Wolfgang Prock-Schauer Air-Berlin-Chef tritt zurück

Überraschender Führungswechsel bei Air Berlin: Der bisherige Konzernchef Wolfgang Prock-Schauer geht zum 1. Februar 2015. Ein Nachfolger steht schon fest.

Wolfgang Prock-Schauer (Archivbild): Rücktritt "auf eigenen Wunsch"
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Wolfgang Prock-Schauer (Archivbild): Rücktritt "auf eigenen Wunsch"


Berlin - Die angeschlagene deutsche Fluggesellschaft Air Berlin Chart zeigen bekommt einen neuen Chef. Der amtierende Konzernlenker Wolfgang Prock-Schauer lege zum 1. Februar nächsten Jahres auf eigenen Wunsch sein Amt nieder, teilte die Airline am Montag mit. Nachfolger wird der frühere Lufthansa-Manager Stefan Pichler, der zuletzt die Fidji Airways führte.

Nach Bekanntwerden des Führungswechsels legte die Aktie von Air Berlin um 0,85 Prozent auf 1,18 Euro zu.

Air Berlin steckt wegen eines übereilten Expansionskurses tief in der Krise und hat in den vergangenen fünf Jahren nur einmal Gewinne geschrieben. Die arabische Airline Etihad kaufte 2011 knapp 30 Prozent der Aktien und hält die Berliner seither mit Finanzspritzen in der Luft.

Prock-Schauer hatte im Frühjahr zugeben müssen, dass die bisherigen Sparanstrengungen nicht ausreichen, um Deutschlands zweitgrößte Airline zurück in die Gewinnzone zu bringen. Er kündigte daraufhin eine grundlegende Neuausrichtung an, hielt dann aber am bisherigen Geschäftsmodell fest. Air Berlin sei mit den drei Segmenten Europa, Touristik und Langstrecke genau richtig positioniert.

Prock-Schauer bleibt bei Air Berlin

In den vergangenen Monaten strich die Fluggesellschaft 900 Stellen. Erst Ende Oktober hatte Air Berlin angekündigt, weitere 200 Jobs zu kürzen. Diese "punktuelle Personalanpassung" in der Verwaltung und am Boden hatte Prock-Schauer in einer internen Mitarbeiterzeitung angekündigt. Aus jetziger Sicht sollten die Stellen im Jahr 2015 ohne Kündigungen eingespart werden.

Der neuerliche Jobabbau ist Teil des jüngsten Sanierungsprogramms, dessen Details zusammen mit der Zwischenbilanz am 13. November vorgestellt werden sollen. Einiges ist schon bekannt: So verringerte die Fluglinie die Kapazität um fünf Prozent.

Der Österreicher Prock-Schauer bleibt bei Air Berlin. Er verlässt den Verwaltungsrat, wird aber im Vorstand wieder den Posten des Chefstrategen übernehmen. Er hatte im Januar 2013 den jetzigen Berliner Flughafenchef Hartmut Mehdorn abgelöst. Zuvor hatte er sich an der Sanierung der damaligen Lufthansa-Beteiligung British Midland (bmi) versucht.

yes/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
janne2109 03.11.2014
1. prima
noch jemand der auf der Payroll steht, Air Berlin schießt sich selbst ab
wauz 03.11.2014
2. Nicht jeder ist ein Herkules
der den Mist, den der Vorgänger hinterlassen hat, einfach wegspülen kann. Man sollte mal ausrechnen, wieviele tausend Jahre Mehdorn Steine klopfen müsste, um die von ihm angerichteten Schäden zu bezahlen.
Jasper Fetherstone 03.11.2014
3. Experten an den Flughafen
Man könnte Herrn Prock-Schauer eine leitende Funktion am Flughafen anbieten, hat auch mit Berlin zu tun. Da werden Experten gebraucht.
opa_hoppenstedt 03.11.2014
4. Genau der Richtige
Hat vor Jahren beinahe die Condor ruiniert und tritt nun in die Fußstapfen Mehdorns. Die armen Menschen bei Air Berlin...
opa_hoppenstedt 03.11.2014
5. Genau der Richtige
Hat vor Jahren beinahe die Condor ruiniert und tritt nun in die Fußstapfen Mehdorns. Die armen Menschen bei Air Berlin...
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