Insolvente Airline Air-Berlin-Chef Winkelmann hat einen neuen Job

Nur noch bis Jahresende bleibt Thomas Winkelmann Chef der insolventen Air Berlin. Einen Zweitjob hat er schon jetzt - im Beirat eines Unternehmens, das Teile der Airline aus der Pleite herausgekauft hat.

Thomas Winkelmann
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Thomas Winkelmann


Bis zum Jahresende bleibt er Chef bei Air Berlin - einen neuen Teiljob hat er trotzdem schon: Thomas Winkelmann führt seit dem 1. August den Beirat des mittelständischen Logistikunternehmens Zeitfracht Luftfahrt Holding aus Berlin. Das teilte Zeitfracht-Chef Wolfram Simon mit. Man habe ihn wegen seiner umfassenden Luftfahrt-Expertise ausgewählt, sagte Simon.

Auch aus Winkelmanns Umfeld wurde die neue Tätigkeit bestätigt. Zuvor hatte das Fachportal Airliners.de darüber berichtet. Der frühere Lufthansa-Manager sitzt auch bei der US-Gesellschaft Jetblue im Aufsichtsrat.

Zeitfracht hatte in der Pleite der Air Berlin Teile des Unternehmens übernommen. Bei dem daraus entstandenen Fracht-Dienstleister Leisure Cargo sind Simon zufolge sechzig Leute beschäftigt, die 127 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaften.

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Winkelmann hat sich mit der Insolvenzverwaltung der Air Berlin geeinigt, dass er das weiter bestehende Unternehmen zum Jahresende vorzeitig verlassen darf. Laut Vertrag hätte Winkelmann bis 2021 im Amt bleiben sollen, verzichtete nun aber auf einen Teil der bis dahin zugesagten Bezüge in Höhe von insgesamt 4,5 Millionen Euro.

Im kommenden Jahr könnte Winkelmann einen neuen Managementposten annehmen. Gerüchte über einen Wechsel zur Fluggesellschaft Germania wurden zuletzt dementiert.

Mitarbeiterberichte zu der Insolvenz von Air Berlin lesen Sie hier.

ans/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
der.tommy 03.08.2018
1.
Ach wie passend. Ist er nicht erst kurz vor der Pleite von der Lufthansa zu airberlin gewechselt? Ich finde diese Lebensläufe der ach so begabten Manager sehr interessant.
hauser 03.08.2018
2. Winkelmann zum Glück gut abgesichert...
Winkelmann gehört ja als ehemaliger Mitarbeiter auch zu den Opfern der Air Berlin Pleite. Und wenn immer gejammert wird, dass die Mitarbeiter den Schaden haben, dann sind Erfolgstories wie bei Winkelmann ja auch erfreulich. Er hat einen neuen Job gefunden und erhält gleichzeitig noch einen Teil seines Air Berlin Gehaltes (denn er hat ja nicht auf die ganze Fortzahlung bis 2021 verzichtet). Schön, dass die Mitarbeiter von Air Berlin gut versorgt sind.
deroffenbacher 03.08.2018
3. War ja klar
Hatte ich schon geschrieben als der Spiegelartikel erschien in dem stand das Herr Winkelmann auf sein Gehalt verzichtet hat, das es wohl nur wegen eines neuen Jobs so ist. Das alles war ja schon lange abzusehen, und das schlimme ist das die Börse sowas noch als tollen Coup gut findet. Wann lernen wir endlich solches Verhalten mit unserer Marktmacht abzustrafen? Unsere ehemals soziale Marktwirtschaft hat die Jahrtausendwende leider nicht überlebt... Es lebe die asoziale Marktwirtschaft ;-(
Badischer Revoluzzer 06.08.2018
4. Wie man sieht,
hilft man sich gegenseitig.
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