Gerichtsurteil Air Berlin und Etihad dürfen länger zusammen fliegen

Erfolg für die Deutschlands zweitgrößte Fluglinie: Air Berlin darf die Gemeinschaftsflüge mit seinem Großaktionär Etihad erst mal fortsetzen.

Fahne mit Air Berlin-Logo: Bis März Gemeinschaftsflüge
DPA

Fahne mit Air Berlin-Logo: Bis März Gemeinschaftsflüge


Etihad Airways kann seine umstrittenen Code-Share-Flüge mit Air Berlin im aktuellen Winterflugplan weitgehend fortsetzen. Das entschied das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg.

Wie das Gericht mitteilte, muss das Luftfahrt-Bundesamt die Genehmigung für 26 Strecken mit Auslandszielen für die restliche Dauer des Winterflugplanes bis zum 26. März 2016 erteilen. Für fünf innerdeutsche Strecken wurde der Antrag von Etihad hingegen abgelehnt.

Gemeinschaftsflüge von Air Berlin und Etihad sollen verboten werden, weil sie nicht von einem internationalen Abkommen gedeckt sind. Die zweitgrößte deutsche Fluglinie und ihr Großaktionär wehren sich dagegen gerichtlich und versuchen, Einfluss auf die Bundesregierung zu nehmen.

Die Flüge sind grundsätzlich in einem Vertrag zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten geregelt. Passagiere können die Strecken bei beiden Unternehmen unter einer eigenen Nummer (Code) buchen, aber nur eine Airline bedient die Strecke auch. Beide Länder verhandeln über eine Neuregelung des Abkommens, bislang aber ergebnislos.

Etihad hatte beim Luftfahrt-Bundesamt 83 Gemeinschaftsflüge mit Airberlin beantragt. Ein Großteil davon ist durch das Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten abgedeckt und vom Luftfahrt-Bundesamt genehmigt, das seinen Sitz in Braunschweig hat.

Für die restlichen Flüge wurde in Oktober "letztmalig und befristet" eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Das Verwaltungsgericht Braunschweig wies im Dezember einen Eilantrag von Etihad ab, die Codeshare-Flüge noch bis Ende des Winterflugplans zu genehmigen. Etihad mit Sitz in Abu Dhabi ist seit 2012 mit knapp einem Drittel an Airberlin beteiligt.

ade/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
rxra99 14.01.2016
1. Air Berlins Service ist sehr gut geworden
Ich bin vor kurzem zum ersten mal Langstrecke mit AB geflogen und war sehr positiv ueberrascht. Ein amenity kit mit Zahnbuerste, Augenmaske und Ohrsroepseln in der Economy Class. Eine 0.5L Flasche Wasser fuer jeden. Die crew freundlich und kompetent. Die Sitze gut. Die Allianz mit Etihad bekommt AB. Ein richtig gutes Produkt. Viel besser als bei Lufthansa. Und zuverlaessiger
bbrot99 14.01.2016
2. unfassbar wie hier Europäisches Recht gebrochen wird
anscheinend braucht man nur vollendete Tatsachen zu schaffen und dann kann man machen, was man will. Ein schlechter Tag für Europa, ein schlechter Tag für Deutschland!
jomai 14.01.2016
3. Warum...
...ist Etihad, mit knapp einem Drittel Anteile an Air Berlin, deren Muttergesellschaft?????
vulture 14.01.2016
4. Eine Chance für den Wettbewerb
Das Urteil des OVG ist sehr erfreulich. Endlich tut sich eine Chance für mehr Wettbewerb auf Langstreckenflügen auf. Ich freue mich auch für die Stadt Berlin. @bbrot99: Hier wurde kein Recht gebrochen, sondern "Recht gesprochen" - und zwar durch ein deutsches Gericht.
P.T. 14.01.2016
5. ein klassischer Spiegel-Artikel
der, wie man den Forumsbeiträgen entnehmen kann, mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet. Z.B. warum ausländische Gesellschaften nicht mehr als max 30% an einer deutschen Fluggesellschaft halten dürfen. Oder dass vertragliche Beschränkungen für die arabische Anteilseigner existieren, die durch die neue Genehmigung unterlaufen/gebrochen werden, ohne die daraus resultierenden langfristigen Konsequenzen zu berücksichtigen. Analog der EURO-Rettung mit der Argumentation, Air Berlin ist systemisch unersetzlich und muss gehalten werden, egal was es kostet. Dabei sollte klar sein, dass Air Berlin in der jetzigen Organsationsform nicht anderes ist als ein Appendix einer Scheich-Airline.
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