Wertverlust von 98,7 Prozent Air-Berlin-Gründer Hunold verkauft seine Anteile

Kurz bevor die Lufthansa Air Berlin endgültig schluckte, hat Airline-Gründer Joachim Hunold nach SPIEGEL-Informationen letzte Anteile verkauft. Viel bekam er allerdings nicht mehr für sein einstiges Millionenpaket.

Joachim Hunold beim Börsengang von Air Berlin
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Joachim Hunold beim Börsengang von Air Berlin


Wenn es in Deutschland ein Lehrbeispiel für einen missglückten Börsengang gibt, dann ist es Markteinführung von Air Berlin im Mai 2007. "Bei Aktien setze ich auf Sieger", warb der Fernsehmoderator Johannes B. Kerner damals für die Papiere seines Duzfreundes Joachim Hunold.

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Nicht nur der Chef selbst engagierte sich, auch arglose Anleger kauften die Papiere - und verloren viel Geld. In den vergangenen Jahren dümpelte die Aktie als Pennystock vor sich hin und lockte allenfalls noch Zocker an. Nachdem das Unternehmen Mitte August Insolvenz anmelden musste, rauschte der Kurs erst recht in den Keller. Nun hat offenbar auch Hunold genug. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Nach SPIEGEL-Informationen warf der Unternehmer seit dem 4. September in mehreren Tranchen sein verbliebenes Paket von gut 2,2 Millionen Anteilsscheinen auf den Markt - zu Kursen zwischen 25 und 27 Cent pro Stück. Zu Hochzeiten kosteten die Papiere stolze 20 Euro.

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Alles in allem musste sich Hunold mit knapp 596.000 Euro begnügen. Noch vor gut zehn Jahren wäre das Paket fast 45 Millionen Euro wert gewesen. Die letzte Tranche veräußerte der Manager erst am Montag dieser Woche, drei Tage bevor die Übernahme von großen Teilen Air Berlins durch die Lufthansa besiegelt wurde - für exakt 12.517,69 Euro.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß, Air Berlin sei 1979 von Hunold gegründet worden. Tatsächlich ist die Fluggesellschaft 1978 von einem amerikanischen Piloten aus der Taufe gehoben worden - mit Sitz in Miami. 1991 hat Hunold diesem die Mehrheit am Unternehmen abgekauft und die deutsche Air Berlin GmbH & Co. Luftverkehrs KG gegründet.



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