Berlin - Um 270 Millionen Euro sollen die Ärztehonorare im kommenden Jahr steigen, das hatten Vertreter der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ausgehandelt - eine Anhebung um 0,9 Prozent. Pro Arzt entspricht die Erhöhung im Schnitt 1800 Euro im Jahr. Nach Ansicht der Ärzte ist das deutlich zu wenig. Jetzt erhöhen sie offenbar massiv den Druck auf Krankenkassen und das Gesundheitsministerium.
Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, drohen die niedergelassenen Ärzte in Deutschland mit flächendeckenden Streiks, wenn das Angebot nicht deutlich verbessert werde. In einer Erklärung von 14 Ärzteverbänden, die 120.000 der 150.000 niedergelassenen Ärzte in Deutschland repräsentieren, heißt es laut "Bild am Sonntag": "Wir fordern das Bundesgesundheitsministerium auf, diesen Beschluss zu beanstanden. Die Krankenkassen haben bis Montag Zeit nachzubessern, sonst werden die Streikmaßnahmen unmittelbar beginnen."
Die Ärzte, die eine Erhöhung der Honorare um elf Prozent gefordert hatten, drohen, nur noch die gesetzliche Minimalversorgung sicherzustellen, Patienten mit akuten Erkrankungen an Krankenhäuser zu verweisen und auch Praxen vollständig zu schließen. Dadurch kann es zu erheblichen Wartezeiten bei Ärzten kommen. So warnt Christian Albring, Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte (BvF) in der Zeitung: "Patientinnen, die häufig kontrolliert werden müssen, sollten sich am besten gleich in die stationäre Behandlung begeben, da wir dafür in den kommenden Tagen und Wochen keine Zeit haben werden."
Die Erklärung unterzeichneten: der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA), der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD), der Berufsverband der Frauenärzte (BvF), der Berufsverband der HNO-Ärzte, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI), der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN), der Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN), der Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP), der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh), der Bundesverband Niedergelassener Diabetologen (BVND), der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK), der Bundesverband der Pneumologen (BdP), der NAV-Virchow-Bund.
nck
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