Insolvente Fluggesellschaft Einige Hundert Air-Berlin-Mitarbeiter finden Jobs

Was wird aus den früheren Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin? Eine Frage, die monatelang die Öffentlichkeit bewegte. Jetzt melden die Arbeitsagenturen kleinere Erfolge bei der Vermittlung.

Air-Berlin-Flugzeug am 01.12.2017 in Düsseldorf
DPA

Air-Berlin-Flugzeug am 01.12.2017 in Düsseldorf


Das Jahr 2017 wird den meisten Ex-Mitarbeitern der Pleite-Airline Air Berlin ungut in Erinnerung bleiben. Für manche wird es jedoch immerhin ohne Schrecken enden. Kurz vor Weihnachten haben einige hundert Air-Berlin-Beschäftigte wieder einen Arbeitsvertrag in der Tasche. In Berlin und Umgebung hätten etwa 250 Menschen, die bei Jobcentern gemeldet waren, eine neue Perspektive gefunden. "Es geht gut voran", sagte der Leiter der Arbeitsagentur Berlin Nord, Christoph Möller.

Allerdings: In der Region seien auch noch rund 700 frühere Mitarbeiter der Fluggesellschaft arbeitslos gemeldet. In Nordrhein-Westfalen mit dem zweiten wichtigen Standort Düsseldorf sind es ähnlich viele.

"Wir erleben in der Wirtschaft ein hohes Interesse an diesen Mitarbeitern", sagte Möller. Manche würden neue Jobs zum 1. Januar anfangen, bei ganz unterschiedlichen Arbeitgebern. Allerdings zählten zu den Air Berlinern mit neuer Perspektive auch diejenigen, die von der Lufthansa erst mal einen Schulungsvertrag bekommen hätten. Der diene dazu, Flugbegleiter und Piloten auf ein Arbeitsverhältnis vorzubereiten.

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet und Ende Oktober den Flugbetrieb eingestellt. Einen Großteil der Flotte übernimmt die Lufthansa, einen kleineren Teil die britische Easyjet . Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Lufthansa hatte der EU-Kommission zuletzt angeboten, Start- und Landerechte abzugeben. Die Frist für eine Entscheidung läuft dort bis zum 21. Dezember.

Kabinenmitarbeiter haben gute Chancen

Für eine erste Arbeitsmarktbilanz sei es in Nordrhein-Westfalen noch zu früh, sagte eine Sprecherin der örtlichen Arbeitsagenturen. Im Land wohnten rund 2800 Menschen, die für Air Berlin gearbeitet hätten. Darunter sind viele Flugbegleiter. "Sicherlich kann man sagen, dass Kabinenmitarbeiter gute Chancen haben", sagte die Sprecherin. Rund 1200 Air Berliner hätten sich bei ihnen arbeitssuchend gemeldet, davon 700 auch offiziell arbeitslos. Das sei der Stand vom 24. November, sagte sie. Neuere Daten kommen Ende Dezember.

Air Berlin hatte im Sommer noch gut 8000 Beschäftigte, bis Mitte Oktober verließen mehrere Hundert den Konzern. Rund 4000 Mitarbeiter könnten bei Easyjet und Lufthansa unterkommen, bei Lufthansa aber nicht alle zu alten Konditionen. Dort müssen sich Air Berliner teils neu bewerben. Gewerkschaften kritisieren das. Der Käufer der Techniksparte übernimmt rund 250 Mitarbeiter, die 700 übrigen und auch 1200 Beschäftigte der Zentrale können in Transfergesellschaften wechseln. So sollen sie qualifiziert und weitervermittelt werden.

In Berlin und Nordrhein-Westfalen hatten sich Mitarbeiter anfangs nur zögerlich arbeitslos gemeldet. Offensichtlich befürchteten manche, Rechte beim Kündigungsschutz oder Chancen auf einen Betriebsübergang zu verlieren. Mittlerweile hätten sich deutlich mehr Menschen gemeldet, sagte Möller. Es gebe aber immer noch einzelne, die den Anspruch nicht nutzten. Die Berliner Jobvermittler haben ihr Büro in der Firmenzentrale inzwischen aufgelöst. Spezielle Teams kümmern sich weiter um die Vermittlung ehemaliger Air Berliner. An ihnen hatte auch die Berliner Verwaltung und die Bundeswehr Interesse.

yes/dpa

insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
max-mustermann 08.12.2017
1.
Tja und wer schon mal das Vergnügen hatte mit der BA zu tun zu haben der weiß das selbige mit der Vermittlung des neuen Jobs praktisch nichts zu tun hat. Das einzige was vom Amt kommt sind nutzlose Wiedereingliederungsmaßnahmen und jede Menge Stellen bei Sklavenhaltern sprich Zeitarbeitsfirmen, wer einen ordentlichen Job will muss sich den selber suchen.
aktiverbeobachter 08.12.2017
2. BfA
Naja...Wer ernsthaft einen Job sucht, wird den nicht über die BfA finden. Wer solange wartet bis die BfA einem einen Job findet, wird nie einen finden. Die BfA ist nur gut, um die individuellen behördlichen Rechte bezüglich ALG zu beantragen. Einen Job vermitteln tut diese nicht wirklich.
sim4000 08.12.2017
3.
Im Artikel ist von Jobcentern die Rede. Diese sind für die Grundsicherung (Alg2, hartz 4) zuständig und dürften hier keine Rolle spielen. Hier ist nur die Agentur für Arbeit zuständig
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.