Insolvente Airline Air Berlin verkauft Fluglizenz an Thomas Cook

Der Touristikkonzern Thomas Cook hat sich eine Tochtergesellschaft der insolventen Air Berlin gesichert. Mit der zugehörigen Fluglizenz soll der deutsche Ferienflieger Condor seine Kapazitäten ausbauen.

Flugzeuge von Condor und Air Berlin (Archiv)
AP

Flugzeuge von Condor und Air Berlin (Archiv)


Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin hat das Tochterunternehmen Air Berlin Aviation GmbH an den britischen Touristikkonzern Thomas Cook verkauft. Der Gläubigerausschuss habe dem Verkauf bereits zugestimmt, teilte Air Berlin mit.

Die Gesellschaft befindet sich noch in Gründung und besitzt bisher keine eigenen Flugzeuge. Sie soll aber in Kürze eine Genehmigung für den Flugbetrieb (AOC) erhalten und sechs Maschinen bereitstellen, die bereits im Sommerflugplan für die deutsche Thomas-Cook-Airline Condor unterwegs sein sollen. Das Unternehmen aus Frankfurt sucht dafür bereits 85 Piloten und über eine Personaltochter auch rund 210 Flugbegleiter.

Der Sanierer und Generalbevollmächtigte der Air Berlin, Frank Kebekus, sprach von einer guten Nachricht im Insolvenzverfahren. "Nach dem Verkauf von Geschäftsanteilen der Air Berlin an Lufthansa und Easyjet haben wir nun auch für das in Gründung befindliche Aviation AOC einen Käufer gefunden."

Condor soll mehr Flüge anbieten

Thomas Cook überweist einem Insider zufolge einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Zuvor hatten Lufthansa, Easyjet, die British-Airways-Mutter IAG sowie die Bietergemeinschaft Nayak/Zeitfracht Teile der insolventen Air Berlin übernommen.

Ein Thomas-Cook-Sprecher sagte, der Kauf eröffne der Tochtergesellschaft Condor weitere Wachstumschancen. "Dies steht im Einklang mit unseren Plänen, die Kapazität im deutschen Markt auszubauen." Damit wolle man die höhere Nachfrage abfedern, die sich in den vergangenen Monaten ergeben habe. Das Flugangebot auf der Kurz- und Mittelstrecke aus Deutschland werde im Vergleich zum Vorjahressommer um 20 Prozent gesteigert.

Möglicherweise sind mit dem AOC aus dem Air-Berlin-Erbe auch noch Start- und Landerechte an einigen Flughäfen wie beispielsweise Düsseldorf verbunden. Insidern zufolge sind noch nicht alle Slots an die anderen Erwerber gegangen und es könnten auch noch Rechte wegen kartellrechtlicher Auflagen zurückgegeben werden. Mit der Firma AB Aviation GmbH wechselt eine niedrige zweistellige Zahl von Angestellten zu Thomas Cook.

brt/Reuters/dpa

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