Air-Berlin-Insolvenz Staat bekommt 200 Millionen Euro nicht zurück

Nach der Pleite von Air Berlin gehen die meisten Gläubiger leer aus - das verwertbare Vermögen reicht nicht aus. Dem Staat drohen Ausfälle von rund 200 Millionen Euro.

Air-Berlin-Maschinen (Archivbild von 2017)
DPA

Air-Berlin-Maschinen (Archivbild von 2017)


Mit der Insolvenz von Air Berlin bleibt der Staat offenbar auf Forderungen in Höhe von bis zu 200 Millionen Euro sitzen. Das geht aus einer Recherche des NDR, des WDR und der "Süddeutschen Zeitung" hervor.

Gegen die Fluggesellschaft gebe es derzeit ungesicherte Forderungen von rund 760 Millionen Euro; das verwertbare Vermögen von Air Berlin betrage laut Insolvenzverwalter hingegen lediglich rund 88 Millionen Euro. Ein Großteil der Gläubiger dürfte dementsprechend leer ausgehen - unter ihnen Kunden und Mitarbeiter der Airline, aber eben auch der deutsche Staat. Das Vermögen reiche nach Angaben des Insolvenzverwalters gerade noch aus, um die auf rund 22 Millionen Euro veranschlagten Verfahrenskosten zu decken.

Der Rest sei bereits verwendet worden, um einen Kredit über 150 Millionen Euro der staatlichen Bankengruppe KfW teilweise zu tilgen. Die Bundesregierung hatte der Air Berlin den Kredit bewilligt, 84 Millionen sind nicht zurückbezahlt worden. Auch die Bundesagentur für Arbeit und die Finanzbehörde habe Forderungen gegen die Airline - zusammengerechnet drohen dem Staat deshalb Ausfälle in Höhe von 200 Millionen Euro.

Dass die Forderungen nicht mehr zurückbezahlt werden, stehe seit dem Scheitern der Verhandlungen über den Verkauf der Tochter Niki an die Lufthansa fest. Der voraussichtliche Widerstand von EU-Kartellwächtern war der Grund dafür, dass Europas größte Fluggesellschaft ihr Kaufangebot von 189 Millionen Euro zurückzog.

Am Dienstag erhielt Niki-Gründer Niki Lauda den Zuschlag - für einen Bruchteil der Summe, die zudem nicht an Air Berlin, sondern an die Gläubiger von Niki geht.

ans/rtr/afp

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