Von manager-magazin-Redakteurin Ursula Schwarzer
Hamburg - Mehr als die Hälfte des Eigenkapitals der Adlon-Eigentümer ist vernichtet. Das Fünf-Sterne-Haus gehört dem Fundus-Fonds Nr. 31, dessen Chef der umstrittene Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld ist. Aus der Bilanz des "Jagdfeld Hotel-Adlon Fundus Fonds Nr. 31" für 2011, die dem manager magazin vorliegt, geht hervor, dass Fundus einen Verlustvortrag von 126 Millionen Euro aufgehäuft hat - bei einem gezeichneten Eigenkapital von 222 Millionen Euro.
Am Zweitmarkt notieren die Fondsanteile nur noch mit einem Viertel ihres ursprünglichen Wertes. "Der Fonds wird von Jagdfeld ausgeplündert, so gut es nur geht", klagt Dieter Schurig, Hotelfachmann und Adlon-Teilhaber. "Uns droht der Totalausfall unseres Kapitals."
Jagdfeld erklärte dazu: "Der Adlon-Fonds hat plangemäß Abschreibungen vorgenommen, die das Eigenkapital naturgemäß reduzieren. Das war ausdrückliches und erklärtes Ziel dieser Sonderabschreibungsfonds der 90er Jahre, zu den auch der Adlon-Fonds zählt." Gerade deswegen habe sich ein Großteil der Anleger überhaupt am Adlon beteiligt. Richtig sei, dass der Fonds seit 1997 plan- und prospektgemäß Abschreibungen von etwa 130 Millionen Euro vorgenommen habe, die zu entsprechenden Verlusten in der Bilanz geführt hätten.
Probleme mit Jagdfelds Quartier 206
Auch beim Berliner Quartier 206 spitzt sich die Situation zu. Die 27.000-Quadratmeter-Immobilie an der Friedrichstraße, in der Boutiquen und eine Privatklinik untergebracht sind, hat die Jagdfeld-Familie privat finanziert. Allerdings kann die Sippe seit Frühjahr 2010 das 145-Millionen-Euro-Darlehen nicht mehr bedienen - was Jagdfeld bestreitet.
Mit Material von dpa
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