Wirtschaft


Rücktritte bei Leighton: Hochtief hat Ärger mit australischer Tochter

Neue Probleme bei Hochtief: Ein Streit spaltet den Verwaltungsrat der australischen Tochter Leighton, der Vorsitzende und zwei weitere Mitglieder verließen das Gremium. Der Rücktritt schickte Leigthon- und Hochtief-Aktien in den Sinkflug.

Sydney - Ein Streit um die Unabhängigkeit der australischen Hochtief-Tochter Leighton hat deren Verwaltungsrat gespaltet. Stephen Johns, Vorsitzender des Gremiums, und zwei seiner Kollegen verließen den Verwaltungsrat am Freitag.

"Sie finden, dass Hochtief bei Leighton keinen unabhängigen Verwaltungsrat mehr duldet", teilte der größte australische Baukonzern mit. Die Beziehung zum Mutterkonzern sei in ihren Augen zerbrochen. Johns hatte zuvor die Sorge geäußert, dass sein Unternehmen nach der Übernahme von Hochtief durch den spanischen Konzern ACS 2011 seine Eigenständigkeit verlieren würde.

In einem offenen Brief schrieb Johns, ACS habe sich die Mehrheit bei Hochtief gesichert und danach seinen Einfluss durch die Entsendung des ehemaligen ACS-Managers Marcelino Fernandez Verdes an die Hochtief-Spitze ausgebaut. Verdes vertrete Hochtief auch bei Leighton und habe dort versucht, den Einfluss auf die Besetzung eines Führungspostens zu nehmen, der einem unabhängigen Kandidaten zustehen würde. ACS wollte sich zu den Vorgängen bei Leighton nicht äußern.

"Wir stehen voll hinter der verbliebenen Leighton-Spitze", sagte ein Hochtief-Sprecher. Man unterstütze das Management und wünsche auch weiterhin unabhängige Mitglieder im Verwaltungsrat. Hochtief ist mit 53 Prozent an Leighton beteiligt, 2011 hatten sich der Essener Konzern dort die Mehrheit gesichert. Hochtief Chart zeigen selbst gehört seit 2011 mehrheitlich zu ACS Chart zeigen.

Verdes, der seinen Chefposten bei Hochtief im November übernommen hatte, baut den Konzern derzeit um und will das Unternehmen auf Rendite trimmen. Zahlreiche Vorstände und Manager hatten Hochtief im Zuge der Machtübernahme verlassen. In der Belegschaft hatte es immer wieder die Berfürchtung gegeben, der verschuldete ACS-Konzern könne Hochtief zerschlagen. Außerdem gab es Gerüchte um den Verkauf der ertragreichen Tochter Leighton.

Die Spaltung des Verwaltungsrates am Freitag blieb nicht folgenlos. Die Rating-Agentur S&P erklärte, der Rücktritt signalisiere einen möglichen Zusammenbruch der Vereinbarungen zwischen Leighton und Hochtief. Sie senkte den Ausblick Leigthons auf negativ. Die Leighton-Aktie fiel um fast sieben Prozent ab, Hochtief-Papiere verloren bis zum Mittag rund drei Prozent.

Leighton gilt als wichtigste Tochter des Hochtief-Konzerns und machte 2012 rund 362 Millionen Euro Gewinn gemacht. Damit trug das Unternehmen maßgeblich zum Überschuss von Hochtief bei. Die Konzernmutter ACS hatte im vergangenen Jahr über 1,9 Milliarden Euro Verlust gemacht und will vor allem ihre Schulden abbauen.

kut/dpa/Reuters

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albert schulz 23.03.2013
Man erfährt, daß die Spanier offensichtlich das Personal bereinigen. Völlig normaler Vorgang. Die Hochtief war immer führend im Nutzen wirtschaftlicher Vorteile und im absoluten Gehorsam ihrer Mitarbeiter. Bei der SPD heißen [...]
Man erfährt, daß die Spanier offensichtlich das Personal bereinigen. Völlig normaler Vorgang. Die Hochtief war immer führend im Nutzen wirtschaftlicher Vorteile und im absoluten Gehorsam ihrer Mitarbeiter. Bei der SPD heißen solche Firmen „Heuschrecken“. Konzentration auf lukrative Aufträge und konsequentes Abholzen aller Kostenfaktoren ist das Motto, indem alle personalintensiven Leistungen an Subunternehmen vergeben werden. Das machen alle erfolgreichen Firmen ähnlich, und offenbar macht es ACS noch rigider als die Hochtief selbst. Von Leighton und Hochtief wird man beim Ausweiden nur die Gräten übrig lassen. Nur das wird erhalten, was Gewinn bringt. Hochtief war immer verlängerter Arm der Banken bei Investitionen, und diese Banken waren Eigentümer der Firma. Und sie haben genau das gewollt und vorhergesehen, was jetzt passiert, nämlich eine Konzentration auf das Geschäft. Durch den Verkauf sind sie mit einem blauen Auge davongekommen, im Gegensatz zu vielen anderen Eigentümern von Bauunternehmungen. Deutschland ist schlicht zu teuer für einfache Ingenieur- und Managementlei-stungen, die man heute überall bekommen kann. Übrigens auch dank Hochtief, die nicht unschuldig ist daran, daß die Normen unappetitlich aufgebläht wurden, so daß man nur noch mit Computern rechnen kann. Die Dinger kann man überall hinstellen und mit angelerntem Personal arbeiten, was Hochtief seit Mitte der Neunziger in Kalkutta macht. Damals hat sie in Essen an die dreihundert Ingenieure freigesetzt.
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  • Freitag, 22.03.2013 – 17:42 Uhr
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