Insolvente Fluglinie Air-Berlin-Chef verzichtet auf Teil seines Gehalts

Der Chef von Air Berlin hat auf einen Teil seines Salärs verzichtet, um die insolvente Billigfluglinie finanziell zu entlasten. Zuvor hatte es öffentliche Empörung gegeben, weil er noch bis 2021 bezahlt werden sollte.

Flugzeuge von Air Berlin (Archivbild von 2017)
DPA

Flugzeuge von Air Berlin (Archivbild von 2017)


Gut ein Jahr nach der Pleite von Air Berlin hat der Chef des Unternehmens, Thomas Winkelmann, einen Aufhebungsvertrag unterschrieben. Sein Angestelltenverhältnis, das eigentlich noch bis 2021 lief, endet damit Ende dieses Jahres, wie Insolvenzverwalter Lucas Flöther am Dienstag mitteilte.

Winkelmann verzichte "auf einen Teil seines ihm vertraglich vereinbarten Gehalts", hieß es. Über die genauen Konditionen sei Stillschweigen vereinbart worden.

Für Winkelmann wurde laut Geschäftsbericht von Air Berlin vereinbart, dass er auch im Falle einer ordentlichen Kündigung sein Grundgehalt von 950.000 Euro im Jahr bis Anfang 2021 bekommt. Für das erste Jahr wurde zudem ein Mindestbonus von 400.000 Euro festgesetzt. Die Zahlungsverpflichtungen wurden durch eine Bankgarantie von bis zu 4,5 Millionen Euro abgesichert.

Die Zahlungen trotz der Pleite der Airline hatten für Empörung gesorgt. Winkelmann war aufgefordert worden, zumindest auf einen Teil seines Gehalts zu verzichten.

Von der Insolvenz von Air Berlin waren mehrere tausend Mitarbeiter betroffen. Winkelmann war erst im Februar 2017 vom Lufthansa-Konzern nach Berlin gekommen. AirBerlin meldete Mitte August Insolvenz an, Ende Oktober wurde der Flugverkehr eingestellt.

Video: Air Berlin unterm Hammer

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ssu/AFP



insgesamt 7 Beiträge
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jakk-hammer 31.07.2018
1. Finde ich großzügig von ihm...
... dass er jetzt auf Gehalt "verzichtet" und nur noch bis Ende 2018 die vielen privaten, auf ihren Kosten sitzengebliebenen Ticketkäufer um einige 100.000 abzockt. Wie lange gibt es schon keine Flüge mehr von Air Berlin? Ehrenwert wäre gewesen, wenn er im Oktober 1017 auf Gehälter verzichtet hätte.
deroffenbacher 31.07.2018
2. Es lockt wohl ein neuer Job
bei der Lufthansa bzw. einer der Tochterfirmen und er "musste" seinen Vertrag loswerden... Irgendwas steckt bestimmt dahinter, aber bestimmt kein "Verzicht" !
redwed11 31.07.2018
3. Kein Verlust
Genau wie damals vorhergesagt. Winkelmann kehrt zu seinem Herrn, den Lufthansa Chef Spohn zurück. Er hat für Lufthansa die Air Berlin in die Pleite geführt und die Überreste zum größten Teil der Lufthansa zugeschanzt. Er hat eine gute Leistung für Lufthansa erbracht und nun wird er mit einem guten Vertrag in seinem Stammhaus dafür belohnt. Eines hat Winkelmann aber bestimmt nicht, einen Verlust durch seinen angeblichen Verzicht auf durch den Scheinvertrag zustehende Einkommen. Spohn kann mit seinem treuen Mitarbeiter zufrieden sein.
dollenschmiere 31.07.2018
4.
Da sein Gehalt ja nicht aus dem AirBerlin Kapital sondern aus einer Bankbürgschaft, für die die Etihad gradestehen musste, stammt, haben die AirBerliner doch eigentlich gar nichts davon... Vielleicht hat er jetzt einen richtigen Job bei Etihad?
trude2004 31.07.2018
5.
Alle Air Berlin Mitarbeiter haben ihre betriebliche Altersversorgung verloren. Diese Regierung und ihre korrupten Handlanger machen sowas möglich. Winkelmann und Co. machen sich auf kosten der kleinen Leute die Taschen voll. Es wird sich erst etwas ändern, wenn die Bürger endlich auf die Straße gehen um gegen Merkel und co zu demonstrieren. Dann bin ich mal gespannt was passiert.
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