Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Genehmigung bis Januar: Regierung erlaubt Partnerflüge von Air Berlin mit Etihad

Air-Berlin-Maschine in Düsseldorf: Sicherheit bis Mitte Januar Zur Großansicht
AFP

Air-Berlin-Maschine in Düsseldorf: Sicherheit bis Mitte Januar

Das Verkehrsministerium hat die umstrittenen Gemeinschaftsflüge von Air Berlin und Etihad genehmigt - "letztmalig und befristet". Zuletzt hatte Wirtschaftsminister Gabriel massiv für die Partnerflüge interveniert.

Bis Mitte Januar hat Air Berlin nun Planungssicherheit: Zwei Tage vor Beginn des Winterflugplans hat das Verkehrsministerium die Gemeinschaftsflüge mit der arabischen Partner-Airline Etihad genehmigt. Die 31 strittigen Strecken "werden Etihad Airways letztmalig und befristet bis zum 15. Januar 2016 ermöglicht", teilte eine Sprecherin des Ministeriums am Freitagabend mit. So sollen Nachteile für Passagiere vermieden werden, begründete die Sprecherin die Entscheidung.

Erst am Nachmittag hatte Etihad beim Verwaltungsgericht Braunschweig eine einstweilige Verfügung erwirkt, die die sogenannten Codeshare-Flüge bis zum 8. November gesichert hätte. Nun verschafft CSU-Verkehrsminister Alexander Dobrindt mit der längeren Frist auch der angeschlagenen Air Berlin etwas Luft. Aus dem Unternehmen hatte es Warnungen vor einem Aus für die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft gegeben, sollten die Flüge nicht genehmigt werden.

Nicht unerheblich für die Entscheidung Dobrindts dürfte ein Brief von SPD-Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel gewesen sein, der nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen in Kopie auch an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ging. In dem Schreiben macht sich Gabriel massiv für Air Berlin stark und wirbt für einen Kompromiss bei den umstrittenen Gemeinschaftsflügen. Dabei nimmt die eine Airline Passagiere der anderen mit, beide können so ihr Streckennetz erweitern.

Das Codesharing mit dem Großaktionär Etihad ist für Air Berlin enorm wichtig. Die Fluggesellschaft selbst gibt den jährlichen zusätzlichen Umsatz mit 140 Millionen Euro an. Für den Winterflugplan hatten Passagiere beider Airlines schon 82.000 Reisen auf diesen Routen gebucht, hieß es bei den Unternehmen.

Bis Mitte Januar Lösung gesucht

Insgesamt haben Air Berlin und Etihad laut Verkehrsministerium 83 Codeshare-Verbindungen angemeldet, die Airlines hatten zuvor von 65 gesprochen. Nach Angaben des Ministeriums sind 31 dieser gemeinsamen Verbindungen aber nicht durch das Luftverkehrsabkommen Deutschlands mit den Vereinigten Arabischen Emiraten gedeckt. Dennoch hatten die deutschen Behörden seit Beginn 2012 alle Codeshare-Flüge mit Air Berlin genehmigt.

Das Bundesverkehrsministerium hat schon vor einem Jahr und nochmals im Frühjahr für den Sommerflugplan deutlich gemacht, dass die Flüge nur noch ausnahmsweise genehmigt werden, und zu Gesprächen über den nun beginnenden Winterflugplan aufgerufen. Dazu kam es in der vergangenen Woche, jedoch ohne Ergebnis. Nun müssen die Fluggesellschaften bis Januar eine Lösung finden, wie sie den wichtigen Umsatzbringer Codesharing ersetzen.

Das Ministerium schlägt nun vor, die Codeshare-Verbindungen beispielsweise in Interlining-Dienste zu überführen. Dabei kann die eine Fluggesellschaft Tickets im Namen der anderen ausstellen, die Flugnummer bleibt anders als beim Codesharing jedoch erhalten. Air Berlin wollte sich am Freitag nicht zur neuesten Entwicklung äußern.

fdi/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Trainspotter 23.10.2015
Und wo genau soll der Vorteil für den Kunden entstehen, wenn es keine Codeshare Flüge mehr gibt? Dass er dann zwei voneinander unabhängige Flüge buchen und beim Umsteigen sein Gepäck neu einchecken muss?
2. Lufthansa?
Sixpack, Joe 23.10.2015
Jetzt nur noch Lufthansa aufspalten wegen Machtsmissbrauch und man kann wieder fliegen für normalen Preisen!
3. ...ist der Gabriel...
palef 23.10.2015
...jetzt eigentlich in der FDP oder nicht!!???
4.
feri-aus-berlin 23.10.2015
Lustig. Wenn mich nicht alles täuscht hat Air-Berlin voll auf BER gesetzt, dessen Verzögerung gefährdet die Airline, verschuldet durch die Politik, du nun wiederum mit dieser Entscheidung bis Mitte Januar eine weitere Pistole auf die Brust der Airline setzt. oder irre ich mich da und habe was falsch im Kopf
5. Lufthansa sagt danke!
zlick65 23.10.2015
Unglaublich, wie Lufthansa Lobby im Verkehrsministerium vernetzt ist. Seehofer sagt publikumswirksam eine Reise ab, weil er mit Air Berlin statt Lufthansa hätte fliegen sollen und Dobrindt führt brav die Befehle aus München aus. Wir wollen Air Berlin als Alternative zu Lufthansa!! Wir wollen auch lieber mit Qatar Airways & Co. als mit Lufthansa fliegen! Wir sind das Volk!!! ;-)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: