Piloten-Revolte Air-Berlin-Crews melden sich wieder zur Arbeit

Bei Air Berlin sind zahlreiche Flüge ausgefallen, weil sich Piloten krankgemeldet haben. Jetzt kehren etliche Crews an die Arbeit zurück.

Air Berlin
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Nach zwei Tagen voller Flugausfälle scheinen die Krankmeldungen bei Air Berlin abzuebben. Etliche Crews hätten sich wieder gesund gemeldet und für Flüge zur Verfügung gestellt, teilte die Fluggesellschaft Eurowings mit, die ebenfalls von den Ausfällen betroffen war. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) schilderte, dass einzelne Crews trotz vorhandener Maschinen nicht fliegen konnten, weil die Fluggesellschaften vorsorglich Verbindungen aus dem Flugplan gestrichen hatten.

Bei Air Berlin sind seit Dienstag zahlreiche Flüge ausgefallen, weil Piloten sich krankgemeldet haben. Hinter der Krankheitswelle wird ein illegaler Bummelstreik der Piloten vermutet. Die VC hatte nach eigenen Angaben nicht dazu aufgerufen. Bis Freitag können Kaufangebote für die Airline eingereicht werden, mit Lufthansa und weiteren Interessenten wird verhandelt.

Zuvor hatte ein Flugkapitän deutliche Kritik am Management der insolventen Fluggesellschaft geübt. Im Verkaufsprozess lasse die Unternehmensspitze die Beschäftigten bewusst im Unklaren, um Existenzängste zu schüren, heißt es in einem offenen Brief des früheren Betriebsratsvorsitzenden Hans Albrecht. Ziel sei es, sich "vertraglicher Altlasten" zu entledigen und die Tarife unter Druck zu bringen. "Sie machen sich zum Handlager bei der Demontage eines Berufsstandes", heißt in dem Brief, den T-online.de verbreitete.

hej/dpa



insgesamt 19 Beiträge
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Knackeule 13.09.2017
1. Ein Wunder !
Prima, ein Wunder ist geschehen ! Die von unerklärlichen, plötzlich epidemieartig auftretenden Krankheiten geschlagenen Air-Berlin-Piloten sind über Nacht gesund geworden. Dann kann ich ja hoffen, dass mein Flug in dieser Woche doch noch stattfindet. Danke an den HERRN für das Wunder. Man sollte das zuständige erzbischöfliche Ordinariat informieren, damit dieser Vorgang wegen Wunder-Anerkennung untersucht wird. Hosianna !
logtor 13.09.2017
2. Lückenhafte Berichterstattung
Nach anderen Medienberichten werden die Piloten nicht bezahlt. Wer arbeitet schon, um die Gläubiger eines insolventen Unternehmens zu begünstigen?
Berliner42 13.09.2017
3.
Zitat von logtorNach anderen Medienberichten werden die Piloten nicht bezahlt. Wer arbeitet schon, um die Gläubiger eines insolventen Unternehmens zu begünstigen?
Selbst wenn's so wäre, fehlt es der Argumentation an der Einsicht, daß die Piloten dann selber Gläubiger wären und somit ein Interesse am Weiterbetrieb haben.
lschulz 13.09.2017
4.
Ausgerechnet ein Betriebsrat begüsst die sick in Verhalten der Piloten. Der ganze Vorgang muss zwangsläufig zur kompletten Insolvenz führen. Und was dann? Die bisherigen Aktivitäten des airberlin Vorstands und des Generalbevollmächtigten zeigen Augenmass und den Willen bei airberlin zu retten was zu retten ist. Eine geordenete Insolvenz und die Übernahme von Leasingverträgen sowie die dazu gehörenden Besatzungen durch renommierte Unternehmen ist das Ziel. Die Alternative sinbd Ryanair und dubiose Glücksritter.
matthias.schwarz.ldn 13.09.2017
5. mitbestimmung
Da Air-Berlin eine Aktiengesellschaft ist/war waren 50% vom Aufsichtsrat Mitarbeiter. Wenn die Unternehmensfuehrung gegen die Wand Faehrt ist das zu 50% die Schuld der Mitarbeitervertreter. Bei einer Insolvenz ist natuerlich eine Ausradierung von Altlasten das Ziehl. Nur danach kann ein Unternemen eventuell weiterbestehen. Die Piloten Koennen sich ja bei einer Anderen Airline bewerben.. ach da gibts keine Stellen? Das ist marktwirtschaft. Dann kann ich mich aber auch nicht beschweren wenn ich in Zukunft fuer weniger arbeiten soll; Strukturen in Sektoren veraendern sich; Nokia/Kodak weint keener mehr eine Traene nach, die sind auch nicht mit der Zeit gegangen und haben sich unflexibel gegeben
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