Insolvenzverfahren Air Berlin dürfte großteils an Lufthansa gehen

Da waren's nur noch drei: Die Verhandlungen um die insolvente Air Berlin werden nach SPIEGEL-Informationen noch mit der Lufthansa, Easyjet und Condor geführt. Der größte Teil dürfte an den Marktführer gehen.

Maschinen von Air Berlin in Stuttgart
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Maschinen von Air Berlin in Stuttgart


Die insolvente Fluglinie Air Berlin wird voraussichtlich zu großen Teilen an die Lufthansa Chart zeigen verkauft, über die restlichen Bestandteile verhandeln die Gläubiger mit zwei weiteren Bietern. Nach SPIEGEL-Informationen sind es die Billigfluglinie Easyjet Chart zeigen sowie ein Interessentenbündnis aus dem Ferienflieger Condor und Ex-Rennfahrer Niki Lauda. Die Iberia-Mutter IAG ist dagegen aus dem Rennen. Auch mit dem Unternehmer Rudolf Wöhrl und dem früheren EnBW-Chef Utz Claassen wird es keine weiteren Gespräche geben.

Am Donnerstag hatten die drei Gläubigerausschüsse des Air-Berlin-Dachkonzerns, der deutschen Gesellschaft und der Techniksparte über die vorliegenden Angebote beraten. Die Verhandlungen sollen noch bis zum 12. Oktober dauern. Air Berlin teilte am Abend mit, man strebe einen raschen Abschluss an. Details zu den verbliebenen Interessenten nannte das Unternehmen nicht.

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Die seit Jahren defizitäre Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Bis Freitag waren mindestens sechs Angebote für die komplette Fluggesellschaft oder Teile davon eingegangen. Der Ferienflieger Niki zählte dabei zu den begehrtesten Teilen der Air Berlin. An den Langstrecken hatten die Bieter dagegen kaum Interesse.

Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr hatte bereits am Mittwochabend angekündigt, der Konzern wolle die 38 bereits angemieteten Mittelstrecken-Maschinen und 20 bis 40 weitere Flugzeuge von Air Berlin kaufen. Käme es so, würde Lufthansa etwa die Hälfte der Flotte übernehmen. Air Berlin hat insgesamt mehr als 8000 Beschäftigte und 144 Flugzeuge.

did/dab/dpa

insgesamt 38 Beiträge
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teloudis 21.09.2017
1. Die Geier
haben sich auf dem Weg gemacht, und über das Kadaver Air Berlin her gemacht. Das die Lufthansa als Obergeier enttuppt hatte ich niemals für möglich gehalten. All das was sie an Stücke abhaben können, konnte sie auch selber auf die Beine stellen. Aber so ist die menschliche Natur, die Gier frisst sich durch alle Schichten. Ich, nie wieder Lufthansa und auch Ihre Töchter. Es gibt andere Airlines, die billiger sind, mit Direktflügen und besseren Service.
brooklyner 21.09.2017
2.
Da haben sich wohl die Langstreckenpiloten einen Bärendienst geleistet. Aber gern bin ich mit ihnen über den Atlantik oder früher nach Asien geflogen. Danke für die schöne Zeit!
Tandor 21.09.2017
3. Na hoffentlich funktionieren die Kartellbehörden.
Den das der größte Anbieter den zweitgrößten zu großen Teilen übernimmt kann niemals im Interesse der Verbraucher sein. Zumal es genügend andere Interessenten gibt.
mainzmilano 21.09.2017
4.
Ryanair hätte ja durchaus mitbieten können, hat aber nicht. O`Leary kann allenfalls das Maul weit aufreissen, wenn es darum geht, Wettbewerber zu diskreditieren oder um möglichst öffentlichkeitswirksam Aufmerksamkeit in der öffentlichen Wahrnehmung zu bekommen. Ansonsten lebt man ja ganz gut von den Marketingbeihilfen, welche Landesregierungen ihnen zum Erhalt ihrer Landewiesen in der Provinz großzügig in den Rachen werfen bzw. vom Lohndumping mittels Scheinselbstädigkeiten ihrer Cockpitcrews. Für Kunden und Mitarbeiter der Air Berlin dürfte es jedenfalls die beste Lösung darstellen, wenn seriöse und finanzkräftige Unternehmen auch über den Tag hinaus für eine Aufrechterhaltung von Flugbetrieb und Beschäftigung sorgen.
brooklyner 21.09.2017
5.
Zitat von mainzmilanoRyanair hätte ja durchaus mitbieten können, hat aber nicht. O`Leary kann allenfalls das Maul weit aufreissen, wenn es darum geht, Wettbewerber zu diskreditieren oder um möglichst öffentlichkeitswirksam Aufmerksamkeit in der öffentlichen Wahrnehmung zu bekommen. Ansonsten lebt man ja ganz gut von den Marketingbeihilfen, welche Landesregierungen ihnen zum Erhalt ihrer Landewiesen in der Provinz großzügig in den Rachen werfen bzw. vom Lohndumping mittels Scheinselbstädigkeiten ihrer Cockpitcrews. Für Kunden und Mitarbeiter der Air Berlin dürfte es jedenfalls die beste Lösung darstellen, wenn seriöse und finanzkräftige Unternehmen auch über den Tag hinaus für eine Aufrechterhaltung von Flugbetrieb und Beschäftigung sorgen.
Also erstmal ist ein angelsächsischer Unternehmer und Spassvogel in jeder Bar der Welt, wie auch im Business einem deutschen Bedenkenträger in beigen Multifunktionsklamotten in jeder Hinsicht weit voraus - ob bei den Ladies, im Business oder in der Gesellschaft. Das haben wir Deutsche einfach nicht raus, uns gut zu vermarkten. Wir können erfinden und konzipieren, dann ist aber auch schon Schluss. Was jetzt wohl folgt, ist eine Klage von Ryanair und zwar nicht vor einem deutschen Gericht, sondern vor einem europäischen, oder da Ceta ja gerade durchgewunken wurde, vielleicht vor einem kanadischen mit amerikanischer Unterstützung? Da werden Profis unter Umständen den deutschen Schlaumeiern Mal so was von das Fell über die Ohren ziehen. Man wird sehen.
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