieten. Das hat das Landgericht in Braunschweig am Montag entschieden.

Konkret ging es um die Sohle des Modells "Stan Smith Boost", deren Design Puma Chart zeigen für sich beansprucht. Man habe auf Form und Aussehen der Sohle zwei Geschmacksmuster angemeldet, hieß es im Unterlassungsantrag von Puma.

Dieser Schutz sei durch die Sohle des "Stan Smith Boost" verletzt worden. Das Gericht sah allerdings zu viele optische Unterschiede zwischen den geschützten Mustern und der Sohle des Adidas-Schuhs.

Anders als bei Patenten, die technische Erfindungen schützen, geht es bei Geschmacksmustern um das Design eines Produktes. Puma und Adidas Chart zeigen sind seit ihrer Gründung durch die Brüder Adi und Rudolf Dassler rivalisierende Weltunternehmen auf dem Markt für Sportartikel.

"Stan Smith Boost" gehört zu einer Reihe von Retro-Modellen aus den Siebzigerjahren, die Adidas erfolgreich wiederbelebt hat."Stan Smith" ist ein Bestseller, in Amerika stieg er auf zum bestverkauften Schuhmodell - und verdrängte sogar Nikes Basketballschuh "Jordan XII" auf Platz zwei. Der deutsche Sportartikelhersteller verdoppelte seinen Marktanteil bei Turnschuhen in den USA im ersten Quartal 2017 auf zehn Prozent. Der Schuh war schon lange ein Klassiker im Sortiment von Adidas. Der Konzern nahm ihn allerdings für rund zwei Jahre vom Markt - um ihn wieder attraktiver zu machen.

Der Schuh ist benannt nach dem ehemaligen amerikanischen Tennisspieler Stan Smith. Er gewann 1972 das Turnier in Wimbledon.

beb/dpa



insgesamt 11 Beiträge
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super-m 19.06.2017
1.
Wäre interessant gewesen, wo das Gericht denn genau die Unterschiede sieht... Und ein Bild, auf dem man die Sohle erkennen kann, wäre vielleicht auch passender gewesen als eine Ansicht von oben.
ronald1952 19.06.2017
2. Adidas und Puma,
die Geswchichte zweier Brüder die wenn Sie könnten und dürften sich gegenseitig Totschlagen würden. Die moderen Variante der Brüder Kain und Abel könnte man sagen. Der eine gönnt dem anderen nicht das schwarze unterm Fingernagel. Was für Armseelige Gestalten das doch sind. schönen Tag noch,
sozialismusfürreiche 19.06.2017
3. sehe ich das falsch?
Sehe ich das falsch oder ist es meistens PUMA die adidas vor den Kadi ziehen? Wenn dem so ist werde ich PUMA boykottieren.
Moewi 19.06.2017
4.
"Entscheidend war die Machart der Schuhsole." Kenn' ich - wenn die Belüftung schlecht ist, schmore ich in Tretern auch immer im eigenen (salzigen) Saft....
flo_bargfeld 19.06.2017
5. Sachlich ungenau.
Der Satz ""Stan Smith Boost" gehört zu einer Reihe von Retro-Modellen aus den Siebzigerjahren, die Adidas erfolgreich wiederbelebt hat" ist sachlich falsch. Das Retro-Modell ist der "Stan Smith" (ohne "Boost"). Den "Stan Smith Boost" gibt es dagegen erst seit der Saison 2016/12017, er kombiniert die Siebziger-Jahre-Silhouette mit einer im Design vollständig anderen Sohle.
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