Kriselnde Airline: Air Berlin schreibt überraschend schwarze Zahlen
Dem Sparkurs und dem Verkauf des Vielfliegerprogramms sei dank: Air Berlin hat erstmals seit 2007 wieder einen Gewinn verbuchen können. Allerdings musste die Airline das Ergebnis für 2011 kräftig nach unten korrigieren. Dadurch sank das Eigenkapital deutlich.
Berlin - Vier Jahre in Folge hatte Air Berlin Verluste eingefahren, 2012 kehrte die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft in die Gewinnzone zurück. Das überraschende Ergebnis teilte die Airline am Donnerstagabend mit. Demnach seien der eingeleitete Sparkurs und der Verkauf des Vielfliegerprogramms für den Überschuss von knapp sieben Millionen Euro verantwortlich.
"Wir sind noch nicht am Ziel und uns bewusst, dass zum Ergebnis in 2012 auch Einmaleffekte beigetragen haben", sagte der neue Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer, der im Januar die Geschäfte der Fluglinie von Hartmut Mehdorn übernommen hatte. Vor Steuern und Zinsen schrieb die Gesellschaft einen Gewinn (EBIT) von 70 Millionen Euro, nachdem 2011 noch ein Minus von 247 Millionen Euro gestanden hatte.
Ohne den Verkauf der Mehrheit am Vielfliegerprogramm Topbonus an Großaktionär Etihad, der 184 Millionen Euro einbrachte, hätte Air Berlin
auch tatsächlich vor Zinsen und Steuern Verlust geschrieben. Allerdings verbesserte auch das 2011 angelaufene Sparprogramm das Ergebnis um 250 Millionen Euro. Es ist das erste Mal seit 2007, dass die Fluglinie schwarze Zahlen schreibt.
Es gab jedoch auch schlechte Nachrichten. Das Unternehmen musste seine Bilanz für das Jahr 2011 deutlich nach unten korrigieren. Der Verlust wuchs rückwirkend um fast 150 Millionen Euro auf 420 Millionen Euro. Als Grund für die Korrektur führte der Vorstand eine Wertberichtigung der latenten Steuern an. Der Vorstand habe auf Aufforderung der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung entschieden, die Änderung rückwirkend vorzunehmen.
Dadurch schrumpft das Eigenkapital kräftig. Nach der Korrektur und dem überraschenden Gewinn bleiben nur noch 130 Millionen Euro statt den zunächst für 2011 ausgewiesenen 254 Millionen Euro übrig.
max/dpa
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